Medienstatement Dr. Gabriël Clemens, Vorstandsvorsitzender MVV Energie AG, zum Eckpunktepapier Gebäudemodernisierungsgesetz
„Die Eckpunkte der Bundesregierung sind ein wichtiges Signal – mit Licht und Schatten. Deutschland hält an seinen Klimaschutzzielen fest und setzt den Kurs für die Wärmewende fort. Auch der Rückenwind für die Fernwärme ist positiv. Die geplante gesetzliche Verankerung und die Aufstockung der Fördermittel für Wärmenetze stärken Investitionen in klimaneutrale Infrastruktur. Auch die verpflichtende Teilnahme an der Preistransparenzplattform für noch mehr Transparenz bei den Fernwärmepreisen begrüßen wir.
Technologieoffenheit geht aber nicht zwangsläufig mit Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit einher. Die Wärmewende duldet keinen Rückschritt. Die Nutzung fossiler Brennstoffe hat dabei keine Zukunft. Wer heute noch in neue Gasheizungen investiert, muss wissen, dass große Teile des Gasnetzes in absehbarer Zeit transformiert werden. Und eine zu großzügige Zulassung neuer Gas- und Ölkessel gefährdet den dringend notwendigen Ausbau emissionsarmer Alternativen – von Wärmepumpen bis hin zur Fernwärme.
Zudem werden die Kosten für grüne Gase aufgrund knapper Mengen weiter steigen – und damit das Risiko für Verbraucher. Schon ein Prozent Biomethan, wie im Eckpunktepapier vorgesehen, entspricht rund einem Viertel der heutigen deutschen Biomethanproduktion. Diese Mengen müssen zusätzlich erzeugt oder importiert werden, und der CO₂ Preis auf den fossilen Anteil kommt noch obendrauf. Hier braucht es Augenmaß, klare Leitplanken und einen wirksamen Verbraucherschutz.
Entscheidend für die Bürgerinnen und Bürger bleibt weiterhin: Wer in eine zukunftssichere Heizlösung investiert, sollte sich vorher qualifiziert und unabhängig beraten lassen.“
Weitere Themen aus unserem Pressebereich