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Gepostet am: 18. August 2026
6 Min

PV-Sicherheit

Sichere Batteriespeicher: Wie lassen sich eventuelle Brandrisiken minimieren?

Hin und wieder hört oder liest man von Hausbränden, die durch einen PV-Batteriespeicher verursacht wurden. Gemessen an mehr als zwei Millionen Heim-Batteriespeichern in Deutschland (September 2025) ist die Anzahl der Vorfälle zwar sehr gering. Doch jeder Brand ist einer zu viel. Lesen Sie hier, wie die geringfügigen Risiken in der Realität einzuschätzen sind – und wie man eventuelle Gefahrenpotenziale zuverlässig minimiert.

Welche Ursachen führten in seltenen Fällen zu Bränden von Batteriespeichern?

Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen) ist dieser Frage im Detail nachgegangen. Auf Basis eines Monitorings von Medienberichten wurden für das Jahr 2023 insgesamt 36 Brandfälle identifiziert, bei denen ein stationärer Batteriespeicher als wahrscheinliche Brandursache genannt wurde. Im Folgejahr wurden 56 entsprechende Fälle erfasst. Dieser Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass im Jahr 2024 rund 50 % mehr Batteriespeicher installiert waren als 2023 (insgesamt etwa 1,8 Millionen Systeme). Darauf basierend errechneten die Forscher für Batteriespeicher eine Brandwahrscheinlichkeit von rund 0,0049 % pro Jahr (ca. 1 : 20.400). Damit ist das von Batteriespeichern ausgehende Risiko statistisch betrachtet in etwa vergleichbar mit dem von Wäschetrocknern – und um ein Vielfaches geringer als das allgemeine Brandrisiko in Wohngebäuden.
 

Was hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass einige wenige Batteriespeicher in Brand geraten sind?

Ein Batteriespeicher entzündet sich in der Regel nicht einfach „von selbst“. Voraussetzung ist fast immer eine Kombination aus Defekt, fehlerhafter Installation, äußerer Einwirkung oder unsachgemäßem Betrieb. Bei den wenigen registrierten Brandfällen in Verbindung mit Lithium-Ionen-Heimspeichern haben zum Beispiel folgende Risikofaktoren eine Rolle gespielt:

  • Interne Zellfehler: Sehr seltene Produktionsfehler können dazu führen, dass sich eine Batteriezelle im Inneren stark erhitzt und entzündet.
  • Überladung oder Steuerungsfehler: Funktioniert die Lade- und Überwachungselektronik nicht korrekt, können Batteriezellen überladen werden und überhitzen.
  • Mechanische Beschädigung: Wird der Batteriespeicher beschädigt, etwa beim Transport oder bei der Montage, kann ein innerer Kurzschluss einen Brand auslösen.
  • Elektrische Installationsfehler: Lose oder falsch angeschlossene Kabel können heiß werden und den Batteriespeicher entzünden.
  • Externe Brandeinwirkung: Entsteht ein Brand in der Nähe des Batteriespeichers, kann er durch die umgebende Hitze ebenfalls in Brand geraten.
  • Ungeeignete Betriebsbedingungen: Zu hohe Temperaturen oder fehlende Belüftung über längere Zeit können den Speicher überlasten.

     
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Wie kann ich Brandrisiken bei meinem Batteriespeicher effizient minimieren?

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) macht regelmäßig darauf aufmerksam, dass sich viele Haus- und Wohnungsbrände durch entsprechende Vorkehrungen hätten vermeiden lassen. Dies gilt grundsätzlich auch für Brände, die durch PV-Batteriespeicher verursacht werden. Um mögliche Brandrisiken infolge von Unachtsamkeiten auf ein Minimum zu reduzieren, werden bei Lithium-Ionen-Speichern allgemein folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Legen Sie Wert auf Qualität – beim Produkt und bei der Installation.
    Neue, hochwertige Batteriespeicher weisen geringere Fertigungsrisiken auf. Wird ein Lithium-Ionen-Speicher von einem Fachbetrieb installiert, erfüllt er in der Regel die geltenden Sicherheitsnormen wie VDE-AR-E 2510-50 und IEC 62619.
  • Wählen Sie ein Modell mit integriertem Batteriemanagementsystem (BMS)
    Das zentrale Monitoring- und Steuerungssystem moderner Batterien überwacht jede einzelne Zelle und sorgt dafür, dass Spannungen, Ströme und Temperaturen innerhalb sicherer Grenzen bleiben. Bei Auffälligkeiten trennt es den Speicher automatisch vom Netz oder schaltet einzelne Zellmodule ab.
  • Sorgen Sie für einen geeigneten Aufstellungsort.
    Der Speicher sollte in einem gut belüfteten Raum mit einer feuerhemmenden Tür installiert werden. Idealerweise befinden sich dort keine weiteren elektrischen Geräte oder andere entflammbare Gegenstände.
  • Lassen Sie Wartungen wie vom Hersteller empfohlen durchführen.
    Durch regelmäßige Wartung stellen Sie den zuverlässigen Betrieb der Batterie sicher. Mögliche Risiken durch altersbedingten Verschleiß werden frühzeitig erkannt.
     

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Gibt es Batteriespeicher, die grundsätzlich nicht brennbar sind?

Wer das äußerst geringe, aber statistisch vorhandene Brandrisiko eines gängigen Lithium-Ionen-Speichers noch weiter reduzieren oder sogar vollständig ausschließen möchte, kann zwischen zwei alternativen Batterietypen wählen, die mittlerweile auch als Heimspeicher erhältlich sind:

  1. LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat-Batterien) sind eine spezielle Variante der Lithium-Ionen-Technologie, jedoch mit einem geringeren Lithiumanteil. Ihre Zellchemie ist besonders stabil, sodass selbst bei starker Belastung kaum Sauerstoff freigesetzt wird – ein Brand kann sich daher nur sehr schwer entwickeln.
  2. Salzwasserbatterien arbeiten mit wasserbasierten, nicht brennbaren Elektrolyten und kommen ohne Lithium oder andere leicht entzündliche Materialien aus. Eine Entflammung der Batterie selbst ist dadurch technisch ausgeschlossen; bei einem externen Brand können allenfalls angeschlossene Kabel oder die periphere Elektronik betroffen sein. Ein weiterer Vorteil: Salzwasserbatterien können umweltverträglich hergestellt und entsorgt werden.

Lesen Sie mehr über unterschiedliche Arten von Speicherbatterien in diesem Ratgeber-Beitrag.


Fazit

Batteriespeicher für Photovoltaikanlagen gelten insgesamt als äußerst sicher. Selbst das statistische Brandrisiko aufgrund von Fehlern oder Unachtsamkeiten ist sehr gering. Brände entstehen in der Regel nicht ohne Ursache, sondern durch technische Defekte, fehlerhafte Installation oder unsachgemäßen Betrieb. Gehen Sie deshalb auf Nummer sicher: Wählen Sie ein hochwertiges zertifiziertes System, einen qualifizierten Montagebetrieb, einen geeigneten Aufstellort und lassen Sie regelmäßig die empfohlenen Wartungen durchführen.

Sie haben Fragen zu Photovoltaik, PV-Batteriespeichern und sicherer Installation? Unser Expertenteam berät Sie gerne.
 

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