30. September 2022
11 Min

Ladetechnik, Stecker, Abrechung

E-Auto laden - Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick

Ist das Laden eines Elektrofahrzeugs bereits kinderleicht? Im Prinzip ja! Allerdings gibt es viele Fragen rund um die Technik, die Abrechnungssysteme, die Stecker und die Ladesäulen. Hier erhalten Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Laden eines E-Autos.

Wo kann ich mein E-Auto laden?

Eigentlich überall, wo Strom fließt. In den Städten und entlang der Autobahnen kommt der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur immer schneller voran. Zuhause ist das Laden eines E-Autos auch möglich. Serienmäßig werden E-Kfz mit einem Mode 2-Ladekabel mit einem Schuko-Stecker ausgeliefert. Doch Schuko-Steckdosen sind normalerweise nur für eine Dauerbelastung von sechs bis zehn Ampere ausgelegt. Sie laden mit einer maximalen Leistung von 2,4 Kilowattstunden (kWh). Bis ein 40 kW-Akku geladen ist, vergehen also fast 17 Stunden. Generell ist von dieser Lösung abzuraten, denn bei einer Dauerbelastung beim Laden können sich die Steckdose, die Kabel und die Kontakte stark erwärmen. Besser ist die Installation einer Wallbox, die zudem je nach Typ sowie Leistungsangebot eine höhere Ladeleistung bietet und die Batterie schneller auflädt.

Wie weit ist der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur?

Zwischen Juli 2021 und Juli 2022 wuchs die Anzahl der Ladeeinrichtungen um 29 Prozent auf 33.150. Mittlerweile versorgen 53.652 Normal- und fast 10.000 Schnellladepunkte die rasant zunehmende E-Fahrzeugflotte. Hinzu kommen grob geschätzt eine Million Ladestationen in Privathaushalten, die ihre E-Kfz an Wallboxen laden. Diese Ladeinfrastruktur teilen sich rund 1,4 Millionen batterieelektrisch angetriebene Vehikel (Battery Electric Vehicle = BEV) und Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEV). Monatlich werden durchschnittlich 60.000 BEV und PHEV neu zugelassen. In Mannheim und auch über die Grenzen Mannheims hinaus betreibt die MVV Energie AG zahlreiche Ladeeinrichtungen. Mehr dazu finden Sie in unserer MVV eMotion App.

Welche Steckertypen gibt es?

Neben dem Mode 2- werden E-Autos auch mit einem Mode 3-Ladekabel ausgeliefert. Damit können Sie es an eine gewöhnliche Ladestation anschließen.

Je nach Leistungselektronik unterscheiden sich E-Autos auch bei ihren Steckertypen. Typ 1-Stecker sind einphasig und für eine Ladeleistung von maximal 7,4 kWh ausgelegt. Viele asiatische E-Autos werden nur mit diesem Stecker ausgeliefert. Typ 2-Stecker sind dreiphasig und Standard bei den europäischen E-Autos für das Laden mit Wechselstrom. Hierbei sind Ladeleistungen von bis zu 43 kWh möglich.

Entscheidend ist jedoch, dass sowohl Typ 1- wie auch Typ 2-Stecker mit einer Typ 2 Wallbox genutzt werden können. So können Sie als Kunden bezüglich des Steckers kaum noch etwas falsch machen. Der Stecker für das sogenannte Combined Charging System (CCS) ist für das Laden sowohl mit Wechsel- als auch Gleichstrom ausgelegt. Je nach Ladepunkt und Ladeelektronik des Fahrzeugs sind mit CSS Ladeleistungen von bis zu 350 kWh möglich. Einige japanische Hersteller setzen den CHAdeMO-Stecker ein, der Schnellladung mit bis zu 100 kWh gestatten. Darüber hinaus hat ein amerikanischer Hersteller für seine Fahrzeuge und seine Schnellladesäulen einen eigenen Stecker.

Welche Arten von Ladestationen gibt es?

Es gibt zwei verschiedene Arten von Ladestationen. Eine lädt mit Wechselstrom (Alternate Current, AC), wie er auch aus der Haushaltsteckdose kommt. Die andere lädt mit Gleichstrom (Direct Current, DC). An Wallboxen, die mittlerweile immer häufiger neben Garageneinfahrten zu bestaunen sind, wird mit Wechselstrom geladen. Je nach Fahrzeug sowie Leitungskapazitäten des Stromanbieters erfolgt die Ladung mit 11 bis 22 kWh Leistung. In beiden Fällen muss der Fahrzeughalter sein Mode 3-Ladekabel mitführen und mit der Ladestation verbinden. Ladestationen mit Gleichstrom, die fast ausschließlich im öffentlichen Raum zu finden sind, werden auch als Schnellladestationen bezeichnet, weil sie die Batterien mit bis zu 350 kWh Leistung aufladen können. Hier ist das Ladekabel mit einem CCS-Stecker fest mit der Säule verbunden, der in das Fahrzeug eingestöpselt werden muss.

Darf ich an jeder Ladestation laden?

Grundsätzlich darf jeder E-Fahrzeughalter an jedem öffentlichen Ladepunkt laden, wenn er das passende Kabel dabei hat. Bisher bestanden allerdings Hürden in den Bezahlfunktionen. Häufig benötigt man eine eigene Bezahlkarte oder muss sich mit seinem Smartphone und einer App beim jeweiligen Anbieter registrieren. Das hat der Gesetzgeber abgeschafft. Ab 1. Juli 2023 müssen alle öffentlichen Ladesäule eine Bezahlfunktion mit Girocard anbieten. Viele Ladesäulenbetreiber haben bereits eine solche Bezahlfunktion integriert.

Wie lange dauert ein Ladevorgang?

Hier spielen viele Faktoren eine Rolle. Zunächst kommt es auf die Ladestation (AC oder DC), die Ladeleistung sowie die Ladeelektronik des Fahrzeugs an, wie schnell sich die Batterie aufladen lässt. Bei einer Wallbox kommt es auf die Hauselektrik an und mit wie viel Ampere und wie viel Volt die Leitung ausgelegt ist. Weitere Faktoren sind die Witterung und ob der Akku-Pack im E-Auto für die Ladung vorkonditioniert wird oder nicht. Denn Batterien sind chemische Kraftwerke, die die einzelnen Strom-Ionen optimal verpacken müssen. Dafür muss die Betriebstemperatur idealerweise zwischen 20 und 40 Grad betragen. Bei modernen E-Autos sorgt die Vorkonditionierung im Winter für eine Vorerwärmung der Batterien, wenn im Navigationsgerät ein Ladestopp eingeplant ist.

Generell gilt: Das schwächste Glied bestimmt die maximal mögliche Leistung und somit die Ladegeschwindigkeit. Grundsätzlich lädt das Auto mit einer 11 kW Wallbox ca. 5 mal schneller als mit der Schuko-Steckdose.

Beispiel: Ladezeit für eine 40 kW-Batterie

 SteckerAnschlussLadeleistungDauer*
HaushaltssteckdoseSchuko230 V, 10 A2,3 kWca. 17 Stunden
WallboxTyp 2230 V, 16 A3,7 kWca. 11 Stunden
WallboxTyp 2230 V, 20 A4,6 kWca. 9 Stunden
WallboxTyp 2400 V, 3x16 A11 kWca. 3,5 Stunden
WallboxTyp 2400 V, 3x32 A22 kWca. 2 Stunden

*Ladedauer berechnet, unabhängig von Lademanagement und Akkutemperatur.

Was kostet eine Batterieladung und wie kann ich sparen?

Die Kosten einer Batterieladung liegen in einer Spannbreite zwischen 40 und 79 Cent pro Kilowattstunde (Stand 1. Juli 2022). Am günstigsten ist es wohl an der heimischen Wallbox. Wenn Sie unterwegs sind und die Ladeelektronik Ihres Fahrzeugs es zulässt, liegen die kW-Preise an Schnellladestationen bei bis zu 80 Cent. Es gilt die Faustformel: Je höher die Ladeleistung desto höher der Preis. Allerdings können durch eine Registrierung bei einem Anbieter die kWh-Kosten wie bei einem Abonnement sinken. Selbst beim teuersten Betreiber kann ein Vielfahrer und -lader im Paket einen kWh-Preis von unter 40 Cent erhalten. Die Kosten für die komplette Ladung einer 40 kW-Batterie variieren also zwischen 16 und 32 Euro. Je nach Fahrzeug haben Sie damit eine rein elektrische Reichweite von rund 200 Kilometer. Zum Vergleich: Ein Fahrzeug mit Benzinmotor und einem Verbrauch von acht Liter auf 100 Kilometer braucht dafür rund 16 Liter; bei 1,9 Euro pro Liter betragen die Kosten knapp über 30 Euro.

Fazit: Ein E-Auto zu laden ist kinderleicht

Aller Anfang ist manchmal schwer. Im Bezug auf das Laden des Elektroautos inzwischen aber nur noch eine sehr niedrige Hürde. Hat man sich ein Bild zu den unterschiedlichen Steckertypen und Bezahlfunktionen gemacht und das eigene Auto ein paar Mal erfolgreich aufgeladen, dann hat man es eigentlich schon geschafft. Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur kommt parallel zu den steigenden Zulassungszahlen von E-Autos gut voran. Die Kosten für Strom liegen deutlich unter denen für Benzin und Diesel. Selbst die „Reichweitenangst“ müssen Sie kaum noch befürchten. Allerdings müssen Sie Ihre Reisen und Ihre Ladestrategien etwas gründlicher vorbereiten.

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