13. Dezember 2022
7 Min

PV-Notstromfunktion

Wenn das Netz ausfällt: Läuft meine PV-Anlage auch ohne Strom?

Das Stromnetz in Deutschland ist stabil und zuverlässig. Falls es trotzdem mal zu Ausfällen kommen sollte, kann man mit einer PV-Anlage vorübergehende Engpässe überbrücken. Voraussetzung ist jedoch, dass das System über eine Notstromfunktion oder eine Ersatzstromkonfiguration verfügt.

Sind Stromausfälle in Deutschland zukünftig wahrscheinlicher?

Ob man in Zukunft damit rechnen muss, dass es hierzulande häufiger zu Stromausfällen kommt, kann niemand mit Sicherheit sagen. Einen sogenannten „großen Blackout“, also einen Totalausfall des Netzes über einen längeren Zeitraum, hat es in Deutschland noch nie gegeben. Völlig ausgeschlossen ist ein solcher Fall jedoch nicht. Die für die nächsten Jahre prognostizierten höheren Netzlasten machen Stromausfälle etwas wahrscheinlicher. Aufgrund des aktuellen Konflikts mit Russland ist die Energieversorgungslage zusätzlich angespannt und sogar Sabotage-Akte gegen unsere Infrastruktur, z.B. Hackerangriffe, sind denkbar. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, hat mehrere Möglichkeiten, eine PV-Anlage für den Fall der Fälle auszurüsten.

Warum braucht meine Solaranlage überhaupt Netzstrom?

Bereits mehr als die Hälfte der in Deutschland neu installierten Photovoltaikanlagen werden mit einem Batteriespeicher kombiniert. Damit wäre man versorgungsautark, auch falls das Stromnetz mal ausfällt – könnte man meinen. Tatsächlich ist es aber nicht ganz so einfach, denn der Wechselrichter einer Solaranlage wird in der Regel mit Netzstrom betrieben. Und ohne Wechselrichter kann der von der PV-Anlage generierte Gleichstrom nicht in Wechselstrom umgewandelt werden, der im Haushalt benötigt wird. Kurz gesagt: Ohne Wechselrichter ist die PV-Anlage im Prinzip nutzlos. Und auch der Batteriespeicher benötigt für gewöhnlich geringe Mengen Betriebsstrom aus dem Netz. Das Problem lässt sich jedoch technisch umgehen – durch Nachrüsten einer Notstrom- oder einer Ersatzstromfunktion.

Die kleine Lösung, um eine Basisversorgung sicherzustellen: Notstrom.

Wenn man von Notstrom spricht, heißt das: Der Wechselrichter wird bei einem Stromausfall mit Basisstrom aus dem Batteriespeicher versorgt. Dadurch kann der Batteriespeicher wiederum einphasigen Wechselstrom an den Haushalt abgeben, in der Regel über eine einzelne Steckdose. Voraussetzung hierfür ist, dass beide Komponenten, also der Wechselrichter und die Batterie, über die sogenannte Notstromfunktion verfügen.

Über die Notstrom-Steckdose lassen sich dann kleinere Geräte betreiben, die einem besonders wichtig sind – allerdings nur, solange der Batteriespeicher geladen ist. Einige notstromfähige Wechselrichter können ihre Batterie sogar mit Strom vom Dach nachladen; wodurch sich der Basisstrom auch bei längeren Netzausfällen nutzen ließe.

Die Notstromfunktion kann jedoch keinen Solarstrom direkt in das Haushaltsnetz einspeisen, und dreiphasige Stromverbraucher – z.B. Kochfeld, Durchlauferhitzer, Wärmepumpe – können nicht betrieben werden. Hierfür wäre eine aufwändigere Lösung notwendig.

Volle Versorgung bei Stromausfall – mit Ersatzstrom

Um die PV-Stromversorgung zu gewährleisten, müsste man neben einem entsprechenden Wechselrichter auch zusätzliche Schaltkreise installieren. Die relevanten Komponenten müssen darüber hinaus „schwarzstartfähig“ sein; d.h. sie müssen in der Lage sein, nach einer Trennung vom Netz selbstständig wieder hochzufahren. Man spricht bei einer solchen Ersatzstrom-Konfiguration auch von der Fähigkeit zum „Inselbetrieb“. Die Mehrkosten hierfür sind allerdings deutlich höher als die einer Notstrom-Basislösung; mit 3.000 bis 10.000 Euro sollte man rechnen. Und auch bei einer Ersatzstrom-Lösung sollte beachtet werden: Nicht jede Photovoltaikanlage liefert zu jeder Zeit genügend Energie, um den kompletten Bedarf des Haushalts zu decken. Bei einem Stromausfall ist es also trotzdem ratsam, elektrische Geräte nur sparsam zu betreiben.

Welche Investition ist für mich sinnvoll?

Ob die Nachrüstung Ihrer PV-Anlage für den Notstrom- oder Ersatzstrombetrieb sinnvoll ist, liegt in Ihrem individuellen Ermessen. Zunächst sollten Sie sich die Frage stellen: Kann ich einige Minuten ohne Strom auskommen – denn viel länger ist das deutsche Stromnetz in den letzten Jahren nicht ausgefallen – und wenn nicht, genügt mir der Notbetrieb einiger weniger Geräte (z.B. WLAN-Router)? Je nachdem, wie Ihre Antwort lautet, kann eine Basis-Notstromfunktion Sinn machen.

Die nächste Frage wäre: Wie schätze ich die Entwicklung in Zukunft ein; möchte ich für jede Eventualität abgesichert sein? Nur dann sollte man die kostenintensivere Ersatzstromfunktion in Erwägung ziehen.

Fazit

Das Stromnetz in Deutschland ist grundsätzlich sehr stabil, aber niemand kann Garantien für die Zukunft geben. Die PV-Notstromfunktion sichert bei Stromausfall die Basisversorgung über eine einphasige Steckdose. Um die Vollversorgung zu gewährleisten, benötigt man eine PV-Anlage mit Ersatzstromfunktion. Ob sich diese Investition lohnt, liegt wie so oft im persönlichen Ermessen. Unsere Experten beraten Sie gerne bei Ihrem Vorhaben. 

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