12. Februar 2010 | Energieversorgung Offenbach AG

"Impulse für den Ökologiepark Allessa"

EVO-Vorstandschef Homann: Biomasse-Heizkraftwerk im Bau / Ökostrom für die Kommunen

OFFENBACH, 12. Februar 2010. Die Energieversorgung Offenbach AG (EVO) hat sich im Jahr der Finanzkrise gut behauptet und wichtige Weichen für den Klimaschutz gestellt. "Wir haben unsere Umsatz- und Gewinnziele erreicht", berichtete der EVO-Vorstandsvorsitzende Michael Homann vor der Presse. Zugleich habe sein Unternehmen die eingeleitete "Energiewende" für die Region Offenbach fortgesetzt. Gegenwärtig werde für rund drei Millionen Euro ein Biomasse-Heizkraftwerk auf dem Allessa-Gelände am Offenbacher Mainufer errichtet. In dem Werk soll Wärme aus Holzhackschnitzeln entstehen, die für den Betrieb der angrenzenden EVO-Pelletwerke benötigt wird. "Wir setzen damit Impulse für den geplanten Ökologiepark Allessa".

Von diesem Jahr an will die EVO in einem großen Werk 65.000 bis maximal 130.000 Tonnen Industriepellets jährlich herstellen. Wie berichtet, will der Regionalversorger rund 13 Millionen Euro in das Projekt investieren. Bereits jetzt existiert auf dem Areal ein Pelletwerk mit einer Jahresleistung von 20.000 Tonnen. "Die Pelletwerke sind Kernstück unseres Klimapakets für die Region, mit dem wir die Emissionen an schädlichen Treibhausgasen massiv senken wollen", urteilte EVO-Manager Homann. Die Presslinge sollen künftig im Heizkraftwerk der EVO an der Andréstraße anstelle von Kohle verbrannt werden. Auf die Genehmigung für die geplante Anlage durch das Regierungspräsidium hofft das Unternehmen in den nächsten Tagen.

Im Geschäftsjahr 2008/2009 konnte die EVO einen Jahresüberschuss von 21 Millionen Euro erwirtschaften, wie Homann ausführte. Damit erreichte das Unternehmen ein Ergebnis knapp unter Vorjahresniveau (23,3 Millionen Euro). Die Differenz zum Vorjahr resultiert laut Homann trotz Konjunkturkrise und des scharfen Wettbewerbs um Privat- und Geschäftskunden nicht aus schlechteren Geschäftsabschlüssen, sondern in erster Linie aus einer verstärkten Risikovorsorge. Die Bilanzsumme ist leicht von 309,4 Millionen auf 311,8 Millionen Euro (plus 0,8 Prozent) gestiegen.

Die Aktionäre erhalten eine unveränderte Dividende von 1,10 Euro je Aktie. Das heißt: Nahezu zehn Millionen Euro fließen jeweils an die beiden Hauptaktionäre ¿ die MVV Energie AG und die Stadtwerke Offenbach Holding GmbH. Rund 560.000 Euro werden an die Anteilseigner aus dem Kreis der Mitarbeiter ausgeschüttet. EVO-Vorstandschef Homann zeigte sich zufrieden mit dem Abschluss: "Wir haben abermals bewiesen, dass wir im Wettbewerb punkten können ¿ was auch eine Folge unserer konsequenten Ausrichtung auf die Themen Ökologie und Dezentralität ist."

Nach Worten des Vorstandsvorsitzenden setzt die EVO beim Thema Biomasse vor allem auf Holz als wichtigen Energieträger der Zukunft ¿ diese Fokussierung unterscheide die EVO von ihren Mitbewerbern. Bereits vor drei Jahren habe der Versorger im Landkreis Gießen auf einer Fläche von einem Hektar einen ersten Versuchswald gepflanzt: Die 10.000 Weiden und Pappeln könnten in diesem Jahr erstmals geerntet und zu Holzpellets verarbeitet werden. "Die Hölzer sind ausgesprochen energiegeladen ¿ sie wachsen schnell und immer wieder nach", berichtete Homann. Der Energiewald sei die Basis für die EVO-Wertschöpfungskette von der Erzeugung über die Verarbeitung zu Pellets bis hin zur Verwertung im eigenen Kraftwerk.

Sehr positiv habe sich das Geschäft mit Nahwärmenetzen entwickelt, urteilte Homann weiter. Die EVO betreibe derzeit mehr als 30 Nahwärmenetze im Rhein-Main-Gebiet - mit stark steigender Tendenz. Die Anlagen arbeiten ihm zufolge zwar noch vorwiegend mit Erdgas - zunehmend aber auch mit Holzpellets. Entsprechende Netze betreibe die EVO bereits erfolgreich in Frankfurt, Groß-Gerau, Usingen und Aschaffenburg.

Im vergangenen Geschäftsjahr haben sich eine Reihe von Städten und Gemeinden zum Umstieg auf Ökostrom der EVO entschlossen, um den Ausstoß von Treibhausgasen in der Region zu mindern. Mit der Energie, die vor allem aus Wasserkraft stammt, werden öffentliche Gebäude wie Turnhallen und Schulen, Kindergärten und Rathäuser versorgt. Zudem haben einige Kommunen auch ihre Straßenbeleuchtung und die Ampelanlagen auf Ökostrom umgestellt. Laut Homann gehören zur Ökostrom-Familie der EVO mittlerweile die kreisfreie Stadt Offenbach und Rodgau, die Stadt Seligenstadt sowie die Kommunen Mainhausen und Hainburg.

Einen wesentlichen Beitrag zum Geschäftsergebnis leistete im abgelaufenen Geschäftsjahr abermals das Müllheizkraftwerk: Mit 250.060 Tonnen ist die Verbrennungsmenge in der Anlage an der Dietzenbacher Straße auf den höchsten Stand seit ihrer Inbetriebnahme gestiegen.

Der Energiemanager hob hervor, dass die EVO als viertgrößter Arbeitgeber in der Stadt Offenbach nicht nur sichere und attraktive Arbeitsplätze biete, sondern auch die Zahl der Mitarbeiter trotz Wirtschaftskrise nahezu konstant gehalten habe. Im Jahresdurchschnitt arbeiteten laut Homann annähernd 1.000 Menschen für die EVO-Gruppe; am Standort Offenbach waren es rund 880 Beschäftigte (Vorjahr: 870).

Auf einen Blick - das Faktenblatt

Die Energieversorgung Offenbach AG (EVO) existiert seit dem Jahr 1847 - das Unternehmen wurde damals unter dem Namen "Gasgesellschaft in Offenbach" gegründet. 1980 nahm die EVO AG ihren Betrieb als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadtwerke Offenbach GmbH auf. Mehrheitseigner heute ist die Mannheimer MVV Energie AG, die über 50,1 Prozent der stimmberechtigten Aktien verfügt. Die Stadt Offenbach hält über die Stadtwerke Offenbach Holding GmbH weiterhin 49,9 Prozent.

Rund 170.000 Haushalte in der Region Offenbach beliefert das Unternehmen mit Strom und Erdgas, Fernwärme und Wasser. Strom fließt über das EVO-eigene Netz nach Rodgau und Hainburg, Heusenstamm, Mainhausen, Seligenstadt und Obertshausen. Die Stadtwerke Dreieich, Langen, Mühlheim und Neu-Isenburg beziehen den Strom für ihre Kunden über eine Einkaufsgemeinschaft mit der EVO.

Die Stromsparte erbringt für die EVO mehr als die Hälfte ihres Umsatzes. Rund 18 Prozent des Kundenbedarfs produziert das Unternehmen in eigenen Kraftwerken, der große Rest wird über die Strombörse bezogen. In der Stromsparte lag der Absatz bei 1.59 Terrawattstunden (plus 11 Prozent). Der Absatz bei der Fernwärme blieb unverändert bei 0,42 Terrawattstunden. Der Wasserabsatz ist weiter leicht rückläufig: In Offenbach und Dietzenbach verkaufte die EVO rund 7,5 Millionen Kubikmeter bei einem Umsatz von 15,4 Millionen Euro (minus 2,5 Prozent). Hier macht sich die Tendenz zum Wassersparen bemerkbar. Das Müllheizkraftwerk verbrannte mehr als 250.000 Tonnen (plus 0,6 Prozent). Die Anlage erwirtschaftete einen Umsatz von 31,3 Millionen Euro und damit ein Plus von 2,6 Prozent.

Derzeit beschäftigt die EVO-Gruppe rund 880 Beschäftigte und steht an vierter Stelle der größten Unternehmen in der Stadt Offenbach. Zur EVO-Gruppe gehören neben der EVO folgende Töchter: die Gasversorgung Offenbach GmbH (GVO) und die Abwasserbetriebs-gesellschaft ABeG. Die 24/7 United Billing GmbH ist zuständig für Abrechnungsdienstleistungen und betreibt ein Call-Center. Dazu kommt die 24/7 Metering GmbH, die mit rund 70 Mitarbeitern für das Zähler- und Messwesen zuständig ist.

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