05. Dezember 2016 | MVV

Bank für Strom vom eigenen Dach zieht positive Bilanz

MVV Energie übergibt den Abschlussbericht des Projektes Strombank an Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller

Mit der Zahl neuer, dezentraler, meist erneuerbarer Stromerzeugungsanlagen wächst auch der Bedarf an innovativen Speichermöglichkeiten. Wenn der Strom von der eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach nicht selbst verbraucht wird, wird er in das örtliche Verteilnetz eingespeist - eine zunehmende Herausforderung für den örtlichen Netzbetreiber. Zudem kann mit effizienten Speicherlösungen der Eigenverbrauch und damit die Wirtschaftlichkeit verbessert werden. Das vom Land Baden-Württemberg geförderte Projekt "Strombank" unter Federführung des Mannheimer Energieunternehmens MVV Energie hat diese Zukunftsaufgabe in einem viel beachteten Pilotprojekt untersucht: ein dezentraler Quartierspeicher mit einem innovativen Betriebskonzept nach Vorbild einer Bank. Den Abschlussbericht der "Strombank" überreichte heute Ralf Klöpfer, Vorstandsmitglied von MVV Energie, dem baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller.

"Immer mehr Strom wird dezentral und nachhaltig erzeugt, sei es mit einem Blockheizkraftwerk oder mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem heimischen Dach", sagte Ralf Klöpfer. "Mit der Strombank haben wir gezeigt, wie mit existierender Technik und einem intelligenten Betriebskonzept die Verteilnetze entlastet und der Strom sinnvoll vor Ort genutzt werden kann. Diese Erkenntnisse sind ein wichtiger Schritt bei der Weiterentwicklung unseres Energiesystems." Er dankte dem Land Baden-Württemberg für die Unterstützung aus dem BW-Plus-Programm. "Diese gezielte Förderung von zukunftsorientierten Lösungen ist ein wichtiger Baustein, um das Land als Ursprung innovativer Ideen voranzubringen", so Klöpfer.

Minister Untersteller zeigte sich überzeugt: "Wir brauchen neue Betreibermodelle, um den Anteil dezentral erzeugter und lokal genutzter Energie deutlich zu steigern und so die Energiewende entscheidend zu unterstützen. Die Strombank ist ein solches Modell. Mit ihrem innovativen und gut verständlichen Ansatz leistet sie einen großen Beitrag auf dem Weg in das neue Energiesystem."

Das innovative Strombank-Projekt fand von Ende 2014 bis zum Frühjahr 2016 im südlichen Mannheimer Stadtteil Rheinau statt. Es wurde getragen von einem Konsortium aus MVV Energie, dem Mannheimer Netzbetreiber Netrion, dem Batteriehersteller ads-tec (Nürtingen) und der Universität Stuttgart. Teilnehmer waren insgesamt 18 private Haushalte und Gewerbebetriebe mit einer dezentralen Stromerzeugung, die ihren Strom auch selbst nutzen. Die Strombank arbeitete als Bindeglied zwischen Erzeugung und Verbrauch, indem die Erzeuger Strom, den sie aktuell nicht selbst brauchten, auf einem Konto eingezahlt und bei Bedarf wieder abgehoben haben. Auf diese Weise konnte der Anteil des selbstgenutzten Stroms bei den Teilnehmern verdoppelt werden. Darüber hinaus demonstrierte das Projekt die Vermarktbarkeit des gespeicherten Stroms und zeigte eine erhebliche Entlastung des Verteilnetzes durch eine gesunkene Einspeisung, speziell während der Mittagsspitze der PV-Anlagen.

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