Gepostet am: 16. Juni 2023
12 Min

Tipps für Ihren Urlaub

Urlaub mit E-Auto: Abenteuer oder problemlos?

Wer mit seinem E-Auto in den Urlaub fahren will, wird sich schon im Vorfeld einige Fragen stellen: Wieviel Kilometer schafft mein Auto, wenn es beladen ist? Welche Tagesetappe kann ich planen? Wie sieht das mit dem Laden unterwegs und am Zielort aus? Im folgenden Beitrag wollen wir Ihnen ein paar Orientierungshilfen mit auf den Weg geben. Wenn Sie einiges davon in Ihre Checkliste einbauen, können Sie Ihren Urlaub mit dem E-Auto genießen wie immer.

Bin ich überall gleichgut versorgt mit Ladestrom?

Eine wichtige erste Frage – und die Antwort darauf wird für Ihre Reiseplanung vielleicht nicht ganz unbedeutend sein. Die Abdeckung mit öffentlichen Ladestationen in Europa ist nicht überall gleich. Es gibt engmaschige Netze und einige, die eher lose geknüpft sind. In Mittel-Europa ist die Versorgung vergleichsweise sehr gut. Die Niederlande, Frankreich, Großbritannien, Norwegen und Deutschland haben eine durchaus hohe Netzdichte.

Natürlich ist auch das nur eine Momentaufnahme, da der Netzausbau überall stetig vorangeht. Sicherlich aber mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.
Darüber hinaus gilt Skandinavien an sich als E-Auto-affin, was den Norden als Reiseziel für E-Automobilisten besonders attraktiv macht. Wobei es hier auch auf die Jahreszeit ankommt: Bei winterlicher Kälte empfiehlt sich gerade im Norden eine besondere Feinplanung, da die Batterien im Auto bei tiefen Temperaturen weniger leistungsfähig sind. Im Süden Europas wird das Ladenetz deutlich lückenhafter. Ganz Spanien verfügt zum Beispiel nur über ein Drittel der Stromtankstellen im Vergleich mit den Niederlanden: 15.000 Ladestationen bei unserem kleineren Nachbarn stehen lediglich 5.000 im zwölfmal größeren Spanien gegenüber. Auch wenn Sie jetzt die Wahl Ihres Reiseziels nicht allein an Ihrem Auto ausrichten werden, ist das bei der Planung sicher zu berücksichtigen. In Italien ist ein Nord-Südgefälle zu beobachten. 

Je weiter Sie fahren, um so „spannender“ wird es mit den Ladesäulen. Laut „Autobild“ befindet sich auf Sizilien nur ein einziger Tesla Supercharger. Der kommt zwar ohnehin nicht für jedes E-Auto in Frage, ist allerdings ein Indiz für den noch zurückhaltenden Stand des Netzausbaus in der Region. 
In Ost-Europa ist die Ladestruktur auch noch ausbaufähig. Allerdings kann Tschechien damit glänzen, dass E-Autos die gebührenpflichtigen Autobahnen kostenlos nutzen dürfen. Was übrigens auch für Norwegen gilt. 

Wie komme ich am besten ans Ziel?

Natürlich ist die Reichweite Ihres Fahrzeugs bei einem Roadtrip immer ein Thema. Auch wenn die Akkus mittlerweile deutlich ausdauernder sind als noch vor wenigen Jahren. Die Reichweite bestimmt letzten Endes den Rhythmus Ihrer Ladepausen-Planung. Berücksichtigen Sie dabei vor allem Ihre praktische Erfahrung mit Ihrem Fahrzeug. Gehen Sie von den schon erprobten Verbrauchswerten aus, weniger von dem, was theoretisch möglich wäre. Dazu kommt bei einer Urlaubsreise auch das höhere Fahrzeuggewicht durch die Mitreisenden und das Gepäck. Gewicht drückt auf die Reichweite und daher mag es keine schlechte Idee sein, beim Packen eher „schlank“ zu bleiben und Unnötiges zu Hause zu lassen.

Wenn Sie Ihre Ladepunkte entlang der Hauptverkehrsrouten planen, sind Sie eher auf der sicheren Seite. Hier werden Sie häufiger Ladestationen finden, auch solche mit mehreren Steckplätzen. Mehrere Ladepunkte erhöhen die Chance, auch gleich an einem freien Platz andocken zu können. Wenn Ihr E-Auto schnellladefähig ist, dann wären Schnellladestationen auf Ihrer Strecke ein weiterer nützlicher Filter.

Selbstplanen oder das Auto planen lassen?

Bei der konkreten Planung können Sie nun eine entsprechende App zu Hilfe nehmen oder auf Ihr Auto zurückgreifen. Nicht alle, aber viele E-Autos verfügen über einen eingebaute Routenplaner, der für Ihre Reise die passenden Ladestationen im richtigen Abstand vorschlägt. Und dabei auch eine gewisse Restreichweite als Sicherheitspuffer einkalkuliert.

Genau das sollten Sie auch bei Ihrer Planung via App berücksichtigen. Es ist ja möglich, dass ihre anvisierte Ladestation belegt ist oder die Ladesäule defekt – dann ist ein Plan B eine gute Sache. Experten empfehlen eine Reserve von 80 bis 100 km einzuplanen. Dann haben Sie einfach mehr Spielraum für Alternativen. 

Auf Nummer sicher gehen Sie auch, wenn Sie einen der großen Ladeparks ansteuern, wie sie in Deutschland gerade vermehrt entstehen. Der Ladepark am Kamener Kreuz bietet nachgezählte 52 High-Performance-Charger, die mit 300 kW-Ladeleistung aus der Ladepause ein Päuschen machen (ähnlich wie der neue Schnellladepark der MVV am Mannheimer Hauptbahnhof). Zusätzlich glänzen Parks wie diese auch mit einem beträchtlichen Serviceangebot im unmittelbaren Umfeld, was selbst längere Aufenthalte angenehm macht. Das Pause-machen könnte unter diesen Umständen sogar einen Mehrwert darstellen, also ein Plus an Reisequalität, ganz im Sinne von „der Weg ist das Ziel“.

Eine App-basierte Routenplanung hat gegenüber dem integrierten Routenplaner im Fahrzeug einen kleinen Nachteil: Im Unterschied zu diesem können die Apps Staus, Umwege oder zusätzliche Verbraucher (Klimaanlage!) nicht automatisch in die Routenempfehlung einbeziehen. E-Autos mit integriertem Planer können das in der Regel. Und weil sie auch wissen, in welchem Auto Sie sitzen, werden Sie auch nicht an einen Ladepunkt geschickt, der mit Ihrem Fahrzeug nicht kompatibel ist. Das wäre aktuell zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie mit Ihrem VW ID 3 zu einem Tesla Super Charger gelotst würden. 

Am Ziel flexibel sein, beim Bezahlen auch.

Gut möglich, dass Sie für Ihre Reise Zwischenstopps mit Übernachtung einplanen. Dann empfiehlt es sich zu klären, ob das Hotel eine Lademöglichkeit anbietet, am besten in der eigenen Tiefgarage. Wichtiger noch ist allerdings die Ladesituation am Zielort. Ob Hotel, Ferienwohnung oder Campingplatz – informieren Sie sich über das Angebot. Leider bieten z.B. die großen Ferienhaus-Portale einen entsprechenden Filter (mit Wallbox Ja/nein) noch nicht an.

Wenn Ihr Reiseziel abseits der Ballungszentren liegt, wird die Dichte an Ladestationen entsprechend geringer sein. Auch das ist ein Punkt, der Teil Ihrer Checkliste sein sollte. Genauso wie der Hinweis, beim Packen nicht das eigene Ladekabel zu vergessen. Nicht immer und überall sind die Ladesäulen komplett ausgestattet. 

Zuletzt noch ein Hinweis auf eine Erleichterung, die im Kommen ist: Einfaches Bezahlen. Mit den Ladekarten oder Apps der Stromanbieter kommen Sie in der Regel schon sehr weit. In Zukunft soll das Bezahlen an der Säule aber zumindest in Deutschland noch einfacher werden. Geplant ist, dass alle neue installierten Ladesäulen alternative Bezahlfunktionen für Kredit- und EC-Karte/Girokarte aufweisen. Eine Regelung, die bereits ab Juli diesen Jahres in Kraft treten sollte, nun aber um ein Jahr verschoben wurde.

7 Tipps für einen entspannteren Urlaub mit dem E-Auto

  • Beachten Sie bei der Definition Ihres Reiseziels die Netzdichte an Ladestationen. Sie ist unterschiedlich in Europa.
  • Planen Sie Ihre Ladestopps auf Basis Ihrer eigenen Erfahrungen mit der Reichweite Ihres E-Autos.
  • Kalkulieren Sie immer eine Kilometer-Reserve ein, um einen „Plan B“ zu haben.
  • Orientieren Sie sich an den Hauptverkehrsrouten. Hier finden Sie mehr Ladestationen mit einer höheren Anzahl an Ladepunkten.
  • Versuchen Sie via Planungs-App oder durch den integrierten Routenplaner im Fahrzeug Informationen über die Qualität der Ladestation zu erhalten.
  • Informieren Sie sich über die Bezahl-Optionen an der ausgewählten Ladestation.
  • Ab Juli 2024 müssen alle neuen Ladestationen in Deutschland Kredit- oder Girokarte akzeptieren!

Fazit

Der Urlaub mit dem E-Auto ist keine Expedition ins Ungewisse, aber er sollte gut geplant sein. Die Ladenetze werden stetig ausgebaut, trotzdem ist es sinnvoll, sich an den Hauptverkehrsadern zu orientieren. Viel hängt natürlich von der Reichweite Ihres E-Autos in Urlaubskonfiguration (beladen) ab. Hohes Gewicht oder ein aerodynamisches Handicap wie eine Dachbox oder der Fahrradträger beeinflussen die Ausdauer. Vielleicht am wichtigsten: Setzen Sie sich nicht unter Zeitdruck, genießen Sie die Anreise als Teil Ihres Urlauberlebnisses.

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