Gepostet am: 17. Januar 2023
9 Min

Intervallheizen

Heizung nachts ausschalten – sinnvoll oder nicht?

Egal ob Strom, Gas oder Heizöl – die Kosten für fast alle Heizmethoden sind gestiegen, und angesichts immenser Abschläge fragen sich viele Verbraucher:innen, wie sie noch mehr Energie sparen können. Die erste und offensichtlichste Idee: So wenig wie möglich zu heizen und die Heizung ganz abzudrehen, wenn sie nicht gebraucht wird. Das ist aber nicht unbedingt die beste Alternative. Im Gegenteil, sie kann die Heizkosten sogar in die Höhe treiben.

Ganz abschalten versus Nachtabsenkung

Nachts, wenn man im Bett liegt, müssen die Wohnräume nicht wohlig warm sein – und im Schlafzimmer reichen den meisten 16 bis 18 Grad als „Wohlfühltemperatur“. Weder schwitzt man so unter der Decke noch friert man – beste Voraussetzungen für einen erholsamen Schlaf. Der Impuls, die Heizung in der Nacht deshalb im ganzen Haus oder mittels Thermostaten in einzelnen Räumen komplett auszuschalten, um besonders viel Energie zu sparen, ist allerdings nicht zielführend. Gerade in kalten Winternächten kühlen ungeheizte Räume sehr schnell aus – je besser die Dämmung, desto weniger, aber auch über die Fenster und Decken geht wertvolle Wärme verloren. Bleibt eine schlecht gedämmte Wohnung bei feuchtem Wetter für mehrere Wochen unbeheizt und unbelüftet, kann Feuchtigkeit – die allein schon durch die Atemluft entsteht -kondensieren und in die Oberflächen eindringen. Dies führt schnell zu Schimmelbildung.

Und das alles treibt die Heizkosten in die Höhe, statt sie zu senken, wenn es draußen richtig kalt ist: Um den Wohnraum am nächsten Tag wieder auf eine angenehme Temperatur zu bringen, ist bei einem ausgekühlten Raum mehr Energie nötig, als ein nächtliches Durchlaufen der Heizung verbrauchen würde. Dies gilt insbesondere für Nächte mit einer Außentemperatur von -5° C oder kühler.

Es gibt aber auch einen Mittelweg zwischen dem Abschalten und permanenten Betrieb der Heizung, der bei den meisten Gebäuden tatsächlich nächtliche Einsparungen ohne Nebenwirkungen bringt: die Nachtabsenkung.

Wie viel spart die Nachtabsenkung?

Die Nachtabsenkung, die sich in den meisten Heizanlagen programmieren lässt und dann automatisch erfolgt, sorgt dafür, dass die Vorlauftemperatur der Heizung nachts niedriger ist. Dies führt zu einer Senkung der Raumtemperatur um 3 bis 5 Grad – genug, um Heizkosten zu sparen, aber nicht so viel, dass die Räume völlig auskühlen. Schon mit einer Nachtabsenkung von 3 Grad lassen sich die Heizkosten um bis zu 10 % senken. Bei Gasheizungen kann die Einsparung dabei bis zu einem Kubikmeter Gas in der Nacht betragen – oder, abhängig vom Brennfaktor, 10 bis 11kWh. Bei einem Gaspreis von 12 Cent, welchen die rückwirkend ab 01.01.2023 geltende Gaspreisbremse für 80 % des eigenen Bedarfs garantiert, macht das immerhin über einen Euro pro Nacht aus.

Natürlich können Sie die Vorlauftemperatur auch tagsüber senken, wenn Sie im Voraus wissen, dass niemand sich in den Räumen aufhält – zum Beispiel, wenn die ganze Familie unterwegs ist. Wenn Sie die Programmierung so vornehmen, dass die Vorlauftemperatur sich etwa eine Stunde, bevor alle nach Hause kommen, wieder erhöht, sollten Sie angenehm warme Räume vorfinden.

Allerdings: Es gibt auch Heiz- und Wohnsituationen, in denen sich eine Nachtabsenkung dennoch nicht lohnt. Pauschal lässt sich sagen: Je besser Ihre Immobilie gedämmt und je moderner Ihre Heizanlage ist, desto weniger lohnt sich eine Nachtabsenkung für Sie. Es kommt aber natürlich wie immer auf die Gegebenheiten an.

Fälle, in denen eine Nachtabsenkung nicht sinnvoll ist:

1. Bei Heizungen, die viel Zeit zum Aufheizen benötigen

Bei Flächenheizungen wie Wand- oder Fußbodenheizungen oder Systemen mit Wärmepumpen lohnt sich die Nachtabsenkung nicht. Flächenheizungen benötigen zu viel Zeit dafür, Räume aufzuheizen; eine Absenkung ließe sich nicht schnell genug wieder „aufholen“, um damit Kosten zu sparen. Auch bei einer Kombination von Wärmepumpe und Brennwertheizung sind am Folgetag bis zu 50 % mehr Heizenergie nötig, wenn die Temperatur nachts gesenkt wird. Dazu kommt noch der zusätzliche Strom für den Mehrverbrauch der Wärmepumpe.

2. Wenn Sie in einem Gebäude mit schlechter Wärmedämmung wohnen

Sind Ihre Räume sehr schlecht gedämmt, kann unter Umständen selbst bei einer geringen Absenkung unverhältnismäßig viel Wärme entweichen und die Räume kühlen zu stark aus. Damit verpufft der Spareffekt beim Wiederaufheizen am nächsten Tag. Mit ein wenig Experimentierfreude können Sie selbst herausfinden, um wie viel Grad sie bei der Nachtabsenkung die Vorlauftemperatur verringern können, um zu sparen: Gehen Sie über mehrere Nächte gradweise vor. Wenn Sie am nächsten Morgen Kondenswasser am unteren Fensterrand oder auf der Fensterbank finden, war die Restwärme zu gering und sie sollten die Vorlauftemperatur unbedingt wieder etwas erhöhen. In manchen sehr schlecht gedämmten Altbauten kann auch eine nur geringe Absenkung für Kondenswasser an den Fenstern sorgen. Dann sollten Sie darauf ganz verzichten.

Fazit

Ein völliges Ausschalten der Heizung bringt selten eine Kostenersparnis und kann sogar in manchen Fällen zu Schimmelbildung führen. Die nächtliche Verringerung der Raumtemperatur um wenige Grad mittels Nachtabsenkung hat ein höheres Einsparpotenzial, doch auch hier kommt es auf die Gegebenheiten an: Je besser Ihre Immobilie gedämmt und je moderner Ihre Heizanlage ist, desto weniger lohnt sich eine Nachtabsenkung für Sie. Flächenheizungen und Systeme mit Wärmepumpen sollten sogar immer auf derselben Temperatur gehalten werden. Nur in Altbauten mit mittlerer bis schlechter Dämmung kann sich eine Nachtabsenkung lohnen. Hier ist von Fall zu Fall zu prüfen, wie weit die Raumtemperatur gesenkt werden kann, ohne dass es zu Feuchtigkeitsbildung an den Wänden und Fenstern kommt. Ist das Haus nicht gedämmt, ist auch eine Nachtabsenkung nicht zu empfehlen.

 

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