Clever durch die kalte Jahreszeit
5 Dinge, die Sie vor der Heizsaison prüfen sollten
Nach dem Sommer ist vor der Heizsaison: Wer jetzt einen Blick auf seinen Strom- und Wärmeverbrauch wirft, erlebt später keine Überraschungen. Mit unseren Tipps nehmen Sie die wichtigsten Energieverbraucher in Ihrem Haushalt unter die Lupe und starten gut vorbereitet in die kommende Heizperiode.

Wie Sie jetzt Ihre Energieeffizienz optimieren können.
Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, steigt in unseren Haushalten der Energiebedarf. Mal ist es der Gas-/Wärmeverbrauch bei Gas-und Fernwärme-Heizungen, mal ist der Stromverbrauch bei Wärmepumpen und elektrischen Heizungen. Aber es ist nicht nur die jeweilige Heizung, die Energie verbraucht und damit Kosten verursacht. Wenn Sie nach mehr Energieeffizienz suchen, müssen weitere Einrichtungen und Geräte im Blick behalten und hinterfragt werden: Müsse Elektrogeräte wirklich dauerhaft im Betrieb sein, ist die Beleuchtung vielleicht ineffizient, gibt es unnötigen Stand-by-Verbrauch oder auch schlecht arbeitende Heizkörper? Fragen, die man sich das ganze Jahr über stellen könnte, die aber jetzt, vor der Heizsaison, besonders sinnvoll sind. Beginnen wir mit einem Blick auf Ihren aktuellen Stromverbrauch.
Check 1: Wo stehe ich aktuell beim Stromverbrauch?
Einblick in den tatsächlichen Stromverbrauch zu haben, ist die Voraussetzung für jede Optimierungsmaßnahme. Um Veränderungen festzustellen, benötigen Sie Zugriff auf Vergleichswerte. So können Sie den aktuellen Zählerstand in Beziehung setzen zum letzten Monat, dem letzten Halbjahr, dem Jahr davor.
Welche Vergleichswerte Sie zu Rate ziehen können, hängt davon ab, welche Art Stromzähler bei Ihnen verbaut ist: Intelligente Messsysteme (Smart Meter) ermöglichen besonders detaillierte Einblicke in Ihre Verbrauchsdaten. Auch moderne digitale Messeinrichtungen machen neben dem aktuellen Zählerstand historische Verbrauchswerte transparent. Bei einem analogen Zähler können Sie Ihren Verbrauch selbst dokumentieren, indem Sie den Zählerstand regelmäßig ablesen.
Hat sich Ihr Stromverbrauch verändert? Dann lohnt sich ein Blick auf mögliche Ursachen:
- Hat sich die Personenzahl im Haushalt verändert?
- Arbeiten Sie häufiger im Homeoffice?
- Sind neue Elektro-, Kühl- oder Gefriergeräte hinzugekommen?
- Laden Sie inzwischen ein E-Auto zu Hause?
Wer seinen Stromverbrauch regelmäßig prüft, kann Veränderungen frühzeitig erkennen und mögliche Ursachen besser nachvollziehen.
Check 2: Welche Geräte verbrauchen unnötig Strom?
In jedem Haushalt ist eine Vielzahl elektrischer Geräte aktiv. Manchmal sogar permanent. Was bedeutet, dass sie auch permanent Strom verbrauchen. Obwohl sie es vielleicht gar nicht müssten: Fernseher, Soundanlage, Spielekonsole, Drucker, Kaffeemaschine oder Ladegeräte. Ist ein dauerhafter Betrieb hier in jedem Fall sinnvoll oder notwendig? Und wie hoch ist eigentlich der jeweilige Stand-by-Verbrauch?
Um das festzustellen, sind Strommessgeräte eine gute Empfehlung. Eine Lösung sind Zwischenstecker-Messgeräte, die zwischen Steckdose und Elektrogeräte geschaltet werden und so den jeweiligen Verbrauch transparent machen. Eine weitere Möglichkeit ist ein Smart Meter, mit dem sich die Entwicklung des gesamten Stromverbrauchs detaillierter nachvollziehen lässt. Den installiert Ihr Messstellenbetreiber.
So können Sie Dauerverbraucher identifizieren und dann entscheiden, welche Geräte bei Nichtgebrauch vollständig ausgeschaltet werden können. Wie Stromsparen ganz einfach geht, verrät Ihnen diese Top-10-Liste.
Check 3: Kann ich meine Beleuchtung optimieren?
Ältere Leuchtmittel wie Glüh- oder Halogenlampen sind tatsächlich Stromfresser. Wenn die noch installiert und regelmäßig im Gebrauch sind, wäre die Umstellung auf wesentlich sparsamere LEDs zumindest zu prüfen. Effiziente Leuchtmittel machen sich gerade dann bezahlt, wenn künstliche Beleuchtung länger genutzt werden muss – wie in der Herbst- und Winterzeit.
Darüber hinaus ist es sinnvoll, Beleuchtung möglichst gezielt einzusetzen. Das bedeutet:
- Licht nur da einschalten, wo es tatsächlich benötigt wird
- das Tageslicht möglichst lange nutzen
- Dauerbeleuchtung generell vermeiden
- eher punktuelle Lichtquellen einsetzen als Vollbeleuchtung
Bewegungsmelder in Kellern, Fluren oder im Außenbereich einsetzen
Für mehr Energieeffizienz genügt es also in vielen Fällen, die Stromverbraucher besser im Blick zu haben.
Check 4: Sollte ich meine Heizkörper jetzt entlüften?
Gluckert ein Heizkörper beim Aufdrehen oder wird er nicht überall gleichmäßig warm, kann sich Luft darin befinden. In diesem Fall sollten Sie allerdings nicht nur den betreffenden Heizkörper entlüften, sondern systematisch vorgehen. Bei Luft im Heizkörper dauert das Aufheizen länger als nötig, der Heizkomfort sinkt und die Energieeffizienz Ihres Haushaltes leidet. Deshalb jetzt checken, ob eine Entlüftung notwendig ist, damit genügend Zeit dafür bleibt, bevor es ernst wird mit der kommenden Heizsaison. Was Sie darüber hinaus noch tun können, um Ihre Heizkosten zu senken, haben wir praxisnah hier aufgelistet.
Check 5: Macht es Sinn meine Abschlagszahlungen zu überprüfen?
Im Anschluss an Ihre Analyse des Stromverbrauchs, macht es tatsächlich Sinn, einen prüfenden Blick auf Ihre Abschlagszahlungen zu werfen. Dann haben Sie die Tendenz Ihres Stromverbrauchs direkt vor Augen und können diesen Trend auch mit der Entwicklung der Energiepreise in Beziehung setzen. Mit anderen Worten: Sie können einschätzen, ob Sie zu viel oder zu wenig vorauszahlen. Bei einem zu hohen Abschlag zahlen Sie monatlich mehr voraus als voraussichtlich notwendig. Ist der Abschlag dagegen zu niedrig angesetzt, kann bei der Jahresabrechnung eine höhere Nachzahlung entstehen. Beides ist nicht ideal. Deshalb empfehlen wir, auch hier eine Optimierung vorzunehmen.
Und damit keine Missverständnisse entstehen: „Unter-/Überzahlung“ stellt immer nur eine Momentaufnahme dar. Als Kunden zahlen Sie immer nur das, was Sie wirklich verbrauchen!
Fazit
Ein guter Zeitpunkt für einen Energie-Check in den eigenen vier Wänden ist jetzt, am Ende des Sommers und zu Beginn des Herbstes. Es geht darum, Veränderungen im Verbrauch zu erkennen, hohe Nachzahlungen zu vermeiden und die Energieeffizienz zu optimieren. So schaffen Sie eine gute Grundlage dafür, Ihren Energieverbrauch im Blick zu behalten und möglichst effizient in die Heizsaison zu starten.



