06. Oktober 2022
14 Min

Ladetechnik

Die eigene Wallbox - Das sollten Sie wissen.

Mit der E-Mobilität müssen alle dazulernen. Einige Fachbegriffe neuer Technologien und gesetzliche Regelungen sollten Sie sich aneignen. Die private Ladestation ist so ein Thema, mit dem Sie sich auskennen sollten. In diesem Beitrag erhalten Sie alle Antworten auf Ihre Fragen rund um die private Wallbox.

Was ist eine Wallbox?

Mit diesem aus dem Englischen entlehnten Fachbegriff wird eine Ladevorrichtung bezeichnet, die Strom für das Laden eines E-Fahrzeugs bereitstellt. Die Wallbox wird in der Regel dort installiert, wo das E-Fahrzeug geparkt wird, in einer Grundstückseinfahrt, an einem Carport oder in einer Garage. Anders als der Name vermuten lässt, kann die Wallbox an einer Wand aber auch auf einer Säule montiert werden. Über ein Kabel wird der „Wandkasten“ mit dem E-Auto verbunden, um Strom in die Autobatterien zu laden. Die Wallbox ist eine Elektroinstallation, die von einem Fachbetrieb eingerichtet werden sollte. Abhängig von der vorhandenen Hauselektrik benötigt eine Wallbox eine eigene Leitung und eine Lastschutzabsicherung mit bis zu 32 Ampere. Die Stromzuleitung sollte möglichst kurz sein und in der Nähe des Hausanschlusses erfolgen.

Muss ich mir eine Wallbox genehmigen lassen?

Ja, es gibt eine Anmelde- und eine Genehmigungspflicht. Vor der Inbetriebnahme ist eine Wallbox mit einer Ladeleistung bis elf Kilowattstunden (kWh) beim zuständigen Netzbetreiber anzumelden. Oberhalb dieser Leistung ist sie mit der gewünschten Leistung beim Netzbetreiber zu beantragen. Entscheiden Sie sich für den Kauf einer MVV Wallbox, kümmern wir uns selbstverständlich darum.

Der Netzbetreiber muss die Wallbox innerhalb von zwei Monaten mit der von ihm bewilligten Leistung genehmigen. Nicht immer erhalten Antragsteller einer Wallbox die gewünschte Ladeleistung. Der Netzbetreiber entscheidet abhängig von seinen Netzkapazitäten und der Nachfrage in einem Verteilgebiet, wie viel Ladeleistung er einzelnen Verbrauchern zugestehen kann. Vor dem Kauf einer Wallbox ist es daher ratsam, beim Netzbetreiber eine Voranfrage zu stellen, welche Ladeleistung er in Ihrem Netzgebiet zu genehmigen bereit ist.

Wie funktioniert eine Wallbox?

Eine Wallbox kommuniziert mit der Ladeelektronik des E-Autos. Gemeinsam überwachen sie den Ladevorgang und sorgen dafür, dass die Batterie und die Elektronik nicht überlastet werden. Diese Aufgabe übernimmt der Electric Vehicle Charge Controller in der Wallbox. Da eine Wallbox meistens außerhalb eines Hauses installiert ist, sollte sie auch eine Authentifizierung für die Nutzung bieten, um unbefugte Nutzung zu verhindern. Hierfür kommen Schlüsselschaltungen, Chips, Magnetkarten oder Apps auf Smartphones zum Einsatz, mit denen sich der Nutzer autorisiert. Dies ist vor allem praktisch, wenn mehrere Nachbarn oder Mieter an einer Wallbox laden wollen. Viele Wallboxen integrieren deshalb auch einen Stromzähler und eine Funkschnittstelle. So haben Sie genauso wie Ihr Stromanbieter und die Mitnutzer stets einen Überblick über die geladenen Strommengen.

Kann ich mein E-Auto auch an der normalen Schukosteckdose laden?

Im Prinzip ist das Laden eines E-Autos an einer normalen Schutzkontaktsteckdose möglich. Allerdings bietet eine normale Steckdose nur eine geringe Ladeleistung. Denn eine gewöhnliche Hauselektrik stellt nur 230 Volt bereit und ist lediglich mit sechs bis zehn Ampere ausgelegt. Damit ist eine maximale Ladeleistung von nur 2,3 kWh möglich. Das bedeutet, dass eine Batterie mit 40 kW Speichervermögen erst nach rund 17 Stunden aufgeladen ist. Vor allem besteht bei einer Haushaltssteckdose die Gefahr der Überhitzung von Kabeln und Steckern. Im schlimmsten Fall kann ein überhitztes Ladesystem einen Kabelbrand und damit Feuer auslösen.

Welche Varianten von Wallboxen gibt es?

Unterschieden wird generell zwischen Wallboxen, die mit Wechselstrom bei 230 Volt (Haushaltsstrom) und 400 Volt (Drehstrom) laden. Relativ neu im Markt sind Wallboxen für den privaten Gebrauch, die mit Gleichstrom laden. Sie sind allerdings mindestens doppelt so teuer. Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter, die sich vor allem durch Komfortfunktionen differenzieren. Dazu gehören Stromzähler, Authentifizierung unterschiedlicher Nutzer, eine Funkschnittstelle zu einem Portal und die Nutzer der Daten per Smartphone-App.

Wie lange dauert es, ein E-Auto aufzuladen?

Die Ladegeschwindigkeit und damit die Ladedauer ist von vielen Faktoren abhängig. Maßgeblichen Einfluss hat die Leistungs- und Ladeelektronik im E-Auto. Manche Modelle lassen sich nur maximal mit 7,4 kWh an einem Wechselstromladepunkt laden. Vor allem neuere und stärkere E-Autos verfügen über ein Hochvoltsystem und können mit Gleichstrom mit bis zu 350 kWh laden. Entsprechend schneller ist die Batterie geladen.

Beispiel: Ladezeit für eine 40 kW-Batterie

 SteckerAnschlussLadeleistungDauer*
HaushaltssteckdoseSchuko230 V, 10 A2,3 kWca. 17 Stunden
WallboxTyp 2230 V, 16 A3,7 kWca. 11 Stunden
WallboxTyp 2230 V, 20 A4,6 kWca. 9 Stunden
WallboxTyp 2400 V, 3x16 A11 kWca. 3,5 Stunden
WallboxTyp 2400 V, 3x32 A22 kWca. 2 Stunden

*Ladedauer berechnet, unabhängig von Lademanagement und Akkutemperatur.

Welche Ladestecker gibt es?

E-Autos werden meistens sowohl mit einem Mode 2- als auch mit einem Mode 3-Ladekabel ausgeliefert. Damit schließen Sie es an eine gewöhnliche Ladestation an.

Je nach Hersteller und Ladeelektronik kommen unterschiedliche Stecker zum Einsatz. Der Typ 1-Stecker ist einphasig und für eine Ladeleistung von maximal 7,4 kWh Wechselstrom ausgelegt. Viele asiatische E-Autos werden nur mit diesem Stecker ausgeliefert. Typ 2-Stecker sind dreiphasig und bei den europäischen E-Kfz Standard für das Laden mit Wechselstrom bis 400 Volt. Hierbei sind Ladeleistungen von bis zu 43 kWh möglich. Der Stecker für das sogenannte Combined Charging System (CCS) ist für das Laden sowohl mit Wechsel- als auch Gleichstrom ausgelegt. Je nach Ladepunkt und Ladeelektronik des Fahrzeugs sind mit CSS Ladeleistungen von bis zu 350 kWh möglich. Einige japanische Hersteller setzen den CHAdeMO-Stecker ein, der Schnellladung mit bis zu 100 kWh gestattet. Darüber hinaus hat ein amerikanischer Hersteller für seine Fahrzeuge und seine Schnellladesäulen einen eigenen Stecker. Für die private Wallbox bieten die Hersteller Kabel mit den passenden Steckern zum Fahrzeug an. Einige verzichten komplett auf Kabel. Hier kommt das Mode 2 oder Mode 3-Kabel des Fahrzeugherstellers zum Einsatz.

Welche Wallbox passt zu mir? Passt jede Wallbox zu jedem Elektroauto?

Im Prinzip ja. Aber Wallboxen haben unterschiedliche Ladeleistungen und Komfortfunktionen und unterscheiden sich daher auch erheblich in ihrem Preis. Wenn Sie ein E-Auto fahren, dass mit maximal 7,4 kWh geladen werden kann, müssen Sie sich nicht eine Wallbox anschaffen, die fast die dreifache Ladeleistung bietet. Wählen Sie also eine Wallbox, die ausreichende Ladeleistung und Funktionen bietet, die Sie tatsächlich nutzen. Wichtig ist bei der Auswahl, in welchem technischen Umfeld die Wallbox eventuell auch mit anderen Geräten interagieren soll.

Muss es eine smarte Wallbox sein?

Denn wenn Sie Ihre Wallbox mit einer Photovoltaikanlage sowie über ein Smart Meter mit der Haussteuerung vernetzen wollen, brauchen Sie eine intelligente oder smarte Wallbox. Damit ist es möglich, dass Ihr E-Auto nur geladen wird, wenn ausreichend Strom aus der PV-Anlage zur Verfügung steht.

Sind Wallboxen förderfähig?

Auch wenn das größte Förderprogramm zur Installation von privaten Wallboxen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) inzwischen ausgelaufen ist, lohnt es sich, nach laufenden lokalen oder regionalen Förderprogrammen Ausschau zu halten.

Sind Wallboxen in Mehrfamilienhäusern erlaubt?

Die Bundesregierung hat für den Einbau von Wallboxen in Mehrfamilienhäuser die rechtlichen Grundlagen geschaffen. Das Wohnungseigentumsgesetz wurde so angepasst, dass jeder Miteigentümer das Recht hat, an einer geeigneten Stelle eine Wallbox anzubringen. Die Kosten muss er alleine tragen. Auch Mieter können eine Wallbox installieren, wenn es dem Vermieter und den anderen Mietern zumutbar ist und keine baulichen oder rechtlichen Hindernisse bestehen. Experten raten Mietern und Wohneigentümern einer Wohneigentümergemeinschaft (WEG), sich im Haus Mitstreiter zu suchen und die Wallbox gemeinschaftlich durchzusetzen und zu nutzen.

Muss die Ladestation gewartet werden?

Wallboxen sind so konstruiert, dass sie ähnlich wie die Hauselektrik wartungsfrei arbeitet. Bisher besteht also, anders als bei öffentlichen Ladestationen, keine Pflicht zur Wartung oder Sicherheitsüberprüfung. Allerdings sollten Sie regelmäßig eine Sichtprüfung durchführen. Solange alle Kabel und Stecker fest verbunden sind und sich keine Abnutzungserscheinungen zeigen, ist eine private Wallbox sicher.

Fazit: Die private Wallbox bietet viele Vorteile

Eine private Wallbox ist bequem und praktisch. Sie ist ohne lange Suche nach einer freien öffentlichen Ladestation immer verfügbar. Vor allem abends und nachts sind die meisten Menschen zuhause. Dann lädt der Fahrzeug-Akku, sodass das E-Auto am nächsten Morgen mit vollen Batterien bereitsteht. Die Wallbox lässt sich mit einer Photovoltaikanlage und einer Hausbatterie koppeln, sodass überwiegend der selbsterzeugte Strom geladen wird. Mittlerweile haben auch Mieter und Hausmiteigentümer ein Recht auf eine Wallbox, wenn es die baulichen und rechtlichen Umstände zulassen. Unabhängig vom Netzbetreiber können Wallbox-Nutzer ihren Stromanbieter frei auswählen und zertifizierten Ökostrom beziehen. Der Strom aus der privaten Wallbox ist meistens deutlich günstiger als an einer öffentlichen Ladestation. Wenn Sie also ein E-Auto anschaffen, sollten Sie die Wallbox und idealerweise die PV-Anlage gleich mitbestellen.

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