28. Juni 2011 | MVV

MVV Energie will in Windkraft in Baden-Württemberg investieren

Mannheimer Energieunternehmen baut erneuerbare Energien aus - Investitionsanreize für Windanlagen an Land durch qualifiziertes Stauchungsmodell

MVV Energie will in den kommenden Jahren in den Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg investieren. Das betonte der Vorstandsvorsitzende des Mannheimer Energieunternehmens, Dr. Georg Müller, am Dienstag auf dem 3. Windbranchentag Baden-Württemberg in Stuttgart. Das Ziel der neuen grün-roten Landesregierung, bis 2020 den Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung im Land auf mindestens zehn Prozent zu erhöhen, bezeichnete Dr. Müller dabei als "ehrgeizig, aber machbar".

Gleichzeitig sprach er sich für eine intelligente Reform der Förderung von Windkraftanlagen an Land aus. Derzeit erhalten weniger ertragreiche Windkraftstandorte eine verlängerte Anfangsvergütung, die finanzielle Unterstützung ist jedoch auf 20 Jahre begrenzt. Wegen dieser zeitlichen Begrenzung könne, so der MVV-Chef, die volle Förderung oft nicht ausgeschöpft werden. Er schlage daher vor, das bisher aufgrund der Förderdauerbegrenzung nicht berücksichtigte Fördervolumen durch ein qualifiziertes Stauchungsmodell in die Anfangsvergütung einzubeziehen: "Damit können zielgerichtet zu geringen Kosten diejenigen Marktpotenziale erschlossen werden, welche für eine beschleunigte Energiewende notwendig sind." Auch das vom Bundesrat eingebrachte modifizierte Referenzertragsmodell greift den Gedanken der gezielten Förderung weniger windhöffiger Standorte auf und wird deshalb von MVV Energie unterstützt.

Die Gesetzentwürfe der Bundesregierung, die dagegen zu einer Absenkung der Förderung von Windkraftanlagen an Land führen, hält MVV Energie für nicht angemessen: "Eine Verschlechterung der Förderung an Land bei gleichzeitiger Besserstellung von Windparks auf hoher See gibt ein falsches Signal", betonte der Vorstandsvorsitzende der MVV Energie. "Die Vorteile von Onshore-Windparks müssen für eine schnelle Umsetzung der Energiewende genutzt werden."

Dr. Müller: "Windkraft an Land ist eine erprobte und wirtschaftliche Technologie. Der Strom wird dezentral dort produziert, wo er verbraucht wird." Mit Wind onshore könne die erneuerbare Stromerzeugung damit stärker an die Lastzentren gelegt und der Bedarf des Nord-Süd-Netzausbaus verringert werden. Dr. Müller begrüßte daher die Ankündigung der Landesregierung, die erforderlichen Landesvorgaben für den Ausbau der heimischen Windkraft neu auszurichten und damit die landeseigene Windstrategie zeitnah umzusetzen. Dazu forderte er landeseinheitliche Planungskriterien und eine Vorreiterrolle des Landes durch die Bereitstellung landeseigener Grundstücke. Um Kommunen und Regionalverbänden mehr Gestaltungsspielräume zu lassen, sollte die abschließende Ausweisung von Vorranggebieten in der Regionalplanung gestrichen werden. Damit könne der Gestaltungsspielraum der Kommunen und Regionalverbände bei der Ausweisung neuer Flächen zur Windenergienutzung erweitert werden, wenn diese in der Regionalplanung noch nicht ausgewiesen sind.

Gerade in Süddeutschland bestehe aufgrund der bisher restriktiven Rahmenbedingungen ein erheblicher Nachholbedarf. Dass geeignete Standorte auch in Baden-Württemberg vorhanden sind, belegen nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden der MVV Energie sowohl der noch von der früheren Stuttgarter Landesregierung vorgelegte Windatlas Baden-Württemberg als auch mehrere wissenschaftliche Studien.

Dr. Müller geht davon aus, "dass sich erneuerbare Energien und Energieeffizienz in den nächsten Jahren schrittweise zu den Leitsystemen einer nachhaltigen Energieversorgung entwickeln werden". MVV Energie sei bereits auf diesem Weg in eine neue Energiezukunft und habe frühzeitig die strategischen Weichen zum Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplung in Verbindung mit Fernwärme gestellt. Dr. Müller: "Mit unserem Wachstumsprogramm wollen wir bis 2020 rund 1,5 Milliarden Euro in diese Energiewende investieren und so sukzessive den Anteil der erneuerbaren Energien an unserem Erzeugungsportfolio erhöhen."

Dabei möchte MVV Energie mit interessierten regionalen Partnern in Süddeutschland zusammenarbeiten. Dr. Müller: "Wir bieten umfassende nachhaltige und wirtschaftlich stabile Projektlösungen und eine hohe Umsetzungskompetenz, die wir in Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden, die neu in Windenergie einsteigen oder ihr bisheriges Engagement ausbauen möchten, sowie mit staatlichen und privaten Flächeneigentümern und regionalen Stadtwerken zur Steigerung des Anteils an erneuerbaren Energien nutzen können."

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