12. September 2011 | MVV

Neuer Vertrag mit Mannheimer MVV sichert umweltfreundliche Restabfallentsorgung und sinkende Preise

Die Stadt Heidelberg wird auch in den kommenden Jahren den gesamten Restabfall der Stadt bis mindestens Ende 2018 und längstens Ende 2023 wie bisher in der thermischen Abfallbehandlungsanlage der MVV Energie auf der Friesenheimer Insel in Mannheim entsorgen lassen - und das zu deutlich verbesserten Konditionen.

Von der Kostenersparnis werden die Bürger/-innen und Gewerbetreibenden in Form von sinkenden Abfallgebühren profitieren.

Nach einer getrennten europaweiten Ausschreibung haben die Städte Heidelberg und Mannheim sowie der Rhein-Neckar-Kreis die Entsorgung ihrer Restabfälle an die MVV Umwelt Ressourcen GmbH, einer Tochtergesellschaft der MVV Energie, vergeben. Die aktuellen Verträge mit der MVV enden am 31. Dezember 2012.

Fortsetzung "bewährter Zusammenarbeit"

Am Montag, 12. September 2011, wurde nun im Heidelberger Rathaus der neue, langfristig angelegte Entsorgungsvertrag unterzeichnet.

Dabei resümierte Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner: "Damit ist gewährleistet, dass wir die bewährte Zusammenarbeit mit der MVV fortsetzen können. Mit dem neuen Vertrag haben wir die bestmögliche Sicherheit für eine kostenoptimierte und umweltfreundliche Entsorgung der Heidelberger Restabfälle erreicht. Unter diesen Aspekten lassen sich die nächsten Jahre gut planen." Matthias Brückmann, Mitglied des Vorstands der MVV Energie, betonte: "Für unser Unternehmen ist das Ergebnis der Ausschreibung ein nachhaltiger Vertrauensbeweis. Wir sind ein verlässlicher und kompetenter Partner in der Metropolregion Rhein-Neckar - nicht nur bei der Energie- und Wasserversorgung, sondern auch bei der umweltfreundlichen und klimaschonenden Verwertung der anfallenden Abfälle."

Ersparnis von mehr als drei Millionen Euro pro Jahr

Mit dem neuen Vertrag kann die Stadt ab dem Jahr 2013 mehr als drei Millionen Euro pro Jahr einsparen. "Mit einer Ersparnis von rund 50 Prozent haben wir ein erfreuliches Ausschreibungsergebnis realisiert, das unsere Wettbewerbsfähigkeit stärkt und in den kommenden Jahren der Heidelberger Bevölkerung zu Gute kommen wird. Es hat sich gezeigt, dass der Ausschreibungszeitpunkt sehr günstig gewählt war und sich die derzeitige Marktsituation sehr positiv auf die erzielten Preise ausgewirkt hat", erläuterte Rolf Friedel, Leiter des Amts für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung der Stadt Heidelberg.

Der Vertrag tritt am 1. Januar 2013 in Kraft und läuft bis Ende 2018. Danach kann er zweimal um jeweils zwei Jahre sowie ein weiteres Jahr einseitig von Seiten der Stadt verlängert werden. Das bedeutet, dass der Preis für die Restabfallentsorgung bis in das Jahr 2023 gesichert ist.

Abfallgebühren sinken ab 2013 deutlich

Davon profitieren die Bewohner/-innen und Gewerbetreibenden Heidelbergs: Da das städtische Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung mit den Abfallgebühren keinen Gewinn machen darf, können die Abfallgebühren ab 2013 deutlich gesenkt werden. Über die genaue Höhe der Reduzierung entscheidet der Heidelberger Gemeinderat im Laufe des Jahres 2012.

Bürger/-innen zum Abfallvermeiden motiviert

Schon jetzt liegt Heidelberg mit seinen jährlichen Abfallgebühren von 118 bis 152 Euro (ohne Bioabfalltonne 94 bis 104 Euro) unter dem landesweiten Durchschnitt von 153,14 Euro. Ein Grund dafür ist das Bedarfssystem, das die Bürgerinnen und Bürger zum Abfallvermeiden motivieren soll: Jeder Haushalt hat selbst in der Hand, wie schnell sich die Restmülltonne füllt und wie oft diese entleert wird. "Die Rahmenbedingungen des Vertrages unterstützen das flexible System in Heidelberg zusätzlich, weil wir künftig nicht an Mindestmengen gebunden sind", erläuterte Rolf Friedel.

Kriterien der Ausschreibung

Neben dem reinen Angebotspreis sind bei der Vergabe weitere ökonomische und ökologische Kriterien berücksichtigt worden:

  • Autarkieprinzip: Eine wesentliche Rahmenbedingung der Ausschreibung war das in Baden-Württemberg geltende Autarkieprinzip. Dieses besagt, dass die zu beseitigenden Abfälle, die in Baden-Württemberg entstanden sind, auch im Land selbst entsorgt werden müssen.
  • Feste Preise, keine Mindestmengen: Über die gesamte Vertragslaufzeit (mindestens sechs, mit Vertragsverlängerungen elf Jahren) wurden flexible Kontingente ohne Mindestmengen festgelegt, die es der Stadt Heidelberg ermöglichen, auf anstehende Gesetzesänderungen sehr flexibel reagieren und die ehrgeizigen Vermeidungs- und Verwertungsziele weiterhin einhalten zu können.
  • Energieeffiziente Anlage und umweltfreundliche Transportwege: Die Stadt Heidelberg legte aus Umweltschutzgründen Wert auf die Energieeffizienz der Restabfallbehandlung. Mit der Vergabe an die MVV in Mannheim bleibt sie zudem in der Region. Der Restabfall wird auf einem kurzen Transportweg zu einer energieeffizienten, hochwertigen Anlage gefahren. Damit werden auch hiesige Arbeitsplatze gesichert.


Ausführliche Informationen zum Thema Abfall gibt es auf der städtischen Homepage unter

www.heidelberg.de/abfall

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Hintergrund: Heizkraftwerk Mannheim

Die Geschichte des Heizkraftwerkes Mannheim auf der Friesenheimer Insel im Norden der Stadt reicht bis in die 60er Jahre zurück. Seither wurde dieser Energiestandort kontinuierlich ausgebaut, optimiert und den gestiegenen Umweltanforderungen angepasst. Die Kessel der Anlage - 2009 ging mit Kessel 6 ein neuer, hoch moderner Kessel in Betrieb - verfügen über eine Verbrennungskapazität von mehr als 600.000 Tonnen pro Jahr und verbrennen den Restabfall aus der Region Mannheim, Heidelberg, der Stadt, dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Landkreis Karlsruhe sowie Gewerbeabfälle aus der gesamten Region. Die Anlage erzeugt pro Jahr rund 200 Millionen Kilowattstunden Strom - das entspricht dem Bedarf von rund 50.000 Haushalten - und versorgt rund 15 Industriekunden mit dem in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugten Dampf.

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