16. Januar 2023
10 Min

Der Weg zur passenden Wallbox

Welche Ladestation ist die richtige für mein E-Auto?

Wer die Entscheidung getroffen hat, auf E-Mobilität umzusteigen, wird sich als nächstes fragen, welche (nicht-öffentliche) Ladestation denn nun die geeignete für ihn persönlich ist. Je nachdem ob man als Unternehmen nach einer Lösung für den Fuhrpark sucht oder als Privatperson über eine private Wallbox nachdenkt, spielen unterschiedliche Kriterien eine Rolle. Heute betrachten wir die Frage aus Sicht eines privaten Eigenheimbesitzers, der für seine Garage oder Carport nach einer Lösung sucht.

Großes Angebot, regelmäßige Tests

Der Markt für Ladestationen ist mittlerweile groß und entsprechend unübersichtlich. Überblick und Orientierung sind daher wichtige Voraussetzungen für eine Entscheidung. Als neutrale Instanzen sind Stiftung Warentest und der ADAC die logischen ersten Adressen für alle, die mit ihren Nachforschungen beginnen wollen. Beide Institutionen testen regelmäßig das neueste Angebot und können profunde Antworten geben. Dabei werden auch die unterschiedlichen Anforderungen herausgearbeitet. So kann jeder Interessent sein persönliches Nutzungsprofil als Filter für seine Entscheidung anlegen. In den Zusammenhang gehört auch der Hinweis, dass die Wallbox und Ihr E-Auto natürlich zueinander passen müssen. Ausschlaggebend ist dabei, für welche Ladeleistung das ins Auto integrierte Bordladegerät ausgelegt ist. Das Spektrum reicht vom einphasigen bis zum dreiphasigen Laden.

Die Top-2-Kriterien: Funktion und Sicherheit

Die eigene private Ladestation bietet von Anfang an zwei direkte Vorteile: Eine wesentlich höhere Ladegeschwindigkeit im Vergleich zu einer normalen Haushaltssteckdose und ein deutliches Plus an Sicherheit. Laut ADAC dauert das vollständige Laden eines 40-kWh-Akkus an der herkömmlichen Steckdose ca. 17 Stunden, während der Vorgang an einer 11 kW Wallbox lediglich rund 3,5 Stunden in Anspruch nimmt (Quelle: ADAC). Ein deutlicher Vorsprung. Zudem werden die Stromkabel und Sicherungen der Hauselektrik einfach geschont. Schon deshalb, weil jede Wallbox an einer separat abgesicherten Zuleitung der Hausinstallation angeschlossen werden muss. Für den ADAC sind Funktion und Sicherheit die Top-Kriterien bei der Beurteilung einer Ladestation. In dessen aufwendigen Testreihen, mit mehr als 400 durchgeführten Ladevorgängen, muss jede Wallbox zeigen, dass es an dieser Stelle nichts zu bemängeln gibt.

Beispiel: Ladezeit für eine 40 kW-Batterie

 SteckerAnschlussLadeleistungDauer*
HaushaltssteckdoseSchuko230 V, 10 A2,3 kWca. 17 Stunden
WallboxTyp 2230 V, 16 A3,7 kWca. 11 Stunden
WallboxTyp 2230 V, 20 A4,6 kWca. 9 Stunden
WallboxTyp 2400 V, 3x16 A11 kWca. 3,5 Stunden
WallboxTyp 2400 V, 3x32 A22 kWca. 2 Stunden

*Ladedauer berechnet, unabhängig von Lademanagement und Akkutemperatur.

Leistung, Ladekabel, Installationspunkt

Nach derzeitigem Stand der Dinge ist für den Privatbereich eine Wallbox mit einer Ladeleistung von 11 kW völlig ausreichend. Die ebenfalls angebotenen Geräte mit 22 kW Ladeleistung sind erst für den Fuhrparkbereich interessant. Außerdem müssen sie vom Netzbetreiber genehmigt werden, während bei einer 11 kW-Anlage die Anmeldung schon genügt. Zum Stromtanken gehört auch ein Stecker. Hier hat sich in Deutschland (und Europa) der Typ-2-Stecker als Standard etabliert, das Laden geht dann zwar nicht ultraschnell, aber dafür sind derzeit auch nur die wenigsten Bordlader im Auto ausgerüstet – und der entscheidet letztlich darüber, „was geht“. Ist die Ladestation, die Sie ins Auge gefasst haben, bereits mit einem integrierten Ladekabel ausgestattet, macht das die Nutzung komfortabler. Auch das ist also ein relevanter Punkt auf Ihrer Checkliste. Wichtig für Ihre Vor-Auswahl ist zusätzlich der Installationspunkt: Haben Sie eine Garage, spricht das für eine Wandladestation, bei einem Carport oder einem offenen Stellplatz wäre die Ladesäule nützlicher.

Der Trend geht zum smarten Laden

Wer sich auf dem Markt umschaut, stellt fest, dass sich die intelligente Ladestation auf dem Vormarsch befindet. Gegenüber einer „einfachen“ Ladestation (die einfach nur lädt) verfügt sie über Ausstattungsmerkmale, die Ihnen als Nutzer viele Trümpfe in die Hand spielen.

Intelligente Ladestationen verfügen zum Beispiel über eine Zugangssicherung via RFID-Karte – das verhindert den Zugriff Unbefugter auf Ihre Stromtankstelle. Außerdem bieten sie in der Regel ab Werk einen geeichten Stromzähler. Der wiederum ermöglicht Ihnen Übersicht und Kontrolle mithilfe von Ladestatistiken und dem Einprogrammieren der besten (günstigsten) Ladenzeiten. Gänzlich smart wird die Ladestation, wenn sie mit einem Internetzugang ausgestattet ist. Über eine entsprechende App auf Ihrem Smartphone können Sie dann den Ladevorgang aus der Ferne überwachen und steuern. Der integrierte Internetzugang bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich: Software-Updates des Herstellers können so direkt in die Anlage einfließen. Ein Plus an Zukunftssicherheit.

Schnittstelle zur Photovoltaik-Anlage.

Konsequent gedacht, sollte Ihre Ladestation auch die Integration einer PV-Anlage unterstützen. Verfügt sie über eine derartige Schnittstelle, können Sie zum Beispiel Ihr E-Auto stets mit überschüssiger Energie von Ihrer eigenen Solaranlage auf dem Dach laden. Was erstens besonders günstig und zweitens auch ziemlich klimafreundlich ist. Als Eigenheimbesitzer haben Sie so viele Möglichkeiten einer optimalen Nutzung. Jeder Aspekt ist wichtig genug, um ihn mit einem unserer Experten zu besprechen. Ein anderes Beispiel unterstreicht das:

DC-Fehlerstromerkennung? Was ist das und warum brauche ich das?

Aus dem Netz kommt Wechselstrom (AC), der Akku im E-Auto arbeitet aber nur mit Gleichstrom (DC). Deshalb können beim Ladevorgang Gleichfehlerströme auftreten, was das Risiko eines Kurzschlusses birgt. Dagegen wirkt die DC-Fehlerstromerkennung, die im Zweifelsfall die Anlage abschaltet. Die wichtige Frage für Sie ist jetzt, ob diese Schutzvorrichtung bereits in der Ladestation eingebaut ist oder nicht. Wenn das der Fall ist, können Sie einen kleinen Aufpreis dafür in Kauf nehmen, denn der nachträgliche Einbau in die Hauselektrik ist in jedem Fall teurer. 

Fazit: Sehr gut muss nicht sehr teuer sein

Der ADAC-Wallbox-Test vom Herbst 2022 endete mit einem überraschenden Ergebnis: Testsieger wurde das günstigste Angebot. Das ist gut zu wissen, da es kein nationales Förderangebot mehr für den Erwerb einer Ladestation gibt (Stand: Januar 2023) . Die entsprechenden Fördermittel der KfW sind ausgeschöpft. Nur auf regionaler Ebene sind noch Förderprogramme aktiv. Unterm Strich lautet die Empfehlung also: Vor dem Investieren immer gründlich recherchieren. Das gilt für Eigenheimbesitzer wie auch für Mieter, die sich für eine Ladestation interessieren. Was sie dabei besonders zu beachten haben, erläutern wir Ihnen in unserm Artikel zum Thema: Wallbox im Mehrfamilienhaus.

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