09. März 2020 | Stadtwerke Kiel

100 Tage zuverlässige und ökologische Energie für Kiel

Seit dem 28. November 2019 betreiben die Stadtwerke Kiel ihr Küstenkraftwerk. 100 Tage später ziehen die Verantwortlichen eine erste Bilanz.

Das modernste Gasmotorenheizkraftwerk Europas bestätigt sich als Fundament einer zuverlässigen und ökologischen Wärme- und Stromversorgung für Kiel und die ganze Region.

„Wir standen vor der Herausforderung, nach Stilllegung des Kohlekraftwerks, die Fernwärmeversorgung für rund 73.500 Haushalte in Kiel sicherzustellen. Dabei ging es uns nicht nur darum, die Energie zuverlässig bereitzustellen, sondern auch darum, Wärme und Strom so umweltfreundlich wie möglich zu produzieren. Nach 100 Tagen können wir selbstbewusst sagen, dass wir den entscheidenden Schritt in die Zukunft der Kieler Energieversorgung erfolgreich vollzogen haben“, freut sich Frank Meier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Kiel AG.

Mit dem Küstenkraftwerk verringern die Stadtwerke Kiel den Kohlendioxidausstoß um rund 70 Prozent gegenüber dem im März 2019 stillgelegten Kohlekraftwerk. Mit seinem hohen Wirkungsgrad, den flexibel und schnell zu- und abschaltbaren 20 Gasmotoren ist das Küstenkraftwerk auf die aktuellen Anforderungen der Energiewende optimal ausgerichtet.

„Das damalige Kohlekraftwerk emittierte pro Jahr durchschnittlich 1.400.000 Tonnen CO2. Die ersten 100 Tage Betrieb des Küstenkraftwerks bestätigen uns, dass wir unser Ziel erreichen werden, den Ausstoß um rund 70 Prozent zu reduzieren“, rechnet Dr. Jörg Teupen, Vorstand Technik und Personal der Stadtwerke Kiel AG, vor.

Besonders begeistert zeigen sich die beiden Vorstände von der Verfügbarkeit ihres Küstenkraftwerks. Diese liegt seit Inbetriebnahme bei über 90 Prozent. Die ergänzenden Elemente Elektrodenkessel und der 60 Meter hohe Wärmespeicher komplettieren das Erzeugungskonzept. Die Anlagen ermöglichen es den Stadtwerken Kiel, äußerst flexibel auf verschiedene Szenarien am Energiemarkt zu reagieren und gewährleisten die sichere und zuverlässige Fernwärmeversorgung in Kiel.

„Den Wärmespeicher nutzen wir täglich. Im Wesentlichen wird er tagsüber be- und nachts entladen, so dass die Fahrweise der Motoren optimal an den Preisimpulsen der Strombörse ausgerichtet werden kann. In den vergangenen 100 Tagen haben wir im Speicher circa 42.000 Megawattstunden Wärme ein- und ausgelagert. Umgerechnet könnten wir damit die Kieler Haushalte fast neun Tage lang warm halten“, nennt Teupen ein Beispiel der Flexibilität des Erzeugungskonzepts des Küstenkraftwerks.

Möglich macht dieses die Kraft-Wärme-Kopplung, mit der in einem Erzeugungsvorgang stets Strom und Wärme produziert wird. In Zeiten, in denen Strom an der Börse profitabel verkauft werden kann, jedoch kein Bedarf im Fernwärmenetz besteht, wird die parallel erzeugte Wärme im Speicher zwischengelagert. Darüber hinaus sichert der Speicher den gewünschten Einsatz des Elektrodenkessels. Überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien kann so jederzeit aus dem Netz abgenommen werden, da die erzeugte Wärme unmittelbar in den Wärmespeicher gepumpt und diese dann zeitversetzt genutzt werden kann.

“Mit dem Kraftwerk sind wir in der Lage, die fluktuierende Leistung der Erneuerbaren auszugleichen und die Versorgungssicherheit unserer Kunden durch das Kraftwerk jederzeit sicherzustellen“, so Teupen zu den Vorzügen dieses Kraftwerks im Zusammenspiel mit den regenerativen Energien, beispielsweise aus Sonne und Wind.

Fazit: Das Erzeugungskonzept funktioniert.

„Wir freuen uns, in Zukunft auch der Öffentlichkeit das Küstenkraftwerk vorzustellen. Mit den Kraftwerksbesichtigungen geben wir Einblicke in die faszinierende und europaweit einzigartige Technologie und informieren über Daten, Fakten und Hintergründe. Darüber hinaus planen wir für den Herbst einen Tag der offenen Kraftwerkstür“, gibt Meier abschließend einen Ausblick.

Für eine Besichtigung des Küstenkraftwerks senden Interessierte eine E-Mail an presse@remove-this.stadtwerke-kiel.de.

Kontakt

Roland Kress
Leiter Kommunikation und Marke

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