15. Mai 2018| MVV

MVV für beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung:

Positiven Signalen der Großen Koalition muss konkrete Umsetzung folgen

Mannheimer Energieunternehmen fordert wirksame Korrekturen im Ausschreibungsdesign und Sonderausschreibungen bei der Windkraft an Land sowie Weiterentwicklung des KWK-Gesetzes - Operatives Ergebnis steigt im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2018 um 5 Prozent auf 223 Millionen Euro - Ergebnisprognose für 2018 bekräftigt

„Mit dem Bekenntnis der Koalitionspartner zu den Klimazielen 2030 und 2050 sowie zum beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung hat die Bundesregierung positive Signale für den weiteren Umbau des Energiesystems gesetzt.“ Nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden des Mannheimer Energieunternehmens MVV (WKN: A0H52F, ISIN: DE000A0H52F5), Dr. Georg Müller, müssen nun im nächsten Schritt „konkrete Entscheidungen getroffen und Gesetze verabschiedet werden“. Bei der Vorlage des Ergebnisses der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2018 (1. Oktober 2017 – 31. März 2018) sprach sich Dr. Müller am Dienstag für wirksame Korrekturen im Ausschreibungsdesign und Sonderausschreibungen bei der Windkraft an Land sowie für die Weiterentwicklung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes aus.

Zwischen Oktober 2017 und März 2018 hat das Unternehmen seine solide Entwicklung erfolgreich fortgesetzt. So konnte MVV das operative Ergebnis (Adjusted EBIT) im 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2018 gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent von 212 auf 223 Millionen Euro steigern - bei einem nahezu konstanten Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Entsprechend positiv hat sich auch der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Adjusted EBITDA) mit einem Plus von 12 Prozent auf 335 Millionen Euro und der bereinigte Periodenüberschuss nach Fremdanteilen mit einem Anstieg von 113 auf 119 Millionen Euro entwickelt. Das entspricht einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 1,81 Euro gegenüber 1,71 Euro im Vorjahr.

Erneuerbare Energien und Energieeffizienz bleiben Schlüssel der Energiewende

Mit Blick auf die politischen Rahmenbedingungen geht es nach Ansicht von MVV-Chef Dr. Müller „um den weiteren wettbewerblichen Ausbau der erneuerbaren Energien und die dauerhafte Senkung der Kosten.“ Die zu weitgehende Privilegierung von Bürgerenergiegenossenschaften habe in den ersten drei Ausschreibungsrunden zu einer politisch ungewollten Verzerrung des Marktes geführt und müsse daher dauerhaft beseitigt werden. Das zeige bereits das Ergebnis der ersten Ausschreibungen 2018. Dabei erhielt die MVV-Tochtergesellschaft Juwi acht Zuschläge – vier Windenergieprojekte mit insgesamt mehr als 40 Megawatt Leistung sowie vier Photovoltaik-Freiflächenprojekte mit einer Gesamtkapazität von 89 Megawatt.

Um gleichzeitig die negativen Auswirkungen der Fehlsteuerung wirksam auszugleichen, „ist es nur folgerichtig“, dass der Koalitionsvertrag nun Sonderausschreibungen von Zusatzmengen vorsieht. So sollen in 2019 und 2020 für Wind onshore und Photovoltaik je 4.000 Megawatt zusätzlich ausgeschrieben werden. Dr. Müller: „Damit wird der Umbau unseres Energiesystems, wie im Koalitionsvertrag festgeschrieben, beschleunigt. Das entspricht auch der strategischen Grundausrichtung unseres Unternehmens.“ Bis 2030 soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung nach dem Willen der Bundesregierung auf 65 Prozent gesteigert werden.

Der MVV-Vorstandsvorsitzende begrüßte zudem das Bekenntnis der Großen Koalition zu den tragenden Rollen der effizienten Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und der umweltfreundlichen Fernwärme bei der Energiewende. Erforderlich sei dazu eine Weiterentwicklung des KWKGesetzes, um KWK-Anlagen und Fernwärmeinfrastruktur ausbauen und effizienter machen zu können. Dr. Müller: „Dieses Signal der Bundesregierung ist für unser Berichtssegment Versorgungssicherheit von hoher Relevanz.“

Positiver Ausblick für 2018 bekräftigt

Die solide Entwicklung des operativen Geschäfts im 1. Halbjahr ist nach Ansicht des Unternehmens einmal mehr auf das breite und ausbalancierte MVV-Portfolio entlang der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette zurückzuführen. Dabei konnte MVV auch den aufgrund des im Vorjahresvergleich milderen Winters niedrigeren Gas- und Wärmeabsatz sowie sinkende Strom- und Gashandelsmengen kompensieren. Das Unternehmen profitierte von höheren Erlösen aus den eigenen Windkraftanlagen und dem Projektentwicklungsgeschäft im Bereich der erneuerbaren Energien sowie von der positiven Entwicklung im Umweltgeschäft. Langfristig ergebnisbelastend hingegen wirken sich die im Rahmen der Anreizregulierung weiter sinkenden Netzentgelte aus.

Nahezu ohne Auswirkungen auf das Adjusted EBIT des 1. Halbjahres sind hingegen gegenläufige Einmaleffekte geblieben. Dabei standen positiven Einmaleffekten aus der Veräußerung von Anlagevermögen außerplanmäßige Abschreibungen in der Projektentwicklung infolge der aktuellen Marktentwicklungen im In- und Ausland gegenüber. Für das gesamte Geschäftsjahr 2018 bekräftigte das Unternehmen nach Ablauf der ersten sechs Monate seinen positiven Ausblick. Danach ist MVV zuversichtlich, aus operativer Sicht ein Adjusted EBIT leicht über dem Vorjahr (224 Millionen Euro) zu erreichen. Bei den Umsatzerlösen erwartet MVV, angesichts des bisherigen Geschäftsverlaufs mit gesunkenen Energiehandelsmengen 2018 mit rund 4 Milliarden Euro etwa auf dem Niveau des Vorjahres zu liegen.

„Unsere Strategie stimmt“

Nach den Worten des MVV-Chefs bestätigen die Signale aus dem Koalitionsvertrag und der wirtschaftliche Erfolg der soliden Entwicklung, dass „unsere Strategie stimmt“. Das Unternehmen richte sich schon seit vielen Jahren auf das Energiesystem der Zukunft aus und habe in hohem Umfang investiert. Dr. Müller: „In den kommenden Jahren werden wir die Energiewende weiter vorantreiben.“ Die Investitionsschwerpunkte liegen dabei auf dem Ausbau der erneuerbaren Energien, der Stärkung der Energieeffizienz durch KWK und Fernwärme sowie der Entwicklung innovativer Dienstleistungen und Produkte.

In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 2018 hat MVV bereits 155 Millionen Euro investiert - 76 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon entfielen 65 Millionen Euro auf Wachstumsinvestitionen und 90 Millionen Euro auf die Modernisierung und Pflege bestehender Anlagen und Netze. Neben dem im Bau befindlichen neuen Gasheizkraftwerk der zur MVV-Gruppe gehörenden Stadtwerke Kiel zählten Unternehmensbeteiligungen zur Erweiterung des Dienstleistungsangebotsfür Industrie und Mittelstand sowie die Übernahme einer thermischen Abfallverwertungsanlage im schottischen Dundee zu den größten Einzelprojekten. Hier errichtet MVV mit einer Gesamtinvestition von 135 Millionen Euro in direkter Nachbarschaft ein neues hocheffizientes Heizkraftwerk. Parallel hat MVV in Mannheim die Arbeiten für die Anbindung seines Mannheimer Heizkraftwerks auf der Friesenheimer Insel an das eigene regionale Fernwärmenetz vorangetrieben. Insgesamt investiert das Unternehmen allein hier in Mannheim in den nächsten Jahren rund 100 Millionen Euro.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2018 rechnet MVV aus heutiger Sicht mit Investitionen in Höhe von rund 300 Millionen Euro in Wachstum sowie in die Modernisierung und Instandhaltung der eigenen Anlagen und Netze.

MVV in Zahlen
       
in Mio Euro 1.10.2017 bis 31.3.2018 1.10.2016 bis 31.3.2017 % Vorjahr
       
Umsatz und Ergebnis      
Umsatz ohne Energiesteuern 2.136 2.165 - 1
Adjusted EBITDA1 335 300 + 12
Adjusted EBIT1 223 212 + 5
       
Bereinigter Periodenüberschuss1 140 131 + 7
Bereinigter Periodenüberschuss nach Fremdanteilen1 119 113 + 5
Bereinigtes Ergebnis je Aktie1 in Euro 1,81 1,71 + 6
       
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 58 217 - 73
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit je Aktie in Euro 0,88 3,29 - 73
       
Bereinigte Bilanzsumme (zum 31.3.2018 bzw. 30.9.2017)2 4.314 4.248 + 2
Bereinigtes Eigenkapital (zum 31.3.2018 bzw. 30.9.2017)2 1.559 1.490 + 5
Bereinigte Eigenkapitalquote (zum 31.3.2018 bzw. 30.9.2017)2 36,1% 35,1% + 3
Nettofinanzschulden (zum 31.3.2018 bzw. 30.9.2017) 1.214 1.077 + 13
       
Investitionen gesamt 155 88 + 76
davon Wachstumsinvestitionen 65 25 >+ 100
davon Bestandsinvestitionen 90 63 + 43
       
Mitarbeiter (Anzahl zum 31.3.2018 bzw. 31.3.2017) 6.010 6.031 0
1  Ohne nicht operative Bewertungseffekte aus Finanzderivaten, ohne Strukturanpassung Altersteilzeit und mit Zinserträgen aus Finanzierungsleasing
2  Ohne nicht operativen Bewertungseffekt aus Finanzderivaten

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