13. Oktober 2022
11 Min

Blackout

Hilfe, Stromausfall! Hilfreiche Tipps, wie Sie sich dagegen wappnen

Schon seit einiger Zeit geistert das Schreckgespenst „Blackout“ durch die Schlagzeilen der Tageszeitungen. Doch lassen Sie sich davon nicht unnötig verunsichern: Das deutsche Stromnetz ist eins der sichersten der Welt und normale Stromausfälle sind meist blitzschnell behoben. Nur 10,7 Minuten waren deutsche Haushalte 2020 durchschnittlich ohne Strom. Lediglich in Ausnahmefällen, wie bei der Schneekatastrophe im Münsterland 2005, brauchten die Stromversorger auch mal mehrere Tage, bis alle Haushalte wegen zerstörter Leitungen wieder ans Stromnetz angeschlossen waren. Dennoch kann es auf keinen Fall schaden, für den Ernstfall gut vorbereitet zu sein – ob er nun eine halbe Stunde oder mehrere Tage dauert. Mit unserer Checkliste sind Sie gut gerüstet.

Check 1: Bestandsaufnahme machen

Gehen Sie durch Ihr Haus oder Ihre Wohnung und überlegen Sie bewusst, welche Geräte und Systeme Strom benötigen und was passieren würde, wenn sie für mindestens einen Tag vom Stromnetz getrennt wären. Machen Sie eine Liste mit drei Kategorien: „geht auch ohne“, „wichtig“ und „lebensnotwendig“. Schreiben Sie hinter die lebensnotwendigen und wichtigen Dinge, was Sie brauchen, um sie ohne Strom zu ersetzen. Unsere Checkliste hilft Ihnen dabei.

Check 2: Licht

Beim Einschalten des Lichts fällt oft zuerst auf, dass der Strom weg ist. Eine dunkle Wohnung birgt Unfallgefahren und verunsichert. Deshalb brauchen Sie unbedingt eine batteriebetriebene Taschenlampe, die Sie an einem zentralen und gut zugänglichen Ort aufbewahren. Legen Sie gleich auch ausreichend Ersatzbatterien dazu! Die Lichtfunktion am Handy ist zwar praktisch, verbraucht aber wertvolle Energie, und das Handy lässt sich bei einem Stromausfall nicht wieder aufladen. Alternativ zu batteriebetriebenen Taschenlampen gibt es Kurbeltaschenlampen, die man per Handbetrieb aufladen kann, oder batteriebetriebene LED-Leuchten. Bei einem längeren Stromausfall ist es nützlich, von diesen in jedem Raum eine zu haben, idealerweise mit Bewegungssensor. So haben Sie die Hände für andere Dinge frei.

Kerzen und Feuerzeuge eignen sich nur bedingt als Lichtquelle für längere Stromausfälle, da von ihnen eine Brandgefahr ausgeht und man sie nicht unbeobachtet lassen darf.

Check 3: Heizung

Die meisten Heizsystemen haben mindestens eine strombetriebene Komponente, weshalb viele Zentralheizungen nicht mehr laufen, wenn der Strom ausfällt. Kürzere Stromausfälle lassen sich gegebenenfalls mit einer warmen Decke und einem dicken Pullover überbrücken. Wenn Sie einen Ofen oder Kamin besitzen, überprüfen Sie Ihre Holz- oder Brikettvorräte und sorgen Sie dafür, dass diese immer gut gefüllt sind. Wärmflaschen im Bett helfen, sich aufzuwärmen – dafür ist natürlich heißes Wasser nötig, womit wir zu Check 4 und 5 kommen.

Check 4: Trinkwasser

Bei einem Stromausfall, der nur Ihre Straße oder Ihren Stadtteil betrifft, sollte das Leitungswasser trotzdem fließen. Erst, wenn überregionale Ausfälle auch die Pumpen der Wasserwerke lahmlegen, wird das Leitungswasser knapp. Das Restwasser in den Leitungen können Sie dann als Brauchwasser sammeln, wenn Sie eine Badewanne oder genügend Eimer im Haus haben. Für Ihre Mahlzeiten sollten Sie jedoch ausschließlich abgefülltes Wasser nutzen. Für den Ernstfall empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe 2 Liter pro Person und Tag und einen Vorrat für 10 Tage. Denken Sie auch an Ihre Haustiere!

Check 5: Küche und Lebensmittel

Wer einen Gasherd hat, ist bei längerem Stromausfall im Vorteil. Zwar wird auch der bei flächendeckenden Ausfällen nicht funktionieren, weil die Lieferung von Gas aus der Leitung ebenfalls Strom benötigt, doch viele Modelle lassen sich mit wenigen Handgriffen auf Propangas umstellen. Alternativ sollten Sie einen Campingkocher im Haus haben, der mit kleineren, abgepackten Gaskartuschen betrieben wird. So können Sie sich, wenn die Heizung nicht läuft, immerhin mit einem Heißgetränk, einer Suppe oder einer Wärmflasche aufwärmen.

Sollte der Blackout im tiefsten Winter stattfinden, sind zumindest die Lebensmittel im Kühlschrank nicht unmittelbar in Gefahr. Besorgen Sie sich eine wasserfeste Kiste, die Sie im Garten oder auf dem Balkon aufstellen und in der Sie verderbliche Lebensmittel lagern können. Bei Außentemperaturen von 7 Grad abwärts sind Ihre Lebensmittel hier genauso gut aufgehoben wie im Kühlschrank. Ihre tiefgefrorenen Vorräte können Sie allerdings erst ab minus 18 Grad Außentemperatur draußen frisch halten.

Legen Sie sich auch einen kleinen Vorrat von Lebensmitteln an, die haltbar sind und die man gut kalt verzehren kann, wie z. B. Müsli mit haltbarer Milch, Obstkonserven, Knäckebrot, Zwieback, Honig, Nüsse, Dosenwurst und -fisch etc. Hier empfiehlt es sich, nicht alles auf einen Schlag zu besorgen, sondern bei jedem Einkauf das eine oder andere mitzunehmen, das Ihnen ins Auge fällt und das Sie mit Appetit essen würden. Denken Sie auch an Ihre Haustiere!

Check 6: Kommunikation

Wenn nicht auch das Mobilfunknetz betroffen ist, ist Ihr Handy Ihre wichtigste Verbindung zur Außenwelt. Dass Sie den Akku während eines Stromausfalls schonen, versteht sich von selbst, doch auch die Anschaffung einer Powerbank kann nützlich sein, um die Laufzeit im Ernstfall zu verlängern. Wenn Sie in eine Powerbank mit Solaraufladung investieren, können Sie zumindest an den meisten Tagen Ihr Handy unbegrenzt aufladen – und sparen sogar auch im Alltag Stromkosten.

Check 7: Bargeld

Wir sind es gewohnt, überall mit Karte zu bezahlen. Daher vergessen wir schnell, dass diese Methode bei einem flächendeckenden Stromausfall nicht funktioniert. Auch Bankautomaten spucken dann kein Geld mehr aus. Es empfiehlt sich also, immer eine kleinere Menge Bargeld im Haus zu haben, um so die notwendigsten Dinge einkaufen zu können. Diese sollte ausreichen, um einen für Sie typischen, großen Wocheneinkauf damit zu finanzieren.

Check 8: Medizinische Geräte

Sollten in Ihrem Haushalt Personen leben, die von lebensnotwendigen, strombetriebenen medizinischen Geräten abhängig sind, wie zum Beispiel einem Sauerstoffgerät, sollten Sie sich auf jeden Fall um die Anschaffung einer Ratgeber kümmern. Ihr Facharzt kann Sie hierzu beraten.

Fazit:

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat 2022 zwei Sonderanalysen in Auftrag gegeben, um die Krisenfestigkeit der deutschen Stromnetze auf Überlastung zu prüfen. Nach diesen Ergebnissen sind in Deutschland großflächige Blackouts nicht zu erwarten. Selbst unter den kritischsten angenommenen Bedingungen könnten höchstens stundenweise Stromausfälle oder geplante -abschaltungen auftreten. Niemals ausgeschlossen werden können allerdings Wetterphänomene, die die „Hardware“ wie Überlandleitungen und Masten zerstören (Stürme, Flutkatastrophen etc.). Deshalb empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz, die o.g. Checks durchzuführen, um für Stromausfälle und andere mögliche Abweichungen von der Normalsituation „passiv“ gut gerüstet zu sein, ohne dabei in Panik zu verfallen.

Einen Anhaltspunkt, was Sie im Falle eines Notfalls ebenfalls im Haus haben sollten, bietet Ihnen auch die Checkliste des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Diese können Sie ganz einfach hier herunterladen.

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