08. Oktober 2014 | MVV

Offizielle Inbetriebnahme eines neuen Mitteldruck-Dampfversorgungssystems

Ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung des Energiekonzeptes der InfraLeuna

Heute nehmen Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Franzjosef Schafhausen, Abteilungsleiter Klimaschutzpolitik; Europa und Internationales des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Dr. Georg Müller, Vorstandsvorsitzender des Mannheimer Energieunternehmens MVV Energie AG, und Dr. Christof Günther, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH, ein neues Mitteldruck-Dampfversorgungssystem für den Chemiestandort Leuna offiziell in Betrieb.

Da die Energiekosten wesentlich die Kosten der Chemieproduktion bestimmen, hat die InfraLeuna 2013 das Energiekonzept "ProEnergie 2014+" für den Chemiestandort Leuna erarbeitet und mit der Umsetzung begonnen. Der Startpunkt war die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen der InfraLeuna GmbH und der Mannheimer MVV Umwelt GmbH, einer Tochtergesellschaft der MVV Energie, zur Erschließung zusätzlicher, kosteneffizienter Dampfquellen für den Chemiestandort Leuna im November 2013.

"Durch die Inbetriebnahme des neuen Mitteldruck-Dampfversorgungssystems wird ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung des Energiekonzeptes erreicht und die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität des Chemiestandortes Leuna substanziell verbessert.", so Dr. Christof Günther.

"Die Nutzung der Wärme aus der thermischen Abfallverwertung unseres Kraftwerks TREA Leuna ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll und zukunftsweisend", unterstrich auch Dr. Georg Müller die damit verbundene nachhaltige Steigerung der Energieeffizienz. "Gemeinsam leisten wir hier mit der neuen Wärmeversorgung einen aktiven Beitrag zur Stärkung des Chemiestandorts Leuna und zum Umweltschutz."

"Eine sichere und bezahlbare Energieversorgung ist ein zentraler Faktor für den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt. Das betrifft vor allem die chemische Industrie.", betonte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff. "Ich begrüße deshalb die konsequente Umsetzung eines Energiekonzeptes am Standort Leuna. Die Inbetriebnahme des neuen Dampfversorgungssystems ist zugleich eine Bestätigung des in Sachsen-Anhalt entwickelten Chemieparkmodells."

"Energie ist wertvoll und sollte nicht sinnlos verschwendet werden. Energie so effizient wie möglich zu nutzen ist nicht nur klimaschutzpolitisch richtig, sondern spart auch Kosten. Das Projekt der InfraLeuna ist ein schönes Beispiel dafür, wie man eine klima- und ressourcenschonende, sichere und kostengünstige Energieversorgung vor Ort planen und konsequent umsetzen kann. Wir brauchen in Deutschland noch mehr derartige Initiativen. Leuna zeigt, wie es funktioniert!", sagte Franzjosef Schafhausen zur Inbetriebnahme.

Die MVV Umwelt GmbH liefert nun Energie aus ihrer thermischen Abfallbehandlungsanlage an die InfraLeuna GmbH. Die gelieferte Energie dient zur Versorgung der Standortkunden. Durch das neue Dampfversorgungssystem wird der Einsatz des fossilen Brennstoffes Erdgas am Chemiestandort Leuna vermindert, was wiederum den CO2-Ausstoß um jährlich etwa 215.000 Tonnen reduziert. Dies kommt der Emission von rund 110.000 PKW Kompakt-/Mittelklasse bei einer Laufleistung von 12.000 km pro Jahr gleich. Zum Vergleich: im Landkreis Saalekreis sind 111.000 PKW zugelassen.

Die Realisierung der rund drei Kilometer langen Dampfleitung sowie der erforderlichen technischen Anpassungen in der TREA Leuna erfolgte in einer Bauzeit von etwa 10 Monaten. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 8 Millionen Euro. "Realisiert im Zeitplan und im Budget, war der Bau des neuen Dampfversorgungssystems für alle Beteiligten ein erfolgreiches Projekt.", so Dr. Christof Günther. "Mit der erfolgreichen Zusammenarbeit von InfraLeuna und MVV Umwelt sichern wir mit einer zuverlässigen und kostengünstigen Energieversorgung entscheidende Grundlagen für die über 100 Unternehmen hier in Leuna mit ihren rund 9.000 Arbeitsplätzen", ergänzte Dr. Georg Müller abschließend.

Hintergrund MVV Umwelt und TREA Leuna:
Mit ihrer in über 50 Jahren gewachsenen Kompetenz und Erfahrung im Bereich abfallgefeuerter Kraftwerke und der Kraft-Wärme-Kopplung sowie einer jährlichen Verwertungskapazität von rund 1,6 Millionen Tonnen zählt MVV Umwelt zu den drei führenden Unternehmen dieser Branche in Deutschland. Das Unternehmen, das zur Mannheimer MVV Energie Gruppe gehört, betreibt bundesweit insgesamt fünf Kraftwerke und entsorgt neben Industrieabfällen den Restabfall von insgesamt 19 kommunalen Gebietskörperschaften, in deren Einzugsgebiet rund vier Millionen Einwohner leben.
Die TREA Leuna verwertet seit 2005 Abfälle aus Kommunen und Industrie. Die aktuelle Kapazität des Kraftwerks liegt bei nominell 390.000 Tonnen Abfall pro Jahr. Dabei sorgt die MVV Umwelt für eine zuverlässige, umweltfreundliche und wirtschaftliche Entsorgung für Landkreise in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen und erzeugte bisher gleichzeitig jährlich rund 250.000 Megawattstunden Strom. Mit der nun realisierten Dampfauskopplung steigt die Energieeffizienz des Kraftwerks, so dass die im Abfall enthaltene Energie noch besser genutzt werden kann.

Hintergrund Chemiestandort Leuna:
Leuna ist mit einer Fläche von 1.300 Hektar - dies entspricht 1.800 Fußballfeldern - der größte Chemiestandort der Bundesrepublik Deutschland. Seit 1990 haben sich international tätige Konzerne wie ARKEMA, BASF, DOMO, Innospec, Linde, TAMINCO und TOTAL ebenso wie zahlreiche mittelständische Unternehmen für den Standort Leuna entschieden und bis jetzt 6 Milliarden Euro investiert. Heute ist der Chemiestandort Leuna ein Industrieareal mit über 100 Unternehmen und etwa 9.000 Arbeitsplätzen. Auf Wachstum orientierte Chemieunternehmen und chemienahe Dienstleister finden in Leuna exzellente Möglichkeiten, ihre Position auszubauen. Die InfraLeuna GmbH ist Eigentümer und Betreiber der Infrastruktureinrichtungen am Chemiestandort Leuna. Die Geschäftstätigkeit der InfraLeuna ist in erster Linie darauf gerichtet, allen Standortunternehmen Infrastrukturdienstleistungen und -lieferungen zu möglichst günstigen und international wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung zu stellen.

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