12. Januar 2011 | MVV

MVV Energie setzt Strategie konsequent um

Zufriedenstellendes Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahrs mit leichtem Umsatzplus und konstantem operativem Ergebnis - Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Kraft-Wärme-Kopplung - Zuschlag als "preferred bidder" für Thermische Abfallverwertungsanlage im südwestenglischen Plymouth

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 (1. Oktober 2009 - 30. September 2010) mit einem Umsatzanstieg von 6 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro und einem gegenüber dem Vorjahr unveränderten operativen Ergebnis von 239 Millionen Euro seine Ziele erreicht. Entsprechend zufrieden zeigte sich der Vorsitzende des Vorstands der MVV Energie, Dr. Georg Müller, bei der diesjährigen Bilanz-Pressekonferenz am Mittwoch in Frankfurt: "Unser Konzernabschluss zeigt das wirtschaftliche Potenzial, das in unserer Unternehmensgruppe steckt. Wir haben die tiefgreifenden Veränderungen der Energiebranche in den letzten beiden Jahren auf konstant hohem Niveau zur Festigung der eigenen Ertragsstärke und Finanzkraft genutzt. Die Anforderungen des Klimaschutzes und der Schonung der begrenzten Energieressourcen führen uns auf den Weg in ein neues Energiezeitalter, in dem wir weiter profitabel wachsen wollen, um auch im Jahr 2020 und darüber hinaus zu den führenden Energieunternehmen in Deutschland zu gehören."

Besonders positiv bewertet der Vorstandsvorsitzende dabei die nahezu ausgeglichenen Ergebnisbeiträge der wichtigsten Segmente Strom, Wärme, Gas und Umwelt. In Verbindung mit der engen Kundenbindung in den lokalen und regionalen Märkten und der engen Vernetzung in der Unternehmensgruppe sei MVV Energie mit diesem ausgewogenen Geschäftsportfolio im Branchenvergleich deutlich unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen. Dr. Müller: "Wir orientieren uns daher in erster Linie an den aktuellen und künftigen Marktentwicklungen bei den Rohstoff-, Energie- und Abfallpreisen sowie an den Vorgaben der staatlichen Regulierung."

Wichtigste Ursache für den Rekordumsatz von 3,4 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 war das deutliche Mengenwachstum im Stromhandel und im deutschlandweiten Strom- und Gasvertrieb mit Industrie-, Gewerbe- und Weiterverteilerkunden. Dadurch konnte die Unternehmensgruppe den Umsatzrückgang durch die hohen Tarifsenkungen bei Fernwärme und Gas sowie die preisbedingten Einbußen im Umweltsegment mehr als ausgleichen. Gleichzeitig erreichte das Unternehmen ein bereinigtes operatives Ergebnis (Adjusted EBIT) von 239 Millionen Euro. Aufgrund höherer Ertragsteuern sank der bereinigte Jahresüberschuss nach Fremdanteilen leicht um 3 Prozent auf 95 Millionen Euro, entsprechend das bereinigte Ergebnis je Aktie von 1,48 auf 1,44 Euro.

Sehr positiv hat sich dabei im abgelaufenen Geschäftsjahr die Vermögens- und Finanzlage entwickelt. So konnten die Verbindlichkeiten zurückgeführt und der Free Cashflow im Vergleich zum Vorjahr von 20 auf 154 Millionen Euro deutlich verbessert werden. Mit einer soliden Eigenkapitalquote von 35,7 Prozent verfügt MVV Energie nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden "über eine gute Basis, um unsere auf nachhaltiges Wachstum ausgerichteten Investitionen weiterhin ausgewogen finanzieren zu können".

Steigender Absatz bei Strom und Gas

Das Jahresergebnis 2009/10 ist geprägt durch kräftige Zuwächse beim Absatz von Strom und Gas. So stieg der Stromabsatz gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent auf den neuen Rekordwert von 23,0 Milliarden Kilowattstunden, der Stromumsatz lag erstmals über 2 Milliarden Euro und damit 14 Prozent über dem Vorjahr. Das Adjusted EBIT des Stromsegments verbesserte sich um 19 auf 54 Millionen Euro.

Im Wärmesegment stiegen die Absatzmengen vor allem witterungsbedingt um 6 Prozent auf 5,3 Milliarden Kilowattstunden, der Umsatz kletterte um 4 Prozent auf 307 Millionen Euro. Das Adjusted EBIT verbesserte sich im Wärmesegment um 12 auf 48 Millionen Euro.

Der Gasabsatz konnte im Vorjahresvergleich um 8 Prozent auf 11,3 Milliarden Kilowattstunden gesteigert werden. Der Großteil dieser Mengensteigerung entfällt dabei auf Industrie-, Gewerbe- und Weiterverteilerkunden und damit auf den überregionalen Gasvertrieb. Dass der Umsatz des Gassegments dennoch gleichzeitig um 12 Prozent auf 429 Millionen Euro und das Adjusted EBIT um 8 auf 58 Millionen Euro zurückgegangen ist, ist auf die hohen zweistelligen Tarifsenkungen im Jahr 2009 zurückzuführen. So liegt das Preisniveau aktuell sogar unter dem des Geschäftsjahres 2007/08.

Im Dienstleistungssegment lag der Umsatz mit 307 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Das Adjusted EBIT verringerte sich aufgrund außerplanmäßiger Abschreibungen im Sachanlagevermögen um 14 auf 4 Millionen Euro. Ursache waren vor allem verschlechterte Marktbedingungen und gesunkene Ertragserwartungen bei den Tochtergesellschaften Biomassen-Heizkraftwerk Altenstadt GmbH und Waldenergie Bayern GmbH. Gleichzeitig wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr der Teilkonzern Energiedienstleistungen strategisch, organisatorisch und personell neu aufgestellt und damit auf aussichtsreiche Märkte fokussiert.

Im Umweltsegment konnte auch im letzten Jahr die Menge der angelieferten Abfälle um 4 Prozent auf knapp 1,6 Millionen Tonnen erneut gesteigert werden. Sinkende Entgelte für die Entsorgung von Abfall sowie geringere Strom- und Dampferlöse führten zu einem Umsatzrückgang um 7 auf 187 Millionen Euro. Hauptsächlich dadurch verringerte sich auch das Adjusted EBIT im Umweltsegment im Vergleich zum Vorjahr um 9 auf 62 Millionen Euro.

Konstante Dividende, zurückhaltend optimistischer Ausblick

Das insgesamt zufriedenstellende Ergebnis erlaubt es Vorstand und Aufsichtsrat, der am 18. März 2011 im Mannheimer Congress Center Rosengarten stattfindenden Hauptversammlung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009/10 eine unveränderte Dividende von 0,90 Euro je Aktie vorzuschlagen. Dies ergibt eine konstante Ausschüttungssumme von 59,3 Millionen Euro.

Mit Blick auf die nächsten Jahre zeigt sich MVV Energie zurückhaltend optimistisch. Die Energiemärkte durchlaufen gerade einen tiefgreifenden Strukturwandel, und ihre weitere Entwicklung ist von anhaltenden Unsicherheiten gekennzeichnet. So sind auch nach der Verabschiedung des Energiekonzepts der Bundesregierung weite Teile des künftigen energiewirtschaftlichen Rahmens noch offen oder stehen unter Prüfvorbehalt. Neben positiven Ansätzen für erneuerbare Energien und Energiedienstleistungen ist im Energiekonzept nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden der MVV Energie die Rolle der umweltfreundlichen Fernwärme und der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) deutlich untergewichtet. Er fordert daher einen Fernwärmepakt 2025, um den Ausbau dieser Ressourcen schonenden Schlüsseltechnologien angemessen zu berücksichtigen.

Für das laufende Geschäftsjahr 2010/11 geht das Unternehmen weiterhin von instabilen Rahmenbedingungen aus, die eine Prognose erschweren. Bei Umsatz und Ergebnis erwartet MVV Energie, das hohe Vorjahresniveau wieder zu erreichen und dabei auch bereits die ersten positiven Auswirkungen des beschlossenen Konzernprojekts "Einmal gemeinsam" nutzen zu können.

Strategie spiegelt sich in Investitionen wider

Erfolgreich angelaufen ist im abgelaufenen Geschäftsjahr die konsequente Umsetzung der Unternehmensstrategie "MVV 2020", deren Schwerpunkte bei Wachstumsinvestitionen im Bereich des Ausbaus der erneuerbaren Energien, der umweltfreundlichen Fernwärme, der Kraft-Wärme-Kopplung und des Energiedienstleistungsgeschäfts sowie bei der Weiterentwicklung des bundesweiten Industrie- und Gewerbekundenvertriebs liegen.

So will MVV Energie den bereits heute überdurchschnittlichen Anteil erneuerbarer Energien an der eigenen Stromerzeugung bis 2020 von 19 auf 30 Prozent steigern. Mit dem erfolgreichen Einstieg in den Windenergiemarkt durch den Kauf eines Windparks in Plauerhagen (Mecklenburg-Vorpommern) im Sommer 2010 ist dem Unternehmen ein erster wichtiger Schritt in diesem Wachstumsmarkt gelungen.

Als einer der größten Anbieter von Fernwärme in Deutschland hat MVV Energie im abgelaufenen Jahr weiter massiv und an allen Standorten in diese umweltfreundliche Technologie investiert. Dabei konnte im Oktober 2010 die neue Fernwärmeleitung von Mannheim nach Speyer in Betrieb genommen werden, die Stadtwerke Ingolstadt arbeiten in Zusammenarbeit mit der Petroplus-Raffinerie und AUDI am größten Fernwärme-Projekt Bayerns, und die Energieversorgung Offenbach erweitert ihre Netze in Heusenstamm und Dietzenbach. Neben dem planmäßigen Baufortschritt am neuen Block 9 des Grosskraftwerks Mannheim, an dem MVV Energie mit 28 Prozent beteiligt ist und das die Fernwärmeversorgung in der Metropolregion Rhein-Neckar mit Kraft-Wärme-Kopplung sicherstellt, hat der tschechische Teilkonzern der Unternehmensgruppe im letzten Sommer seine Wärme- und Stromerzeugungskapazitäten modernisiert und erweitert.

Und auch im Energiedienstleistungsgeschäft konnte das Unternehmen mit der Inbetriebnahme des Contracting-Projekts beim AHG-Klinikum Hardberg im hessischen Breuberg seine ausgewiesene Kompetenz und führende Marktstellung unter Beweis stellen.

Neues Umwelt-Projekt in England

Einen besonderen Erfolg konnte Dr. Müller im Umweltgeschäft mitteilen. So hat die Tochtergesellschaft MVV Umwelt GmbH, die bereits heute mit fünf thermischen Abfallanlagen und einer Gesamtkapazität von 1,6 Millionen Jahrestonnen zu den größten deutschen Umwelt-Unternehmen zählt, vor wenigen Tagen in einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag als "preferred bidder" für ein neues abfallgefeuertes Heizkraftwerk in Plymouth erhalten. Bis Ende März soll nun mit den regionalen Gebietskörperschaften der Vertrag zum Bau und Betrieb der Anlage in der südwestenglischen Hafenstadt endverhandelt und unterzeichnet werden. In ihr sollen dann ab 2014 jährlich rund 245.000 Tonnen Abfälle aus Haushalten, Gewerbe und Industrie zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt werden. Das Kraftwerk hat eine elektrische Nettoleistung von rund 22 Megawatt und wird bis zu 23 Megawatt Wärme liefern. Die Wärme soll der Versorgung der benachbarten Marinebasis des britischen Verteidigungsministeriums dienen. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt belaufen sich auf rund 250 Millionen Euro. Dr. Müller: "Das Projekt fügt sich nahtlos in unsere strategischen Schwerpunkte ein. Wir können unser vorhandenes Know-how mit modernster Kraft-Wärme-Kopplung sowie unsere umfassende Erfahrung bei der ökologischen Verwertung von Abfällen und bei Planung, Bau und Betrieb von Kraftwerken in den attraktiven britischen Markt einbringen."

Druckfähige Bilder zum Umwelt-Projekt in Plymouth

Folien zur Bilanzpressekonferenz 12.01.2011

 

 

Unternehmenskennzahlen der MVV Energie Gruppe nach IFRS
    
in Mio Euro2009/102008/09% Vorjahr
    
Umsatz ohne Strom- und Erdgassteuer3 3593 161+ 6
Adjusted EBITDA1402385+ 4
Adjusted EBITA1243239+ 2
Adjusted EBIT22392390
Adjusted EBT21651650
Bereinigter Jahresüberschuss2105112- 6
Bereinigter Jahresüberschuss nach Fremdanteilen29598- 3
Ergebnis je Aktie in Euro21,441,48- 3
Free Cashflow15420+ 670
Bereinigte Bilanzsumme (zum 30.9.)13 4573 566- 3
Bereinigtes Eigenkapital11 2331 208+ 2
Investitionen240255- 6
Mitarbeiter (Anzahl zum 30.9.)6 0686 0530

 

 

1 Ohne nicht operative Bewertungseffekte aus Energiehandelsderivaten nach IAS 39
2 Ohne nicht operative Bewertungseffekte aus Energiehandelsderivaten nach IAS 39 und Einmaleffekte aus Restrukturierungsaufwand im Teilkonzern MVV Energiedienstleistungen GmbH im Vorjahr

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