21. März 2018 | MVV

MVV macht Fernwärme erneuerbarer

Anbindung des Heizkraftwerks auf der Friesenheimer Insel an das Fernwärmenetz – Mannheimer Energieunternehmen investiert in den kommenden Jahren rund 100 Millionen Euro in seinen Energiestandort – Spatenstich für neuen Düker unter dem Altrhein.

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV wird in den kommenden Jahren insgesamt rund 100 Millionen Euro in seinen Kraftwerksstandort Friesenheimer Insel im Norden der Stadt investieren. Herzstück der Investitionen ist dabei die Anbindung des MVV-Heizkraftwerks an das bestehende Fernwärmenetz, über das MVV neben der Quadratestadt auch die Nachbarstädte Heidelberg, Schwetzingen und Speyer mit der umweltfreundlichen Fernwärme versorgt. „Wir nutzen damit künftig Wärme aus der thermischen Abfallverwertung nicht nur für die Dampfversorgung der benachbarten Industrie, sondern auch für die Fernwärmeversorgung in Mannheim und in der Region“, betonte MVV-Vorstandsvorsitzender Dr. Georg Müller am Mittwoch in Mannheim beim Spatenstich für den Bau der knapp drei Kilometer langen neuen Fernwärmeleitung. „Wir setzen dabei konsequent auf Nachhaltigkeit und verbinden die Energiegewinnung mit der sicheren und umweltfreundlichen Verwertung von Abfällen.“

Nach den Worten des Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz bildet das Projekt, das bereits in der Heizperiode 2019/20 in Betrieb genommen werden soll, einen Meilenstein in der erfolgreichen Geschichte der Mannheimer Fernwärme: „Der Energiestandort im Mannheimer Norden wird damit zu einem wertvollen Baustein der Energiewende und einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft für die Stadt und die Metropolregion Rhein-Neckar.“ Mannheim beweise sich dadurch einmal mehr als Vorreiter einer zukunftsfähigen Energie- und Klimapolitik. „Die Fernwärmeanbindung ist eine nachhaltige Investition in die Zukunft.“

Fernwärme wird erneuerbarer

Die Anbindung des Kraftwerksstandorts an Mannheimer Fernwärmenetz sorgt gleichzeitig für eine zukunftsorientierte Verbesserung der Klimabilanz der heute schon umweltfreundlichen Fernwärme. „Wir ergänzen die hoch effiziente Erzeugung der Fernwärme in Kraft-Wärme-Kopplung mit Wärme aus Abfall. Wir machen damit unsere Fernwärme in Mannheim und der Region erneuerbarer“, unterstrich MVV-Chef Müller.

Deutlich erkennbar wird dies nach Angaben von Dr. Joachim Manns, Geschäftsführer der MVV-Tochtergesellschaft MVV Umwelt, die für den Betrieb der MVV-Energieanlagen auf der Friesenheimer Insel verantwortlich ist, am sogenannten Primärenergiefaktor (PEF) der Fernwärme: „Dieser sinkt von heute 0,65 um rund ein Drittel auf dann nur noch 0,42“, so Dr. Manns. Damit können die Eigentümer privater und öffentlicher Gebäude, die mit Fernwärme beheizt werden, die gesetzlichen Anforderungen des Klimaschutzes leichter erfüllen. Ohne zusätzliche Dämmmaßnahmen im Neubau oder der Sanierung erreicht die Fernwärme mit dem künftigen PEF die Vorgaben nach KfW 55, die spezifischen CO2-Emissionen verringern sich um knapp 20 Prozent. Dr. Manns: „In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus können damit Kosten für Dämmung und Wärmerückgewinnung in einer Größenordnung von bis zu 20.000 Euro eingespart werden.“

Zudem gibt die Einspeisung im Norden der Stadt zusätzliche Sicherheit für die Versorgung mit Fernwärme im gesamten Netzgebiet. Allein in Mannheim sind derzeit mehr als 60 Prozent aller Gebäude an die umweltfreundliche Fernwärme angeschlossen. Mit der Fernwärme-Anbindung steigt auch die Energieeffizienz des Heizkraftwerks der MVV Umwelt weiter. „Wir setzen damit auch einen neuen Standard in Sachen Ressourceneffizienz“, erklärte Dr. Manns. Bereits im vergangenen Jahr war MVV Umwelt in die Liste der 100 ressourceneffizientesten Unternehmen in Baden-Württemberg aufgenommen worden.

Neuer Düker unter dem Altrhein

Teil der neuen Fernwärmeleitung, die das Heizkraftwerk mit dem Einspeisepunkt des bestehenden Fernwärmenetzes am Mercedes-Benz-Parkplatz Süd verbindet, wird auch ein neuer Düker unterhalb des Altrheins. Auf einer Länge von rund 400 Meter unterquert dieser Stahlbeton-Tunnel mit einem Querschnitt von 3,4 Metern in einer Tiefe von bis zu 27 Metern den Fluss. Neben den Vorlauf- und Rücklaufleitungen für die Fernwärme wird in ihm auch eine neue Dampf- und Kondensatleitung installiert, um zugleich das benachbarte Mannheimer Werk des Roche-Konzerns mit umweltfreundlichem Prozessdampf versorgen zu können.

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