02. August 2011 | Energieversorgung Offenbach AG

Beispiel für die dezentrale Energieversorgung der Zukunft

Justizminister Hahn besucht Pelletwerk der EVO / Moderne Anlage produziert 65.000 Tonnen Pellets im Jahr

Im Rahmen seiner Sommertour hat Hessens stellvertretender Ministerpräsident und Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) am heutigen Montagnachmittag das Pelletwerk der Energieversorgung Offenbach AG (EVO) besucht. Die im Mai offiziell in Betrieb genommene Anlage auf dem Allessa-Gelände verarbeitet sogenannte Resthölzer zu 65.000 Tonnen Pellets im Jahr. Bei Bedarf kann die Kapazität verdoppelt werden. Damit zählt das Werk zu einer der größten Pelletproduktionsanlagen in Deutschland.

Wie EVO-Technikvorstand Dr. Kurt Hunsänger erläuterte, ist das neue Pelletwerk das Herzstück im Gesamtkonzept der EVO, Energie aus der Region für die Region zu erzeugen. Die Rohstoffe für das Pelletwerk stammen aus der näheren Umgebung und aus einem eigens angepflanzten Energiewald in Laubach bei Gießen. Eingesetzt werden die erzeugten Pellets unter anderem im Offenbacher Heizkraftwerk, wo sie zirka 25 Prozent der benötigten Steinkohle ersetzen, sowie in regionalen Nahwärmenetzen. "Damit verwirklichen wir eine lokale, dezentrale Energieversorgung der kurzen Wege und machen uns zugleich unabhängiger von den fossilen Brennstoffen und sparen für den Klimaschutz bis zu 100.000 Tonnen CO2," betonte Dr. Hunsänger.

Der Einsatz von Biomasse ist aber nur ein Baustein, mit dem die EVO den Ausbau der regenerativen Energieerzeugung vorantreibt: Im Landkreis Waldeck-Frankenberg hat die EVO zusammen mit der juwi-Gruppe Anfang des Jahres ihre ersten beiden Windkrafträder in Betrieb genommen. Die beiden Anlagen produzieren im Jahr rund neun Millionen Kilowattstunden - das ist genug Strom, um den Bedarf von zirka 2.600 Haushalten zu decken. Ein weiterer, großer Windkraftpark ist in Vorbereitung. Zudem setzt die EVO konsequent auf den Ausbau der umweltfreundlichen Fernwärme.

Nach Angaben von Dr. Hunsänger ist es das mittelfristige Ziel des Unternehmens, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2015 auf über 50 Prozent zu steigern. Zugleich solle damit der Anteil der eigenen Energieerzeugung mehr als verdoppelt werden. Voraussichtlich in fünf Jahren könne die Energieversorgung Offenbach AG alle ihre Privat- und Geschäftskunden mit Energie ausschließlich aus eigener Erzeugung versorgen.

Justizminister Jörg-Uwe Hahn zeigte sich beeindruckt von der modernen Pelletproduktion und dem Engagement der EVO beim Ausbau der regenerativen Energieerzeugung. Hahn: "Die EVO ist ein hervorragende Beispiel wie die Ziele der Landesregierung beim Ausbau der Erneuerbaren Energien erreicht werden können." Seiner Meinung nach müsse die Energieversorgung so dezentral wie möglich und so zentral wie nötig aufgebaut werden.

Das Holzpelletwerk und die Wertschöpfungskette der EVO

Pro Jahr sollen in dem Pelletwerk rund 65.000 Tonnen Pellets produziert werden. Das besondere der Anlage: Mit ihr kann die EVO je nach Bedarf DINplus-Pellets und Industriepellets produzieren. Zudem hat die EVO in unmittelbarer Nachbarschaft ein Biomasse-HKW mit einer thermischen Leistung von vier Megawatt gebaut. In der Anlage werden Strom und Wärme aus mehr als 12.000 Tonnen Holzhackschnitzeln pro Jahr erzeugt. Während der Strom ins lokale Netz der EVO eingespeist wird, werden mit der Wärme die Holzpellets getrocknet. Rund um das Thema Holzpellets hat die EVO eine konsequent regionale Wertschöpfungskette aufgebaut: Im Kreis Gießen hat das Unternehmen einen eigenen Energiewald angepflanzt, der Mitte März dieses Jahres zum ersten Mal geerntet werden konnte. Dieses Holz wird zur Produktion von Pellets genutzt; die Anbaufläche soll deutlich ausgeweitet werden.

Darüber hinaus hat der Versorger Verträge mit zahlreichen Kommunen und Landkreisen in der Region geschlossen. Auf diesem Weg werden Resthölzer und sogenanntes Landschaftspflegematerial beschafft, die die EVO anschließend bearbeitet und veredelt. Das dadurch entstandene Material wird für die Produktion von Pellets verwendet. Kurzum: Die EVO erzeugt aus Abfällen einen Rohstoff, der ausschließlich regional genutzt wird ¿ unter anderem in mittlerweile 18 Nahwärmenetzen, die auf Basis von Holzpellets arbeiten. Zudem soll mit den Pellets zirka 25 Prozent der Steinkohle im Heizkraftwerk (HKW) der EVO ersetzt werden, wodurch bis zu 100.000 Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden können. Mehr als 20 Menschen haben durch das neue Werk und den Aufbau der regionalen Wertschöpfungskette eine Arbeit gefunden.

Die EVO auf einem Blick

1980 wurde die EVO als Aktiengesellschaft gegründet aus den seit 1847 bestehenden Stadtwerken Offenbach. Mehrheitseigner ist heute die Mannheimer MVV Energie AG, die über 50,1 Prozent der stimmberechtigten Aktien verfügt. Die Stadt Offenbach hält über die Stadtwerke Offenbach Holding GmbH 49,9 Prozent. Rund 170.000 Haushalte in der Region Offenbach beliefert das Unternehmen mit Strom und Erdgas, Fernwärme und Wasser.

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