27. Mai 2021 | MVV

Innovative Funk- und Sensortechnik von MVV und Stadt zeigt aktuelle Verfügbarkeit von Mannheimer E-Ladepunkten an

Zusammenarbeit mit der Stadt Mannheim – IoT-Sensoren an 120 Elektro-Ladepunkten im Großraum Mannheim

Verfügbarkeitsanzeige in kostenloser App „MVV eMotion“ – Digitale Datenübertragung per Funknetzwerk LoRaWAN

Belegt oder frei? Das wussten Fahrer von Elektrofahrzeugen bislang nicht, wenn sie eine Ladesäule angesteuert haben. Das Mannheimer Energieunternehmen MVV macht daher nun gemeinsam mit der Stadt Mannheim das Laden von Elektrofahrzeugen in der Quadratestadt noch komfortabler. Dafür hat MVV bislang 120 von insgesamt 130 öffentlichen Ladepunkten im Stadtgebiet und der Region mit modernen IoT-Sensoren ausgerüstet. Mit ihrer Hilfe ermöglicht die kostenlose App „MVV eMotion“ nicht nur einen direkten Zugang zu den Ladesäulen von MVV und zu allen Standortpartnern, die über Roaming-Netzwerke angebunden sind. Die Anwendung, die in den App-Stores von Apple und Google Play verfügbar ist, zeigt ab sofort auch den Belegungsstatus der Mannheimer Ladepunkte samt dazugehöriger Parkplätze an. Außerdem bietet sie einen Überblick über Tarife und Kosten und navigiert auf Wunsch zu einem ausgewählten Ladepunkt. Dort können Ladevorgänge bequem mit der „MVV eMotion“-App vorgenommen werden, sobald das Fahrzeug per Ladekabel mit der Ladestation verbunden ist.

Möglich wird die neue, praktische Verfügbarkeitsanzeige durch die drahtlose Funktechnologie „Long Range Wide Area Network“, kurz LoRaWAN. Diese übermittelt von Sensoren erfasste Informationen über eine große Reichweite bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch. Über das gesicherte Funknetzwerk werden die Daten zum Belegungsstatus der Ladepunkte von den Sensoren an eine Serverumgebung gesendet. Dort werden die Daten ausgewertet und in der „MVV eMotion App“ dann alle freien Ladepunkte in Echtzeit angezeigt.

„Der Ausbau der digitalen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ist eine wichtige Leitplanke der Metropolregion Rhein-Neckar auf ihrem Weg zur Verkehrswende“, betont Ralf Klöpfer, Vertriebsvorstand von MVV, und ergänzt: „Aktuell verfügen 120 unserer Ladepunkte in Mannheim und der Region über IoT-Sensoren. Gemeinsam mit der Stadt Mannheim wollen wir im Zuge des Mannheimer Ladeinfrastrukturprogramms ‚MaLIS‘ bis Anfang 2022 mehr als 200 Ladepunkte an unser LoRaWAN-Netzwerk einbinden.“

„Die Ausstattung der Ladesäulen-Parkplätze mit IoT-Sensoren erfolgte im Rahmen der Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zur ‚Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme‘ und ist damit Teil des Sofortprogramms ‚Saubere Luft 2017–2020‘“, erläutert Sven B. Riffel, Projektleiter bei der Abteilung Strategische Digitalisierung des Fachbereichs Informationstechnologie von der Stadt Mannheim. Mit dem Programm unterstützt die Bundesregierung Kommunen dabei, die Mobilität nachhaltiger und emissionsärmer zu gestalten. Die Stadt Mannheim hat das Parksensoren-Netzwerk im Zuge des Projekts „Digitales, integriertes, intelligentes und zukunftsfähiges Parkleitmanagementsystem“ (PLMS) aufgebaut. Der Bund stellt für die Überwachung der nach Abschluss des Projektes rund 200 Ladepunkte in Mannheim eine Fördersumme in Höhe von rund 70.000 Euro bereit. Die Stadt Mannheim beteiligt sich ebenfalls mit 70.000 Euro an dem Projekt.

Erweiterung der Ladeinfrastruktur in Mannheim und der Region
Seit 2017 baut MVV die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Mannheim im Rahmen der Projekte MaLIS („Mannheimer Ladeinfrastruktur“) 1 bis 3 kontinuierlich aus.

Die ersten beiden MaLIS- Projekte sind bereits abgeschlossen und mit ihnen insgesamt 130 Ladepunkte in Betrieb gegangen: 126 Normalladepunkte sowie vier Schnellladepunkte, davon zwei Ladepunkte sogenannte High Power Charger mit einer Leistung von bis zu 300 Kilowatt. Am Ende der dritten Ausbaustufe wird es in Mannheim und der Region rund 200 MaLIS-Ladepunkte geben.

Beim Laden über die App kostet der Ladevorgang an den Schnellladepunkten mit bis zu 300 Kilowatt 45 Cent pro Kilowattstunde, hinzu kommen die gegebenenfalls vor Ort anfallenden Parkgebühren. Für das Laden an Normalladepunkten mit bis zu 22 Kilowatt fallen Kosten von 39 Cent pro Kilowattstunde an. Auch ein Direktladen per QR-Code auf der Ladesäule oder via Internetlink ist möglich, ebenso wie die Nutzung über ein Roaming-Netzwerk; die Kosten dafür hängen vom jeweiligen Roaming-Anbieter ab.

Alle MaLIS-Ladesäulen sind in das regionale e-Mobilitätsnetzwerk TENK integriert, das MVV Mitte September 2020 gemeinsam mit TWL und Stadtwerke Heidelberg in Abstimmung mit den Städten Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg ins Leben gerufen hat. Fahrerinnen und Fahrer von Elektrofahrzeugen in diesen Städten, die über eines der drei Energieunternehmen einen Ladestromtarif beziehen, können an den TENK-Ladepunkten ihre Elektrofahrzeuge laden, ohne sich mit unterschiedlichen Zugangs- und Bezahlsystemen beschäftigen zu müssen.

Ausbau des LoRaWAN-Funknetzwerkes für neue Smart-Cities-Projekte
MVV nutzt für das Park- und Ladesäulenmanagement ihr bereits vorhandenes LoRaWAN-Netz in Mannheim. Dafür hat das Energieunternehmen Antennensysteme, sogenannte Gateways, auf zahlreichen Gebäuden im Stadtgebiet installiert, unter anderem auf dem MVV-Hochhaus am Luisenring. Die Antennen können Daten von Sensoren empfangen, die sich in einer Entfernung von bis zu zehn Kilometern befinden. Diese Daten werden über einen Server an die IoT-Plattform von MVV übermittelt, zusammengeführt und analysiert.

Die Technologie kann somit nicht nur für innovative Lösungen gemeinsam mit der Stadt Mannheim genutzt werden, sondern auch für weitere Projekte. Die Angebotspalette des MVV-Geschäftsbereichs Smart Cities für kommunale Partner und Unternehmen reicht dabei von Lösungen für das Management einer smarten Stadt über intelligent gesteuerte Energienetze, Mobilitätskonzepte und eine vernetzte Infrastruktur bis hin zu Anwendungen zur Verbesserung von Lebensqualität und Lebensumfeld in der Stadt. Das Ziel: Ressourcen wie Wasser und Energie sollen nachhaltiger eingesetzt, die Umwelt geschont, die Mobilität verbessert werden. Davon profitieren Städte, Bürger und die örtliche Wirtschaft gleichermaßen.

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