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Gepostet am: 07. Mai 2026
7 Min

Urlaub und E-Auto

E-Auto auf Reisen – 9 Tipps für die Langstrecke.

Reisen mit dem E-Auto sind heute längst alltagstauglich und auch auf langen Strecken kein Abenteuer ins Ungewisse mehr. Die Akkus sind ausdauernder, der Stromverbrauch ist gesunken, die Reichweite deutlich gestiegen und Schnelllader gibt‘s genug an der Autobahn. Fragen sind trotzdem berechtigt.

Soll ich mein E-Auto vor der Reise auf 100 Prozent SOC (State-of-Charge) laden?

Normalerweise soll man das E-Auto gerade nicht komplett aufladen, weil dadurch der Akku eher gestresst wird. Vor dem Antritt einer größeren Reise macht dies allerdings Sinn. Denn der hohe Energievorrat wird ja dann auf der Straße wieder zügig abgebaut – vor allem im Vergleich zu Long-Range-Modellen mit größerer Reichweite. Mittlerweile bieten sehr viele E-Autos die Möglichkeit über einen Lade-Timer das Laden so zu konditionieren, dass die Batterie erst direkt vor der Abfahrt voll ist. Das hält die Belastung für den Akku geringer und vergrößert die Reichweite für die nächste Etappe.

Warum sollte ich das E-Auto schon vor dem Start Heizen (oder Kühlen)?

Alles, was der Akku nicht selbst erledigen muss, ist gut für seine Ausdauer. Solange ihr Fahrzeug noch an der (heimischen) Wallbox hängt, kann die „Standleitung“ für die Klimatisierung des Innenraums genutzt werden. Dann muss der Akku nach Reiseantritt keine zusätzlichen kWh dafür abzweigen.

Ist es besser, den Akku des E-Autos auf jeder Etappe möglichst leer zu fahren?

Auch hier ist es gut, ein bisschen gegen die Gewohnheit zu arbeiten. Während es sich im Alltag empfiehlt bei einem SOC von 20 % oder 30 % die Ladestation anzulaufen, können Sie das auf der Langstrecke etwas ausdehnen. Der Lohn für eine niedrige Rest-Reichweite ist dann ein kürzerer Ladestopp. Denn leere Akkus laden nun mal schneller als Akkus mit höherem Füllstand. Könnte sein, dass Sie dazu den Laderoutenplaner Ihres E-Autos auf einen neuen Mindest-SOC oder eine neue Mindestreichweite in km einstellen müssen.
Was Sie allerdings nicht tun sollten: Beim Zwischenstopp wieder auf 100 % SOC durchzuladen. Das kostet zu viel Zeit, da die Bordelektronik die Ladeleistung in der letzten Phase (von 80 % bis 100 %) stark herunterregelt.

Ist es für die Gesamtreisezeit egal, ob ich schneller oder langsamer fahre?

Ist es nicht. Die Faustregel lautet: Fahren Sie langsamer, um schneller anzukommen. Bei höheren Geschwindigkeiten steigt mit dem Luftwiderstand der Energieverbrauch signifikant an. Was Sie auf der Straße herausfahren, verspielen Sie so an den kommenden Ladesäulen gleich wieder. Davon abgesehen ist die Höchstgeschwindigkeit bei den meisten gängigen Modellen auf 160-180 km/h begrenzt. Wer also mit knapp 130 km/h, also Autobahn-Richtgeschwindigkeit, unterwegs ist, liegt nicht falsch, wenn es um das flottere Ankommen geht.

Wie plane ich am besten meine Stopps an der E-Ladestation?

Die meisten aktuellen E-Autos verfügen über einen Laderoutenplaner. Allerdings liefert der nicht immer alle Informationen, die Sie vielleicht gerne hätten. Zum Beispiel, mit welcher Leistung beim Stopp geladen werden kann oder wie es gerade um freie Plätze bestellt ist. Deshalb ist es keine schlechte Idee, spezielle Handy-Apps mit ins Boot zu holen. Die Experten von Auto Motor und Sport empfehlen etwa die Apps „Chargefinder“ und „A better Route Planner“. Hier etwas Zeit in die Recherche zu stecken, lohnt sich. Auch im Hinblick darauf, ob zusätzliche (Nutzungs-)Kosten anfallen.

Wie bezahle ich am besten an der Ladesäule?

Am besten nutzen Sie an der Ladestation eine entsprechende Ladekarte. Die großen Energie-Anbieter (dazu gehört natürlich auch Ihre geschätzte MVV) bieten entsprechende Kundenkarten an, genauso wie die E-Auto-Hersteller. In beiden Fällen sind dann rund180.000 Stromtankstellen deutschlandweit in die jeweiligen Netze integriert. Sollte Ihr Reiseziel im europäischen Ausland liegen, gilt es, nach einer Ladekarte Ausschau zu halten, die über ein möglichst großes Roaming-Netzwerk verfügt. Lade-Roaming bedeutet, dass Sie die Ladestationen anderer Anbieter in der EU nutzen können. ADAC e-Charge und Shell Recharge bieten aktuell mit die größten öffentlichen Roaming-Netzwerke Europas an. Mit Zugriff auf mehrere hunderttausend Ladestellen.
Grundsätzlich ist auch immer auf die Ausformung der jeweiligen Tarife zu achten. Hier gibt es schon Unterschiede (z.B. zwischen Eigen- und Fremd-Stationen) und darüber hinaus auch Preisveränderungen im Laufe der Monate. Wie stets im Umgang mit E-Mobilität spielt das persönliche Fahrprofil und die jeweilige Reiseplanung bei der Tarifauswahl eine bedeutende Rolle.

Was bedeutet Ad-hoc-Laden?

Für alle, die ohne Ladekarte unterwegs sind, gibt es auch die Möglichkeit des sogenannten Ad-hoc-Ladens. Sofern möglich bezahlen Sie dann – wie im Supermarkt – per Bank- oder Kreditkarte. Oder aber es wird der Zugriff via QR-Code angeboten. Dadurch gelangen Sie auf eine Internetseite, um dort Ihre Kartendaten einzugeben. Im Augenblick raten wir von dieser Option eher ab, da sich in jüngster Vergangenheit hier Betrugsfälle angehäuft haben. Dabei wird in der Regel der ursprüngliche QR-Code mit einer Fälschung überklebt. Diese dient nur dazu, Ihre sensiblen Daten abzuschöpfen und in dunkle Kanäle fließen zu lassen. Eine Ladekarte bietet hier deutlich mehr Sicherheit.

Ist es egal, ob ich die Ladesäule mit einem anderen E-Auto teile?

Es spielt durchaus eine Rolle, ob an der Ladesäule ein oder zwei Autos „hängen“. Auch Schnellader teilen in dem Fall nämlich die Leistung! Statt möglichen 400 kW fließen ergo nur etwa 200 kW in Ihr Fahrzeug. Halbe Ladeleistung bedeutet nicht selten doppelte Ladezeit.
Deshalb schließt sich hier noch ein letzter Tipp für heute an: Wählen Sie bevorzugt größere Ladeparks für Ihre Stopps. Dann ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, eine freie Ladesäule zu finden, die man ganz für sich allein hat.

Fazit

Mit umsichtiger Planung und der richtigen Strategie sind E-Autos längst langstreckentauglich und problemlos für längere Urlaubsfahrten geeignet. Eine intelligente Nutzung der Reichweite, vorausschauende Ladeplanung, Ladekarten mit entsprechenden Roaming-Netzwerken und ein leichter Fuß auf dem Fahrpedal sorgen für entspanntes, zügiges Vorankommen und Ankommen.
 

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