Wir nutzen kommunalen Bioabfall für die Erzeugung von Biogas

Energie aus der Biotonne

Kartoffelschalen, Gartenlaub, Speisereste oder Kaffeefilter: Aus den Inhalten der Biotonne können Biogas und Biomethan erzeugt werden. In Vergärungsanlagen werden die Bioabfälle zu Biomethan aufbereitet, das zur Erzeugung von Strom und Wärme sowie im Verkehrs- und Industriesektor eingesetzt werden kann. Die bei der Vergärung verbleibenden Gärreste können als Kompost in Gartenbau und Landwirtschaft genutzt werden. Im Unterschied zur ausschließlichen Kompostierung ermöglicht die Biogaserzeugung zusätzlich die Nutzung der im Bioabfall enthaltenen Energie. Dabei entstehen neben Kompost auch Biogas beziehungsweise Biomethan zur weiteren energetischen Nutzung.

In unserer Anlage in Dresden-Klotzsche verwerten wir rund 46.500 Tonnen Bioabfälle pro Jahr. Eine weitere Anlage mit einer Kapazität von rund 38.000 Tonnen pro Jahr haben wir in Bernburg/Saale in Sachsen-Anhalt errichtet. Bundesweit sind weitere Bioabfallvergärungsprojekte geplant.

Funktionsweise Bioabfallvergärung

Prozessschritte

 

  1. Anlieferung
  2. Aufbereitung
  3. Vergärung im Fermenter
  4. Biogasaufbereitung und Einspeisung ins Erdgasnetz
  5. Gärproduktbehandlung

Anlieferung

  • Komplett geschlossener Anlieferbereich
  • Keine Geruchsbelästigung
  • Überwachung und Kontrolle der Bioabfalllieferungen

Fremdstoffe werden aussortiert, z. B.

  • Absiebung von Steinen, Glas und Kunststoffen
  • Metallabscheidung
  • Mechanische Abtrennung von Folien

Fermentation

  • Förderbänder bringen das Biogut in den Fermenter
  • Bakterien zersetzen die Bioabfälle
  • Das geschieht unter Ausschluss von Sauerstoff
  • Rührwerke halten die Masse in Bewegung
  • Das enstehende Rohbiogas steigt nach oben und wird erfasst

Biogasaufbereitung

  • Aufbereitung des erzeugten Rohbiogases durch
    Abscheidung von CO2
  • Erreichen von Erdgasqualität
  • Einspeisung ins öffentliche Erdgasnetz

Gärproduktbehandlung

  • Aufbereitung der Gärprodukte für landwirtschaftlichen Einsatz
  • Hochwertige Kompost- und Flüssiggärprodukte
  • Zertifizierung nach RAL-Gütesicherung

Input und Output

Bioabfallvergärung im Energiekontext

Stoffstrom Bioabfall

Wir nutzen kommunalen Bioabfall für die Erzeugung von Biogas.​
Kartoffelschalen, Gartenlaub, Speisereste und Kaffeefilter: Aus den Inhalten der Biotonne können Biogas und Biomethan erzeugt werden.

Der Inhalt zählt! ​
Damit die wertvollen Energieressourcen aus dem kommunalen Bioabfall nutzbar ​gemacht werden können, ist die getrennte Sammlung über die Biotonne entscheidend. 

 

Das darf alles in die Biotonne:Das darf alles nicht in die Biotonne:
Gemüse- und Obstabfälle​Plastik (auch nicht kompostierbare Plastikbeutel)
Eierschalen​verpackte Lebensmittel
Feste Speisereste​Kaffeekapseln
Kaffeefilter und TeebeutelKronkorken
Küchen- und Papiertücher​Windeln
Baum- und Strauchschnitt​Hygieneartikel
Laub, Rasenschnitt​Glas
Topf- und Balkonpflanzen mit Erde​Steine
Unkräuter/Wildkräuter​Katzenstreu
Verwelkte BlumenHolzreste
 Asche

Das in einer Bioabfallvergärungsanlage erzeugte Biomethan kann vielfältig genutzt werden:

 

  • Dezentrale Wärme- und Stromproduktion​
    Hocheffiziente Nutzung des Biomethans in BHKW mit entsprechender Wärmesenke
    ​
     
  • Mobilität
    Nutzung an CNG-Tankstellen, Verwendung u. a. für LKW, Müllfahrzeuge und ÖPNV

     
  • Industrie und Gewerbe​
    Einsatz als grünes Gas

Bioabfallvergärung ganz konkret

Fragen und Antworten

… Was hat meine Kommune davon?

In der Anlage kann kommunaler Bioabfall für die Erzeugung von Biogas und Biomethan genutzt werden. Eine solche Anlage kann die Region als Investitions- und Wirtschaftsstandort stärken und zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen generieren. Die getrennte Sammlung von Bioabfällen über die Biotonne schafft die Voraussetzung dafür, dass dieser Rohstoff energetisch genutzt werden kann. Bioabfall fällt kontinuierlich an und steht unabhängig von Wetterbedingungen zur Verfügung. Biomethan aus Bioabfällen ist eine erneuerbare Energiequelle und kann in verschiedenen Anwendungsbereichen fossiles Erdgas ersetzen. So bleibt die Wertschöpfung rund um den kommunalen Bioabfall in der Region.

… Wie sicher ist das Ganze?

Die Anlage ist auf dem neuesten Stand der Technik und wird nach den strengen Anforderungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes genehmigt, betrieben und regelmäßig von Sachverständigen überprüft. 

… Das riecht doch bestimmt?

Nein. Die Anlage ist mit einem geschlossenen Annahme- und Behandlungssystem ausgestattet. Ein Absaugverfahren erfasst die Luft aus dem Annahmebereich und den Hallenbereichen. Die Abluft wird über einen Biofilter geführt und gereinigt. Diese bewährte Technik dient dazu Geruchsemissionen zu minimieren. Grundlage für Planung, Bau und Betrieb der Anlage sind die geltenden gesetzlichen Anforderungen.

… Macht das Lärm?

Die Anlage selbst läuft leise mit unter 40 dB. Das heißt, selbst der angrenzende Straßenverkehr ist lauter. Lärmbelästigungen durch den Betrieb sind somit nicht zu erwarten.

Vorteile für Landkreis und Standortgemeinde

Vorteile für den Landkreis:

  • Entsorgungslösung im Einklang mit geltenden gesetzlichen Anforderungen
  • Verwertung von kommunalem Bioabfall zur Erzeugung von Biogas und Biomethan
  • Gewerbeansiedlung mit regionaler Wertschöpfung und Nutzung kommunaler Bioabfälle zur Energieerzeugung

Vorteile für die Standortgemeinde:

  • Arbeitsplätze
  • Gewerbesteuer
  • Aktiver Beitrag der Gemeinde  zur Energiewende

Unsere Referenzen

Bioabfallvergärungsanlage Dresden

Die 2017 in Betrieb genommene Anlage gehört seit 2018 zu unserer Unternehmensgruppe.

Sie verwertet pro Jahr 46.500 Tonnen Bioabfälle.

mehr Informationen

Bioabfallvergärungsanlage Bernburg

In Bernburg (Sachsen-Anhalt) werden jährlich etwa 38.000 Tonnen Bioabfälle aus Bernburg und Umgebung verarbeitet und so ca. 21.000 MWh Biomethan erzeugt.

mehr Informationen

Bioabfallvergärungsanlage Sinsheim

In der Anlage werden seit Herbst 2019 aus ca. 60.000 Tonnen biogenem Abfall pro Jahr rund 40 Millionen Kilowattstundenden Biogas und Trockenkompost erzeugt. Das Rohgas wird in einer eigenen Anlage zu Biomethan aufbereitet und in das regionale Erdgasnetz der MVV eingespeist.

MVV ist mit 41,5 % an der dafür verantwortlichen AVR BioGas GmbH beteiligt.

mehr Informationen

MVV Umwelt GmbH

Otto-Hahn-Strasse 1
68169 Mannheim

+49 621 290 4601

E-Mail senden

Kontakt

Vedad Delic
Geschäftsführer MVV Umwelt GmbH

Kontakt

Uwe Zickert
Geschäftsführer MVV Umwelt GmbH