28. September 2020 | MVV

EnBW und MVV wollen Möglichkeiten der Geothermie gemeinsam untersuchen

Landesbergamt Freiburg entscheidet sich für Antrag der beiden baden-württembergischen Energieunternehmen im Großraum Schwetzingen – Konzentration auf die Wärmenutzung

Karlsruhe/Mannheim. Der Oberrheingraben ist in Deutschland ein Gebiet mit einem besonders attraktiven Vorkommen an natürlicher Erdwärme. Nachdem die Lizenz für das sogenannte Feld „Hardt“ im Raum Schwetzingen zur Neuvergabe frei wurde, vergibt das zuständige Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB), nun diese Konzession neu. Das Aufsuchungsgebiet rund um Schwetzingen umfasst eine Fläche von knapp 270 Quadratkilometern und reicht rechtsrheinisch vom Mannheimer Süden bis Reilingen.

Wie die Behörde Anfang August 2020 mitgeteilt hat, hat es sich dabei für den gemeinsamen Antrag der baden-württembergischen Energieunternehmen EnBW Energie Baden-Württemberg AG und MVV Energie AG. Nachdem nun die Klagefrist rechtswirksam abgelaufen ist, startet das LGRB jetzt das Verfahren zur Erteilung der bergrechtlichen
Erlaubnis „Hardt“ mit der Beteiligung der Fachbehörden und Kommunen als Träger öffentlicher Belange. Mit einer endgültigen Entscheidung sei laut Behörde frühestens zum Jahresende zu rechnen.

„Geothermie kann einen wesentlichen Beitrag bei dem für den Klimaschutz unverzichtbaren Ausbau der erneuerbaren Energie und insbesondere bei der nachhaltigen und klimafreundlichen Wärmeversorgung der Zukunft leisten. Unsere beiden Unternehmen wollen nun gemeinsam das vorhandene Potenzial in der Region verantwortungsvoll prüfen“, betont MVV-Technikvorstand Dr. Hansjörg Roll. „Voraussetzung ist für uns dabei der gemeinsame Wille und das gemeinsame Ziel mit den beteiligten Kommunen.“

„Das regional vorhandene Potenzial an Erdwärme kann als erneuerbare und CO2-freie Wärmequelle einen signifikanten Beitrag zur Dekarbonisierung der Fernwärme und damit zur Erreichung der Klimaziele leisten. So könnte die Wärme in das durch das Erlaubnisfeld führende Fernwärmenetz eingespeist und so für die Region und ihre Bewohner direkt nutzbar gemacht werden“, sagt Dr. Georgios Stamatelopoulos, Leiter Betrieb Erzeugung bei der EnBW.

Frühzeitiger und transparenter Dialog mit allen Beteiligten und der Öffentlichkeit Dabei stehen Transparenz, Bürgerbeteiligung und Akzeptanz im Vordergrund. „Wir wollen eine Lösung aus der Region für die Region mit kommunaler Verankerung erarbeiten.
Voraussetzung ist für uns dabei ein gemeinsamer Wille und ein gemeinsames Ziel mit den beteiligten Kommunen“, ergänzen beide Unternehmensvertreter. „Der Weg dahin ist eine frühzeitige, offene und dialogorientierte Kommunikation und Einbindung der Öffentlichkeit.“ 28. September 2020

„Nach der rechtskräftigen Erteilung der Aufsuchungserlaubnis voraussichtlich Ende 2020 stehen dann im nächsten Schritt geologische und hydrogeologische Voruntersuchungen über das gesamte Aufsuchungsgebiet sowie Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen an“, so EnBW-Projektleiter Stefan Ertle. „Erst danach würden die Genehmigungsanträge für die notwendigen Bohrungen und die Geothermie-Nutzung und sowie die Einbindung in das bestehende Fernwärmenetz für die am besten geeigneten Standorte gestellt werden“, ergänzt MVV-Projektleiter Matthias Wolf.
Auf eine breite Information der beteiligten Kommunen, Bürgerinnen und Bürger sowie Träger öffentlicher Belange vor und während der Genehmigungsverfahren legen MVV und EnBW besonders großen Wert. Erst nach Vorlage der Aufsuchungserlaubnis der Behörde und aufbauend auf den Ergebnissen der Voruntersuchungen könne es zu Investitionsentscheidungen kommen. Für das im Erlaubnisfeld Hardt befindliche Bohrloch in Brühl hat das zunächst keine Auswirkungen, da die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen hier wie an allen anderen möglichen Standorten noch nicht geklärt sind.

Geothermie kann Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung leisten Die Energiewende in Deutschland schreitet voran und mit ihr der Wandel des gesamten Energiesystems. Zukünftig muss in weiteren Sektoren eine deutliche Reduzierung des CO2- Ausstoßes erfolgen, um die Klimaziele zu erreichen. Geothermie ist dabei eine nachhaltige Quelle, um einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung zu erreichen. Die baden-württembergische Landesregierung unterstützt die Geothermie als wichtigen Eckpfeiler für die Energiewende und für eine nachhaltige und klimafreundliche Wärmerzeugung. Nach den Worten von Umweltminister Franz Untersteller ist der Ausbau der Geothermie für die Erreichung der baden- württembergischen Klimaschutzziele fundamental wichtig. Der Fokus sei insbesondere darauf gerichtet, die Öffentlichkeit über
Chancen und Risiken der Geothermie zu informieren und möglichen Vorbehalten der Bevölkerung fachlich fundiert zu begegnen. Darüber hinaus gehe es darum, die technischen und wirtschaftlichen Potenziale für nachhaltige Projekte zu untersuchen, Erschließungskonzepte zu entwickeln und Netzwerke für die Umsetzung von Projektideen zu knüpfen. Weitere Informationen zum Projekt sind im Internet auf der Projekt‐Website www.geothermie‐hardt.de veröffentlicht.

 

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