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Ein Girokonto für erneuerbare Energie

Die Strombank erforscht neue Wege in der Energielandschaft

Für die Wege des Geldes in unserer Wirtschaft sind Banken von besonderer Bedeutung: Sie sammeln das Geld der Sparer ein und verleihen das Geld wieder an Investoren. Dieses Modell dient als Vorbild für das Forschungsprojekt "Strombank", das wir von 2013 bis Anfang 2016 als Konsortialführer vorangetrieben haben und das vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des BWPLUS-Programms gefördert wurde. Am Projekt beteiligt waren der Batteriehersteller ads-tec (Nürtingen), der Mannheimer Netzbetreiber Netrion die Universität Stuttgart mit dem Institut für Photovoltaik und dem Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung.

Die Idee: Speicherung vor Ort

Die Idee hinter der Strombank greift ein Thema auf, das durch immer mehr erneuerbare und dezentrale Stromerzeuger im Netz an Bedeutung gewinnt: Wenn der Strom aus Sonne und Wind am Ort der Erzeugung auch verbraucht werden kann, entlastet das die Stromnetze und verhindert Verluste. Weil Strom aber nicht immer dann auch gebraucht wird, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, bietet sich eine Speicherung des Stroms vor Ort an.

Der Strom liegt im Tresor

Ein solcher Speicher war der "Tresor" der Strombank. Hier wurde zentral der Stromüberschuss aus den Teilnehmerhaushalten gespeichert und bei Bedarf wieder ins Netz eingespeist. Teilnehmer und Speicher waren per Internet in einer "Energy Cloud" miteinander verbunden, so dass jeder Teilnehmer zu jeder Zeit Zugriff auf sein "Stromkonto" hatte.

Der Praxistest

Von Dezember 2014 bis März 2016 wurde das Betreibermodell im Mannheimer Stadtteil Rheinau Süd getestet. Über eine cloudbasierte Management Software wurden 18 Projektteilnehmer bzw. Prosumer (14 PV- und vier KWK-Anlagen) mit dem Speicher vernetzt. Jeder Teilnehmer erhielt eine bestimmte Speicherkapazität bzw. ein Konto bei der Strombank. Eine im Projekt entwickelte Applikation visualisierte die Kontostände und erfassten Daten für jeden Teilnehmer.

Ergebnisse

Angesichts der unterschiedlichen Erzeugungscharakteristiken der angebundenen PV- und KWK-Anlagen konnten anstelle fester Speichergrößen dynamische, jahreszeitspezifische Kontogrößen gewählt werden. So wurde die Gesamtkapazität des Speichers optimal ausgenutzt und zugleich der durchschnittliche Eigenverbrauch auf zeitweise 60 bis 80 Prozent verdoppelt. Auf der Grundlage einer Vermarktung im Quartier konnten die restlichen Energiemengen zusätzlich lokal gehandelt werden. Über das Jahr reduzierten sich die Einspeisung in das übergeordnete Netz auf diese Weise um 75 Prozent, der Netzbezug sank um 40 Prozent. Folglich leistete die Strombank einen erheblichen Beitrag zum lokalen Ausgleich zwischen Erzeugung und Verbrauch. Weitere netzentlastende Effekte wurden durch einen Peakshaving-Algorithmus erreicht. Zudem wurde der eingesetzte Quartierspeicher für die Sekundärregelleistung präqualifiziert. Die Projektteilnehmer bewerteten das Strombanksystem nach seinem Abschluss durchweg positiv.

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Fragen und Antworten

Die häufigsten Fragen und unsere Antworten dazu finden Sie hier .


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Dr. Robert Thomann

Projektleiter MVV Energie

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Auszeichnungen

Unser innovatives Projekt Strombank wurde mit dem PV-magazine Award 2015 und dem Stadtwerke-Award 2016 ausgezeichnet.


Abschlussbericht

Den Abschlussbericht des Projektes "Strombank" haben wir im Dezember 2016 an den baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller übergeben. Den Bericht zum Herunterladen finden Sie hier.

Die Projektpartner

Die Strombank ist ein Gemeinschaftsprojekt von MVV Energie, Netrion, ads-tec und der Universität Stuttgart. Mehr zu den Partnern erfahren Sie hier .

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