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Gepostet am: 29. September 2026
10 Min

Eigenverbrauch & EEG 2027

Lohnt sich eine PV-Anlage 2027 noch?

Mit der geplanten EEG-Reform 2027 könnten sich die Regeln für neue Photovoltaikanlagen ändern. An ihrer grundsätzlichen Attraktivität ändert das jedoch wenig: Wer seine Anlage passend zum persönlichen Verbrauch plant und beispielsweise mit einem Speicher, einer Wärmepumpe oder einer Wallbox kombiniert, kann besonders stark profitieren. Dieser Beitrag zeigt, worauf es bei der Planung ankommt und wie sich die geplanten EEG-Änderungen auf neue Anlagen auswirken könnten.

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Warum ist die Einspeisevergütung heute nicht mehr der wichtigste Faktor?

Wer Solarstrom selbst verbraucht, muss ihn nicht aus dem Netz kaufen. Dieser Unterschied prägt die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage inzwischen stärker als die Vergütung für eingespeisten Strom. Ein Vergleich der Größenordnungen macht das deutlich (Stand: September 2026): Haushalte zahlen für Netzstrom im Durchschnitt rund 37 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Neue Anlagen mit einer Nennleistung bis 10 Kilowattpeak – der vom Hersteller angegebenen maximalen Leistung, kurz kWp – erhalten bei Teileinspeisung dagegen nur 7,70 Cent pro Kilowattstunde Einspeisevergütung, sofern sie zwischen dem 1. August 2026 und dem 31. Januar 2027 in Betrieb gehen. Erzeugt wird der Solarstrom selbst noch günstiger: Über die gesamte Lebensdauer der Anlage liegen die Kosten in der Regel bei etwa 7 bis 11 Cent pro Kilowattstunde (Quelle: bdew.de).

Rein rechnerisch ist eine selbst genutzte Kilowattstunde damit knapp fünfmal so viel wert wie eine eingespeiste. In der Praxis hängt der tatsächliche Vorteil jedoch davon ab, wie viel des erzeugten Stroms im Haushalt verbraucht wird. Die Einspeisevergütung gleicht damit eher einem „Zubrot“ als dem Hauptertrag einer Anlage. Wie sich das über die Jahre niederschlägt, zeigt die Amortisationszeit. Die aktuellen Vergütungssätze im Detail erklärt der Ratgeber Einspeisevergütung für Photovoltaik.

Was bedeutet Eigenverbrauch, und wie hoch fällt er in der Praxis aus?

Zwei Kennzahlen werden häufig verwechselt. Die Eigenverbrauchsquote gibt an, welcher Anteil des erzeugten Solarstroms im eigenen Haushalt genutzt wird. Der Autarkiegrad beschreibt, welcher Anteil des gesamten Strombedarfs durch die eigene Anlage gedeckt wird. Für die Wirtschaftlichkeit ist vor allem die Eigenverbrauchsquote entscheidend, denn sie bestimmt, wie viel Netzstrom eingespart wird.

Ohne Speicher oder zusätzliche Maßnahmen liegt der Eigenverbrauch in einem durchschnittlichen Haushalt in der Regel bei etwa 25 bis 40 Prozent, da die Anlage mittags am meisten erzeugt, der Verbrauch aber morgens und abends am höchsten ist. Ergänzend zeigt eine Auswertung der HTW Berlin mit Messdaten von 730 Haushalten mit Photovoltaikanlage und Elektroauto, wie weit sich der Gesamtbedarf durch Eigenerzeugung decken lässt: In Haushalten ohne Wärmepumpe und ohne Batteriespeicher waren es im Mittel 47 Prozent des Strombedarfs (Autarkiegrad) (Quelle: solar.htw-berlin.de). 

Als Orientierung für den Jahresverbrauch eines Einfamilienhauses nennt die HTW rund 4.000 kWh. Wie sich der Eigenverbrauch steigern lässt, erfahren Sie hier.

MVV-Photovoltaikrechner
Lohnt sich eine Solaranlage für mich? Finden Sie es raus.

Welche Rolle spielen Batteriespeicher, Wärmepumpe und Wallbox?

Je mehr Verbraucher zeitgleich mit der Erzeugung laufen oder ihren Strom zeitversetzt aus einem Speicher beziehen, desto höher fällt der Eigenverbrauch aus. Drei Bausteine haben dabei besonderes Gewicht.

Ein Batteriespeicher nimmt Überschüsse aus der Mittagszeit auf und gibt sie abends und nachts wieder ab: In den HTW-Messdaten erreichten Haushalte mit Speicher im Mittel einen Autarkiegrad von 73 Prozent, der Strombezug aus dem Netz sank durch Solaranlage und Speicher von durchschnittlich 6.900 auf 1.900 Kilowattstunden pro Jahr (Quelle: solar.htw-berlin.de). 

Ob sich die Anschaffung finanziell lohnt, hängt wesentlich vom Preis ab – als Faustregel gelten höchstens 600 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität . Wie die passende Größe ermittelt wird, zeigt der Beitrag Stromspeicher: So ermitteln Sie die ideale Größe.

Auch eine Wärmepumpe erhöht den Stromverbrauch und damit die Menge, die sich direkt nutzen lässt – allerdings ausgerechnet im Winter, wenn die PV-Anlage am wenigsten erzeugt. Trotzdem konnten in vollständig elektrifizierten Haushalten mit Photovoltaikanlage, Speicher, Elektroauto und Wärmepumpe laut HTW im Jahresmittel 59 Prozent des Strombedarfs durch Solarstrom gedeckt werden.

Auch eine Wallbox steigert beim Laden des Elektroautos mit dynamischem Überschussladen – die Ladeleistung passt sich dabei automatisch an den verfügbaren Solarüberschuss an – den Solaranteil laut HTW schließlich im Mittel um 25 Prozentpunkte gegenüber ungesteuertem Laden (Quelle: solar.htw-berlin.de).

Ein Energiemanagementsystem kann diese drei Bausteine aufeinander abstimmen und größere Verbräuche gezielt in Zeiten hoher Erzeugung legen, wie es etwa das MVV Energiemanagement vorsieht.
 

Wie lässt sich prüfen, ob sich eine PV-Anlage rechnet?

Für eine erste Einschätzung genügen vier Schritte:

  • Verbrauch ermitteln
    Der Jahresstromverbrauch und die Tageszeiten, zu denen Strom gebraucht wird, lassen sich der Stromrechnung und dem Alltag im Haushalt entnehmen.
  • Dach und Anlagengröße klären
    Ausrichtung, Neigung, Verschattung und verfügbare Fläche bestimmen den Ertrag. Eine größere Anlage erhöht in der Regel den Autarkiegrad, senkt aber die Eigenverbrauchsquote.
  • Zusatzkomponenten planen
    Speicher, Wallbox, Wärmepumpe und Energiemanagement wirken sich unterschiedlich stark auf den Eigenverbrauch aus. Vorhandene und geplante Verbraucher sollten von Anfang an berücksichtigt werden.
  • Kosten und Angebote vergleichen
    Für eine fertig installierte 10-kWp-Aufdachanlage nennt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE Systempreise von etwa 900 bis 1.500 Euro pro kWp (netto, Datenstand Ende 2025). Auf PV-Anlagen an Wohngebäuden fällt keine Umsatzsteuer an. Mehrere Angebote von Fachbetrieben erleichtern den Preisvergleich.

    Wie schnell sich die Investition amortisiert – also über die Jahre durch Ersparnisse und Erlöse wieder hereinkommt –, hängt von diesen Faktoren ab. In den Beispielrechnungen von MVV ergaben sich etwa 14 Jahre ohne und 10 Jahre mit Batteriespeicher (Stand 2025). Eine erste individuelle Einschätzung liefert der MVV-Photovoltaikrechner.

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Was würde sich mit der geplanten EEG-Reform 2027 ändern?

Auch wenn die geplante EEG-Reform die Bedingungen für die Einspeisung verändern könnte, hängt die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage zunehmend vom Eigenverbrauch ab. Um einordnen zu können, welche Auswirkungen die Reform haben könnte, lohnt sich ein Blick auf die derzeit geplanten Regelungen. 

Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 den Regierungsentwurf für das neue EEG beschlossen. Die Reform ist bislang noch nicht rechtskräftig.

Nach dem aktuellen Gesetzentwurf sind für neue PV-Anlagen unter anderem folgende Änderungen vorgesehen:

  • Keine dauerhafte feste Einspeisevergütung für Anlagen unter 25 kW: Bestandsanlagen sollen davon unberührt bleiben.
  • Befristete Übergangszahlung: Für neue Anlagen wäre für höchstens 36 Monate eine Übergangszahlung vorgesehen. Für Anfang 2027 in Betrieb genommene Anlagen läge sie bei rund 5,2 Cent pro kWh.
  • Direktvermarktung von überschüssigem Solarstrom: Anschließend würde der eingespeiste Strom über einen Direktvermarkter verkauft. Für Anlagen unter 25 kW ist dafür zeitweise ein Bonus von 1,5 Cent pro kWh vorgesehen.
  • Begrenzung der Einspeiseleistung: Neue Dachanlagen unter 100 kW dürften höchstens 50 Prozent ihrer Leistung ins Netz einspeisen. Selbst genutzter oder gespeicherter Solarstrom wäre davon nicht betroffen. 

Nach aktuellem Stand des Entwurfs würden Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, noch nach den bisherigen Regeln vergütet. Ob sich eine frühere Inbetriebnahme lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Ausführlich zum Gesetzentwurf: Solarreform 2027 – was sich für Privathaushalte ändern könnte.

Fazit

Die sinkende Einspeisevergütung stellt die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage nicht grundsätzlich infrage, verändert aber die Berechnung: Ausschlaggebend ist, wie viel des Solarstroms selbst genutzt wird. Mit rund 37 Cent für Netzstrom gegenüber 7,70 Cent Einspeisevergütung ist eine selbst genutzte Kilowattstunde knapp fünfmal so viel wert (Stand 2026). Batteriespeicher, Wärmepumpe, Wallbox und ein Energiemanagementsystem können den Eigenverbrauch erhöhen. Das Solarspitzengesetz gilt seit Februar 2025, die geplante EEG-Reform 2027 ist dagegen noch nicht beschlossen. Würde sie wie vorgesehen umgesetzt, gewännen Eigenverbrauch und Speicher weiter an Bedeutung.

Sie möchten wissen, ob sich eine PV-Anlage für Ihr Haus lohnt? Dann nutzen Sie gerne unseren Photovoltaik-Rechner oder vereinbaren Sie einen Beratungstermin. Unser Expertenteam berät Sie gerne persönlich zu Ihrem Vorhaben.
 

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