Gepostet am: 09. Mai 2023
10 Min

Wichtige Einflussfaktoren

Was kostet das Laden Ihres E-Autos?

Die Elektromobilität ist ins Rollen kommen. 470.559 Neuzulassungen hat das Kraftfahrbundesamt für 2022 registriert. Das ist ein Plus von 30,1 % gegenüber dem Vorjahr und verglichen mit 2019 (63.281 Neuzulassungen) tatsächlich ein Quantensprung. Wenn immer mehr Menschen auf reinen E-Antrieb umsteigen, rückt die Frage nach den laufenden Kosten, die dabei für jeden anfallen, stärker in den Vordergrund. Was kostet Stromtanken und wie sieht das im Vergleich zum Verbrenner aus?

Die Ausgangslage: Es hat sich was verändert.

Bisher sah es auf der Kostenseite so aus: Das E-Fahrzeug war teuer in der Anschaffung, wurde aber von staatlicher Seite stark gefördert und der Strom war gerade im Vergleich mit Benzin/Diesel signifikant günstiger. Deshalb waren E-Autos im direkten Kostenvergleich nicht zu schlagen. Mittlerweile sind allerdings auch die Stromkosten deutlich gestiegen und die Förderung pro Fahrzeug durch den Umweltbonus der Regierung ist mit Beginn des Jahres 2023 gesunken. E-Auto-fahren ist also insgesamt teurer geworden. Das ist sozusagen das Bühnenbild für unseren Blick auf die laufenden Kosten. Wie Spritkosten sind die Stromkosten flexibel. Sie schwanken und das hängt nicht nur vom Anbieter ab oder der allgemeinen Wirtschaftslage. Welche Faktoren haben also Einfluss auf den Preis pro kWh?

Wo Sie laden, ist nicht egal

Ob es teurer oder günstiger ist, hängt ganz entscheidend davon ab, wo Sie Ihr E-Auto anschließen. An einem der mittlerweile 76.561 öffentlichen Ladepunkte (Stand: 1.12.2022, Bundesnetzagentur) – oder zu Hause. Dort ist es in der Regel nicht nur am bequemsten, sondern auch am günstigsten. Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben und noch dazu eine eigene Wallbox besitzen, fahren Sie finanziell am besten. Die Wallbox verringert zudem gegenüber der Haushaltssteckdose die sogenannten Ladeverluste. Auch das kann bis zu 30 % Stromkosten sparen. Eine Wallbox hat sich so gesehen schnell amortisiert, auch wenn die Förderprogramme dafür ausgelaufen sind.

Nehmen wir jetzt mal als Beispiel einen durchaus realistischen Wert von 50 Cent/kWh an, dann kosten Sie 100 km in einem E-Auto, dass dabei sehr sparsame 15kWh verbrauchen würde 7,50 Euro. Demgegenüber läge ein Verbrenner, der ähnlich zurückhaltende 7,7 Liter auf 100 km verbraucht, bei einem Benzinpreis von 1,98 Euro/Liter bei Kosten von 15,25 Euro, also dem doppelten. Dieses theoretische Szenario spricht zunächst für das E-Auto, aber man muss einfach bedenken, dass jeder einzelne Posten auch anders aussehen kann. Gerade bei den starken Preisschwankungen an den Benzin-Tankstellen, wo allein der Unterschied zwischen morgens und abends manchmal 20 Cent betragen kann.

Das Laden an öffentlichen Stationen ist demgegenüber teurer. Quasi zum Ausgleich ist dafür die Ladeleistung wesentlich höher. Sie können also in kürzerer Zeit mehr Energie in den Akku hineinpressen – und sind schneller wieder startklar. Aber auch dabei gibt es noch Unterschiede, die sich auch wieder in den Kosten niederschlagen. Wenn Sie mit langsamerem Wechselstrom (AC) laden, ist das in der Regel günstiger als das „Tanken“ mit schnellerem Gleichstrom (DC). Dort kann der Preis pro kWh schon mal zwischen 60 und 80 Cent/kWh betragen. Dafür dauert es dann auch nur 30 Minuten oder sogar weniger, um auf satte 80 % „State of Charge“ zu kommen. Wie flott es geht, hängt nicht zuletzt vom Fahrzeug und seiner Ladekapazität ab. Schnelllader befinden sich gerne an unseren Schnellstraßen und Autobahnen. Deshalb sind sie auch für die Viel- und Weitfahrer gemacht. Womit wir zu einem weiteren Faktor kommen, der Auswirkungen auf die Kostenbilanz hat: dem Fahrprofil.

Vom Fahrprofil zum Ladetyp

Mit Fahrprofil ist gemeint, wie Sie Ihr E-Auto in der Regel nutzen. Sind es hauptsächlich Kurzstrecken oder ein Mix aus Kurz und Mittelstrecken oder sind Sie vielleicht regelmäßig auf der Autobahn unterwegs. In jedem Fall bestimmt ihr Fahrprofil Ihr Ladeverhalten. Wer in der Hauptsache Kurzstrecke fährt, wird auch hauptsächlich zu Hause laden. Also dort, wo es ohnehin günstiger ist.

Wer dagegen regelmäßig die teureren Schnelllader an der Autobahn ansteuern muss, wird sich eher für die sogenannten Roaming Apps interessieren. Das sind Lade-Apps, die über die jeweiligen Anbietergrenzen hinaus den Zugang zu möglichst vielen Ladepunkten in Deutschland und Europa sichern. Auch dabei gibt es allerdings Preisunterschiede zu beachten. Eine Untersuchung der Redaktion von „auto, motor und sport“ hat im letzten Jahr eine erhebliche Kostenspanne ermittelt. Um Strom für 100 km zu tanken, verlangte der günstigste Anbieter 5,92 Euro, der teuerste 11,69 Euro. Jeder Anbieter rechnet eben anders: Grundgebühren oder keine, Transaktionskosten oder nicht, Anzahl der Ladepunkte, welche Ladeleistung wird geboten – da spielt vieles eine Rolle. Ihr Nutzungsverhalten fließt aber in jedem Fall direkt in die Kostenbilanz ein. Beim E-Auto wesentlich stärker als beim Verbrenner.

Wer seine Kosten deshalb gerne schon im Voraus kalkulieren möchte, dem sei empfohlen, sich nach einer Flatrate umzusehen, die Kalkulationssicherheit bietet.

Gibt’s das noch? Kostenfrei laden.

Eine Zeitlang war es geradezu Trend: Unternehmen mit großen Parkplätzen und viel Kundenverkehr boten Kunden, die mit ihrem E-Auto anreisten, Ladestationen und kostenloses Stromtanken an. Große Super- und Baumärkte vor allem investierten damit in einen besonders zeitgemäßen Service – und ganz sicher auch in ein modernes Image. Solche Angebote gibt es jedoch immer weniger. Selbst wenn bald Schluss mit „kostenlos“ ist, günstig sind diese Lademöglichkeiten immer noch. Nach Recherchen von „auto, motor und sport“ startet AC-Laden da und dort bei 0,29 Euro/kWh. Die Nutzer müssen allerdings Regeln beachten: Geladen kann nur während der offiziellen Öffnungszeit. Die Ladedauer ist in der Regel begrenzt. Auf 60 oder 90 Minuten, dann muss der Platz fairerweise auch geräumt werden. Außerdem ist eine spezielle Lade-App oder eine andere Legitimation nötig. Es schadet trotzdem nicht, sich auf der jeweiligen Homepage des Unternehmens genau nach diesen Angeboten zu erkundigen. Es könnte dem Ausflug zum Supermarkt oder Möbelmulti zusätzlichen Reiz verschaffen.

Fazit

Auch hier ist der Markt in Bewegung. Deshalb sind konkrete Kostenanalysen immer nur eine Momentaufnahme. Derzeit geht der Trend dahin, dass der Kostenabstand zwischen Verbrenner und E-Auto kleiner wird. Offen ist, wie sich das in Zukunft entwickelt. Und außerdem: Die Entscheidung pro E-Auto ist ja niemals nur eine reine Kostenentscheidung, in der Regel spielen auch ökologische Überlegungen und der Enthusiasmus für eine neue Technologie eine wichtige Rolle.

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