22. Juni 2022
8 Min

Energieverbrauch

EU-Energielabel und Lebensdauer von Elektrogeräten: Warum billig oft teurer ist

Die Stromkosten steigen. Und der Strom vom Dach aus der eigenen Photovoltaikanlage steht nicht immer zur Verfügung. Deshalb sollten Sie darauf achten, wie viel Strom die Geräte in Ihrem Haushalt verbrauchen. Oft rechnet sich eine Neuanschaffung. Aber wer billig kauft, zahlt später drauf. Warum das so ist, lesen Sie in diesem Beitrag.

Das neue EU-Energielabel

Seit September 2021 gilt das neue EU-Energielabel für Elektrogeräte. Vermutlich kennen Sie die Farb- und Buchstabenskala von Grün zu Rot beziehungsweise A bis G. Die Überarbeitung wurde notwendig, weil die technische Entwicklung zu Verbesserungen an der Energieeffizienz von Haushaltsgeräten geführt hatte. Aus diesem Grund wurden dem alten EU-Energielabel oberhalb von A die Pluszeichen zugefügt. Zuletzt gab es A+++, was zur Verwirrung der Verbraucher beitrug. Im neuen Label ist deshalb die Einstufung in Effizienzklassen neu ausgerichtet worden. Weiterhin gibt es A bis G, wobei A bisher nicht vergeben wird. Und nur wenige Geräte führen bereits die Einstufung B. Das alte A+++ entspricht in der neuen Klassifikation in etwa dem neuen C. Auf dem neuen Label steht neben der Einstufung nun auch ein QR-Code, der mit dem Smartphone gescannt zum Produktdatenblatt des Herstellers führt. Außerdem steht auf dem Label ein Hinweis zum Stromverbrauch pro Jahr und je nach Gerät die Geräuschemissionen.

Grundlagenwissen Elektrogeräte

Die Angaben zum Stromverbrauch moderner Elektrogeräte sind allerdings Durchschnittswerte. Bei einem Kühlschrank werden ähnlich wie bei Fahrzeugen Testzyklen zugrunde gelegt, die eher unter Laborbedingungen zu erreichen sind. Allerdings gelten die gleichen Regeln für die Ermittlung des jährlichen Stromverbrauchs für alle Hersteller. Ebenfalls obligatorisch müssen diese ein Produktdatenblatt zum Download anbieten, dass die Kunden vor dem Kauf einsehen können. Der tatsächliche Stromverbrauch ist abhängig von der Nutzung. Ein Kühlschrank, der 20-mal am Tag geöffnet wird verbraucht mehr Strom als einer, der nur drei oder viermal am Tag für ein paar Sekunden offen steht. Allerdings bietet das EU-Energielabel die wichtigsten Informationen, mit denen Sie die Lebenszeitkosten eines Elektrogerätes ermitteln können. Und damit können und sollten Sie auch rechnen, wenn Sie ein neues Elektrogerät anschaffen oder ein Altgerät ersetzen.

Wie lange halten Haushaltsgeräte?

Waschmaschine, Kühlschränke und Fernseher werden nicht mehr so lange genutzt, wie in früheren Generationen. Bei den Haushaltsgroßgeräten liegt die „Erst-Nutzungsdauer“ im Durchschnitt bei dreizehn Jahren. Insgesamt sinkt die Nutzungszeit. Bei TV-Flachbildschirmen liegt sie im Schnitt nur noch bei 5,6 Jahren. Das ergab eine Langzeitstudie des Umweltbundesamtes 2015. Außerdem ermittelte das Amt, dass der Anteil der Geräte, die schon in den ersten fünf Jahren kaputtgehen, angestiegen ist: von 3,5 Prozent auf 8,3 Prozent der untersuchten Geräte. Teurere Produkte mit höherer Qualität schneiden bei der Haltbarkeit besser ab. Lebensdauertests von einschlägigen Testmagazinen zu einzelnen Geräten können darüber Auskunft geben. Achten Sie aber auch auf die Reparierbarkeit von Elektrogeräten. Der Blaue Engel ist ein Gütesiegel dafür.

Vergleich: Lebenszeitkosten für Kühl-Gefrierkombinationen mit C, D, E und F

Sie wollen sich einen neuen Kühlschrank kaufen. Sie stehen im Laden und haben vier Geräte, die für Sie in Frage kommen. Die vier Geräte tragen nach dem EU-Energielabel die Klassifikationen C bis F. Die Preisspanne reicht von 550 bis 700 Euro. Berechnen Sie die Lebenszeitkosten für zehn Jahre bei einem Preis von 0,40 Eurocent pro kWh. Und ehe Sie den Taschenrechner auf Ihrem Smartphone starten, finden Sie die Antworten in untenstehender Tabelle:

 

Kühl-Gefrier-KombiCDEF
kWh pro Jahr120150210280
kWh in 10 Jahre
Nutzungszeit
1200150021002800

Stromkosten bei 0,4 € (über 10 Jahre)

480 €600 €840 €1.120 €
Anschaffungspreis700 €650 €600 €550 €
Lebenszeitkosten1.180 €1.250 €1.440 €1.670 €

 

Die günstigste Kühl-Gefrier-Kombination kostet nur 550 Euro. Sie verbraucht aber 280 kWh Strom pro Jahr, was über zehn Jahre 1.120 Euro kostet. Wenn Sie bei der Anschaffung aber auf das Gerät mit der Klassifikation C setzen und 150 Euro mehr ausgeben, sparen Sie über zehn Jahre Nutzungszeit 490 Euro. Berechnen Sie auch die aktuellen Kosten für Ihr Altgerät. Viele Kühlschränke, die länger als zehn Jahre im Einsatz sind, verbrauchen mehr als 300 kWh pro Jahr. Sind sie vereist, kann der Verbrauch noch höher liegen. Deshalb kann sich auch bei einem intakten Altgerät die Neuanschaffung rechnen. Allerdings sollten Sie es mit der Ersatzbeschaffung auch nicht übertreiben. Ein energieeffizientes Haushaltsgroßgerät, dass Sie heute kaufen, sollten Sie aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten solange wie möglich nutzen, denn die Herstellung von neuen Elektrogeräten verbraucht viel Energie und Ressourcen.

Achtung: Rebound-Effekt vermeiden

Machen Sie sich beim Austausch von Geräten den Rebound-Effekt bewusst. Das heißt, der neue Kühlschrank sollte nicht gleichzeitig größer werden, wenn Sie Strom und damit Betriebskosten sparen wollen. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Rebound-Effekt.

Fazit: Teuer kann über die Produktlebensdauer oft günstiger sein

Sie sehen also, dass Sie trotz der Mehrkosten bei der Anschaffung von energieeffizienteren Geräten über die Lebensdauer richtig Geld einsparen können. Nutzen Sie Geräte dennoch solange wie möglich. Und noch einen Schritt weitergedacht: Mit einem geringeren Stromverbrauch aller Elektrogeräte nutzen Sie Ihren selbsterzeugten PV-Strom effektiver.

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