Gepostet am: 11. Juli 2023
10 Min

Wasserqualität

Heizungswasser-Aufbereitung: Wie kann ich Verkalkung und Korrosion vorbeugen

Moderne Warmwasserheizungen sind Hightech-Produkte. Damit sie störungsfrei und effizient funktionieren können, muss das Heizungswasser bestimmten Anforderungen z.B. bezüglich Härtegrad und pH-Wert entsprechen. Wie lässt sich die Qualität des Wassers bestimmen, und durch welche Maßnahmen können die empfohlenen Werte eingehalten werden?

Warum nicht einfach Leitungswasser einfüllen?

Als Warmwasserheizung bezeichnet man alle Heizsysteme, bei denen mittels einer Energiequelle Wasser erhitzt wird, das über Rohrleitungen den Heizkörpern im Haushalt zugeführt wird. Dort gibt das Wasser seine Wärme über die Heizflächen an die Raumluft ab, wobei es abkühlt und anschließend in einem geschlossenen Kreislauf zurück zum Heizkessel fließt. Ganz gleich, ob die Wärme mittels Öl, Gas oder einer Wärmepumpe erzeugt wird – alle Systeme haben eines gemeinsam: Sie nutzen Wasser als Transportmedium. Im Normalfall muss dieses Wasser einmal pro Jahr nachgefüllt werden. Also einfach den Wasserhahn aufdrehen und laufen lassen? So einfach ist es nicht, denn im Leitungswasser sind oft mehrere Stoffe enthalten, die der Heizungsanlage schaden können. Das Wasser aus dem Wasserhahn sollte also mindestens vorher geprüft und gegebenenfalls aufbereitet werden.

Problem Nr. 1: Verkalkung

Im Wasser enthaltene Mineralien wie Kalzium und Magnesium können sich mit der Zeit als Kalk in den Leitungen des Heizungssystems ablagern. Durch diese sogenannte „Steinbildung“ verringern sich die Rohrdurchmesser, was einen höheren Energieverbrauch zur Folge hat. Schon eine ein bis zwei Millimeter dünne Kalkschicht kann den Energieverbrauch einer Heizungsanlage um bis zu 15% in die Höhe treiben. Zudem können sich Teile der Ablagerungen lösen und Schäden z.B. an Thermostatventilen verursachen. Auch die Dehnungsfähigkeit des Metalls wird durch den Kalkbesatz verringert.

Welche Kalkwerte sind kritisch?

Der Kalkgehalt von Wasser wird in der Einheit „Deutscher Härtegrad“ (° dH) gemessen und vereinfacht in drei Stufen dargestellt:

Härtegrad 1: sehr weiches bis weiches Wasser (0° bis 8,4° dH)

• Härtegrad 2: Wasser mit mittlerem Kalkgehalt (8,4° bis 14° dH)

• Härtegrad 3: hartes bis sehr hartes Wasser (über 14° dH )

Bei Härtegrad 1 müssen keine Maßnahmen zur Wasserenthärtung vorgenommen werden. Aber schon ab der mittleren Stufe 2 kann eine Aufbereitung notwendig sein. Den Härtegrad Ihres Leitungswassers können Sie mittels Teststreifen messen oder auch beim örtlichen Wasserversorger erfragen.

Problem Nr. 2: Korrosion

Die Korrosionsanfälligkeit der metallischen Teile einer Heizung hängt im Wesentlichen von der elektrischen Leitfähigkeit des Heizungswassers ab. Diese wird von drei Werten beeinflusst: von der Menge der gelösten Salze, vom pH-Wert und vom Sauerstoffgehalt. Entsprechen diese Werte nicht den Vorgaben des Herstellers, können einzelne Bauteile durch Korrosion angegriffen werden – bis hin zur vollständigen Zerstörung ihrer Funktionsfähigkeit.

Welche pH-Werte sind kritisch?

Der pH-Wert ist, neben einer möglichst geringen Leitfähigkeit (salzarme Betriebsweise), von entscheidender Bedeutung für die Korrosionsanfälligkeit eines Heizungssystems.

Empfohlen wird ein pH-Wert im basischen Bereich

• zwischen 8,2 und 10 für eisenhaltige und kupferhaltige Rohre.

• zwischen 8,2 und 8,5 (maximal 9,0) für aluminiumhaltige Bauteile.

Der pH-Wert des Heizungswassers kann mit Teststäbchen oder elektronischen Testgeräten ermittelt werden. Weicht er von der empfohlenen Bandbreite ab, kann der Wert durch Zugabe von dafür vorgesehenen Flüssigkeiten nach oben oder nach unten korrigiert werden. Im Zweifelsfall sollte man dies aber von einem Fachbetrieb durchführen lassen.

Wie kann Heizungswasser passend aufbereitet werden?

Um die Beschaffenheit des Heizungswassers an die Vorgaben des Heizungstyps anzupassen, sind zwei Verfahren möglich. Welches davon das geeignetere bzw. ob eine Aufbereitung notwendig ist, hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel von der Qualität des Leitungswassers oder der Bauweise der Heizung. Grundsätzlich sollte man sich in Fragen der Heizungswasseraufbereitung von einem Fachbetrieb beraten lassen.

1. Enthärtung

Ab mittleren Härtegraden kann der Einsatz einer Enthärtungsanlage empfehlenswert sein. Diese kann entweder der Leitungswasserversorgung des Haushalts vorgeschaltet werden, wovon nicht nur die Heizung, sondern auch Waschmaschine, Spülmaschine & Co profitieren. Oder die Entkalkungsanlage wird direkt in den Heizwasserkreislauf integriert. Warum nur dort? Zum Beispiel, weil die Mineralien im Leitungswasser gleichzeitig auch wertvolle Nährstoffe sind, die nicht jeder aus dem Trinkwasser herausfiltern möchte. Eine weitere Möglichkeit ist der vorübergehende Einsatz eines mobilen Entkalkungsgeräts während des Nachfüllens. Die üblicherweise in Haushalten eingesetzten Enthärtungsgeräte funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Das Wasser fließt durch ein sogenanntes „Ionenaustauschharz“. Dabei werden die unerwünschten Kalzium- und Magnesium-Ionen durch Natrium-Ionen ersetzt. Die Gefahr der Kalkbildung ist damit gebannt.

Aber: Durch das Natrium bleibt die Leitfähigkeit des Wassers erhalten, und es können sich möglicherweise erhöhte pH-Werte einstellen. Das heißt, es besteht weiterhin Korrosionsgefahr – insbesondere bei Heizungen mit Aluminiumbauteilen. Eine ergänzende Behandlung mit chemischen Zusätzen kann dann erforderlich sein.

2. Entsalzung

Beim Verfahren der Entsalzung werden in den Heizungskreislauf sogenannte Vollentsalzungspatronen integriert. Diese entfernen nicht allein die härtebildenden Stoffe Kalzium und Magnesium, sondern alle mineralischen Salze. Durch die vollständige Demineralisierung wird der Härtegrad gegen Null abgesenkt, und auch die elektrische Leitfähigkeit des Wassers wird stark reduziert. Ebenso pendelt sich der pH-Wert in der Regel im gewünschten Bereich ein.

Auch wichtig: Entlüften

Im Wasser des Heizkreislaufs sind Gase gelöst, die mit der Zeit austreten. Dies hat nicht nur zur Folge, dass sich die Korrosionsanfälligkeit des Heizungssystems erhöht. Auch der Wärmetransport wird durch die Gasblasen eingeschränkt, und das seltsame Gluckern ist auch nicht gerade angenehm. Deshalb sollten, nachdem Heizungswasser nachgefüllt wurde, immer alle Heizkörper entlüftet werden.

Fazit

Heizungswasser muss gewissen Richtwerten entsprechen, damit die Heizung keinen Schaden nimmt. Nicht nur auf den Härtegrad kommt es an, sondern auch auf den generellen Salzgehalt und den pH-Wert. Ob eine Aufbereitung des Leitungswassers notwendig ist oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Ebenso wie die Wahl des optimalen Aufbereitungsverfahrens: z.B. Enthärtung, Enthärtung mit zusätzlicher chemischer Aufbereitung oder Vollentsalzung. Grundsätzlich sollte man in diesen Fragen eine Fachfrau oder einen Fachmann konsultieren.

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