Stromverbrauch im Dezember
Wie viel zusätzlichen Strom brauchen wir für die Adventszeit und Weihnachten?
Wenn die Weihnachtstage näher rücken, funkeln überall die Lichter: in den Straßen, Wohnzimmern, Gärten und natürlich auf den Weihnachtsmärkten. Glühweinstände, Karussells und stimmungsvoll beleuchtete Buden schaffen eine festliche Atmosphäre – und benötigen dafür einiges an Energie. Auch zu Hause steigt der Stromverbrauch, zum Beispiel durch Weihnachtsbeleuchtung oder häufigeres Kochen und Backen. Erhöht sich dadurch der Gesamtbedarf an Strom?

Wie hoch ist der Stromverbrauch von Lichterketten?
Im Dezember 2025 werden in Deutschland voraussichtlich mehr als 20 Milliarden Weihnachtslämpchen leuchten. Darauf lassen zumindest die Hochrechnungen einer YouGov-Umfrage (siehe Quelle) in privaten Haushalten sowie die Angaben von elf deutschen Städten aus dem Jahr 2025 schließen. In Mannheim beispielsweise erhellen rund 280.000 LED-Lämpchen die Planken und die Seitenstraßen zur Kunststraße, zur Fressgasse und zur Breiten Straße. Wie in der Mannheimer Innenstadt werden auch in ganz Deutschland vor allem LED-Leuchtmittel eingesetzt.
Mittlerweile beträgt der LED-Anteil an der Weihnachtsbeleuchtung deutschlandweit (privat und öffentlich) über 82 Prozent – und das ist gut so. Denn während ästhetisch kein Unterschied besteht, ist der Stromverbrauch von LED-Lampen im Vergleich zu konventionellen Glühbirnen rund zehnmal geringer. Trotzdem liegt der Verbrauch aller Weihnachtslichter in Deutschland bei schätzungsweise 500 Gigawattstunden (500 Millionen Kilowattstunden – 500.000.000 kWh). Das entspricht der Menge, die ca. 200.000 Haushalte in einem ganzen Jahr verbrauchen.
Wie beeinflusst weihnachtliches Kochen und Backen den Verbrauch von Strom?
Hierzu gibt es keine eindeutigen Zahlen. Einerseits werden in der Adventszeit in vielen Haushalten Plätzchen, Stollen und andere Leckereien gebacken – und in den Medien war früher häufig von der sogenannten „Gänsebratenspitze“ am ersten Weihnachtsfeiertag zu lesen. Andererseits verbringen viele Menschen das Weihnachtsfest bei Verwandten oder Freunden. Das bedeutet: In einigen Küchen laufen die Backöfen und Herdplatten auf Hochtouren, während anderswo niemand zu Hause ist.
Ist der Dezember der Monat mit dem höchsten Gesamtstromverbrauch?
Überraschenderweise: nein – und das, obwohl er der tageslichtärmste Monat des Jahres ist und zusätzlich zur „normalen“ Beleuchtung überall weihnachtliche Lichter funkeln. Im Monatsvergleich liegt der Dezember nur auf Platz drei bis fünf, wie die Grafik der langjährigen Durchschnittswerte (2014 bis 2023) zeigt:

Der Grund: Lichterzauber, Weihnachtsbäckerei & Co benötigen zwar zusätzlichen Strom, doch über die Feiertage und auch „zwischen den Jahren“ sinkt der Stromverbrauch in Büros, im Handel und in der Industrie. Die Differenz zwischen dem 24./25./26. Dezember und den restlichen Tagen des Monats verdeutlicht die folgende Grafik:

Wie kann ich in der Weihnachtszeit Strom sparen?
Natürlich möchten wir es uns an den Festtagen gut gehen lassen und niemand soll auf weihnachtliche Gemütlichkeit verzichten. Aber ein paar einfache Maßnahmen können Ihnen helfen, Energie und damit unabhängig vom Stromanbieter Kosten zu sparen. Hier ein paar Tipps für eine nachhaltigere Weihnachtszeit:
- LED-Lichterketten verwenden: Eine moderne LED-Kette mit 20 Lämpchen benötigt nur etwa 5 Watt – und damit bis zu 90 % weniger Strom als konventionelle Glühlampenketten. Noch dazu haben LED-Leuchten eine deutlich längere Lebensdauer.
- Auf batteriebetriebene Baumkerzen verzichten: Laut Verbraucherzentrale sind die Stromkosten für batteriebetriebene LED-Kerzen bis zu 300-mal höher wie für LEDs, die mit Steckdosenstrom betrieben werden. Das kann sich auf einige Euro aufsummieren. Zudem müssen die Batterien als Sondermüll entsorgt werden.
- Zeitschaltuhren nutzen: Mit festen Schaltzeiten läuft Ihre Beleuchtung nur in den Stunden, zu denen Sie zu Hause sind und nicht schlafen – zum Beispiel von 16 bis 22 Uhr. Ihre Stromrechnung wird es Ihnen danken.
- Smarte Steckdosen einsetzen: WLAN-Zwischenstecker ermöglichen das automatische Schalten, Dimmen oder Ausschalten per App – auch dann, wenn Sie nicht zu Hause sind.
- Backofen effizient betreiben: Umluft spart Energie, weil mehrere Bleche gleichzeitig gebacken oder gegart werden können. Außerdem kann der Ofen früher ausgeschaltet werden, da die Restwärme für die letzten Minuten ausreicht.
- Backofen nicht unnötig vorheizen: Viele Gerichte gelingen ohne Vorheizen. Dadurch können Sie mehrere hundert Wattstunden pro Backvorgang einsparen.
- Deckel beim Kochen verwenden: Mit einem Deckel auf dem Topf beginnt das Wasser schneller zu kochen und es geht deutlich weniger Wärme verloren.
- Wasser im Wasserkocher erhitzen: Für die Zubereitung von Kaffee, Tee oder Instant-Nudeln ist der Wasserkocher meist energieeffizienter als der Herd.
- Passende Herdplatte wählen: Topf oder Pfanne und Herdplatte sollten zueinander passen, damit keine Energie am Rand verloren geht.
- Energieeffiziente Geräte verschenken: Ob Espressomaschine, Fernseher, Tablet oder auch ein neuer Backofen – Elektrogeräte sind beliebte Weihnachtgeschenke. Wählen Sie möglichst Geräte der Energieeffizienzklassen A oder B.
Weitere Stromspartipps für das ganze Jahr finden Sie hier.
Fazit
In der Adventszeit und an Weihnachten tauchen mehr als 20 Milliarden Lichter ganz Deutschland in festliches Licht, und in vielen Haushalten wird fleißig gebacken und gekocht. Der Strom, der hierfür verbraucht wird, könnte eine mittlere Großstadt (ca. 200.000 Haushalte) ein ganzes Jahr lang versorgen. Trotzdem steigt der gesamte Stromverbrauch im Dezember nicht außergewöhnlich an, denn über Weihnachten haben fast alle Geschäfte, die meisten Büros und viele Industriebetriebe geschlossen. In diesem Sinne:
Wir wünschen Ihnen und Ihren Liebsten erholsame & fröhliche Feiertage!


